Griechenland nimmt Auslandsüberweisungen unter die Lupe

12. Juni 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 668

In Griechenland werden inzwischen praktisch alle Auslandsüberweisungen als verdächtig eingestuft, obwohl dies letztendlich eine neue Welle der Kapitalflucht initiieren könnte.

Das Sonderdezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE), die Finanzämter und die Banken in Griechenland nehmen fortan alle Auslandsüberweisungen unabhängig von der jeweiligen Höhe noch gründlicher unter die Lupe, wobei unter anderem die Banken selbst auch für all jene Kunden, die kleinere (Teil-) Beträge überweisen, die Überweisungen in ihrer Summe verfolgen.

Wie die Zeitung „Ta Nea“ anmerkt, ist das Verfahren in letzter Zeit intensiviert worden, da auch die Anzahl der Überweisungen ansteigt. Die Handelsbanken melden daher auf täglicher Basis diese Daten der Griechischen Bank, damit ein Katalog all jener geschaffen wird, die in letzter Zeit Gelder aus dem Land gebracht haben, womit dieser Zeitraum wiederum auch Gegenstand eines Datenabgleich mit dem Finanzamt werden kann. Das Ziel dieser Maßnahmen besteht darin, sowohl die Quelle der Gelder als auch zu überprüfen, ob die jeweiligen Beträge auf Basis vorheriger Steuererklärungen gerechtfertigt sind.

Auf Basis der geltenden Abkommen und bestehenden Gesetzgebung ist der Kapitaltransfer absolut legal. Unter den aktuellen Umständen wird jedoch damit gerechnet, dass speziell alle, die Geschäfte über hohe Beträge tätigen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgefordert werden, ihre Transaktionen zu rechtfertigen. Parallel geraten die Betroffenen voraussichtlich unmittelbar für eine Steuerprüfung  ins Visier des Finanzamts, gleich ob es sich um Privatpersonen oder Unternehmen handelt.

(Quelle: Imerisia)

KategorienKurzmeldungen, Wirtschaft
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  1. Heinz
    12. Juni 2012, 13:38 | #1

    Nachdem die Zu- und Umstände so sind, wie sie sind, ist diese Handlungsweise mehr als berechtigt.
    Ist nur die Frage, ob die Finanzbehörden diesem Wust von Arbeit überhaupt Herr werden. Bisher haben sie ja auch nicht mit hoher Arbeitsleistung geglänzt, die ja auch abhängig von der technischen und materiellen Ausstattung der Behörden und ihrer Mitarbeiter ist. Und die sei ja mitunter katastrophal.

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