Ausländische Banken fischen in Griechenland nach Anlegern

16. Juni 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 504

In Griechenland haben einige der größten Banken der Welt – wie Merrill Lynch, Deutsche Bank, Citibank, Credit Agricole – ihre Netze ausgeworfen, um nach Anlegern zu fischen.

Ausländische Großbanken haben ihre Stäbe in Suiten illustrer Hotels in Athen eingerichtet und schließen Termine mit Unternehmern und hochrangigen Gesellschaftsfunktionären ab. Unter Ausnutzung der „flüssigen“ politischen Szenerie, aber auch der Flut ausländischer Medienpublikationen über das angeblich bevorstehende Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro widmen sich die ausländischen Bankiers einer unbarmherzigen Jagd nach Anlagen.

Das einzige, was die ausländischen Banken – darunter UBS, Merrill Lynch, Deutsche Bank, aber auch Citibank, Credit Agricole und viele andere – versprechen, ist die Sicherheit der Einlagen, da die angebotenen Zinsen minimal sind. Sie gehen dabei sogar so weit, auch Bankfunktionäre zu tangieren und ihnen den Transfer ihrer Guthaben ins Ausland nahe zu legen.

Zur selben Stunden setzt sich der Kapitalabfluss von den griechischen Banken fort. Schätzungsweise haben die Anleger in den letzten 15 Tagen mehr als 4 Mrd. Euro abgehoben. Zahlreich sind auch die Anträge an die Banken auf Abhebungen von Beträgen ab 20.000 Euro und mehr, (je nach Bank ist eine Vorankündigung von 1 oder 2 Tagen erforderlich), da mit den näher rückenden Parlamentswahlen die Beunruhigung einen Höhepunkt erreicht.

Wie aus Bankkreisen verlautet, werden 40% der in letzter Zeit von den Griechen abgehobenen  Gelder zu ausländischen Banken geleitet und 60% in Schließfächern, Matratzen und Truhen „aufbewahrt“. Es sei angemerkt, dass seit Anfang 2010 mehr als 72 Mrd. Euro von den Banken des Landes abgezogen worden sind.

Die Hoffnungen der Bankiers auf eine Umkehr des Fluchtklimas und eine schrittweise Rückkehr der Einlagen zu griechischen Banken liegen in der Bildung einer aus den Wahlen am 17 Juni 2012 hervorgehenden Regierung.

(Quelle: Imerisia)

  1. Heinz
    16. Juni 2012, 18:42 | #1

    „Die Hoffnungen der Bankiers auf eine Umkehr des Fluchtklimas und eine schrittweise Rückkehr der Einlagen zu griechischen Banken liegen in der Bildung einer aus den Wahlen am 17 Juni 2012 hervorgehenden Regierung.“

    Aha, die erhoffen sich also die „richtige“ Regierung, damit sie so weiter machen können, wie bisher. Zum Beispiel fremdes Geld anzulegen, ohne den Kunden zu fragen (Industrie- und Handelskammer).

    Ich glaube, die griechischen Banker sollten so langsam mal von ihrem hohen Ross runter.

    Im übrigen sind die angebotenen Zinsen in Griechenland auch nicht schlechter als in Resteuropa. Auf dem deutschen Sparbuch gibt es momentan irgendwo zwischn 0,8 und 1,7 %. Die Inflation ist höher. Also werden nicht schon wieder die Griechen benachteiligt.

    Es ist so viel Geld unterwegs, dass die Chance auf höhere Zinsen für Normalanlagen sehr gering ist. Und das sicher noch für längere Zeit.

  2. V99 %
    16. Juni 2012, 20:36 | #2

    Was sollen Bangster denn sonst machen? Bei der Bankenkapitalflucht, die momentan statt findet doch logisch. Die 60% sind ein Anreiz fuer eine ganz andere „illustre“ Gruppe, naemlich Raueber und Diebe. Was momentan in den Randbezirken vor sich geht ist aeusserst beunruhigend und wird durch solch praezise Infos sicher noch ansteigen.
    Bei einem Bekannten seinem Nachbarn, standen morgens vier maskierte Maenner, mit langen Messern bewaffnet, vor der Tuer, als dieser zur Arbeit gehen wollte. Neben der „illustren“ Gruppe lag der abgestochene Hund (gr. Alarmanlage) des ueberraschten Hausbesitzers. Dieser wurde dann in sein Haus gedraengt und ihm angetragen, alles Bare auszuhaendigen, wenn er seinem Hund nicht Gesellschaft leisten wolle. Die schwarz maskierten Herren verschwanden dann mit einem 5-stelligen Bargeldbetrag.

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