Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur!

13. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 813

Eingereicht von: Carlos

Thema: Warum die Rettung Griechenlands fehlschlug

Und ich wollte den Euro auch nicht. Was kam denn nach der D-Mark? Alles wurde teurer, eigentlich war – so betrachtet – 1 DM ein Euro. Ich wollte nie dieses Europa, diese Gleichmacherei. Denn das funktioniert nicht! Jedes Land hat Eigenheiten, und dazu gehören auch manche Gesetze. Für andere Länder mögen sie dumm klingen, erfüllen aber hier Bedürfnisse. In Deutschland gibt es Hartz IV, in Griechenland nicht. Also gab es durch die Pasok-Partei andere soziale Hilfsleistungen wie beispielsweise für Angehörige, Witwen usw.

Ich mag auch nicht mehr hören, wie das ausgenutzt wurde. Von Blinden, die keine Blinden waren, von Angehörigen, die Todesfälle verschwiegen und weiterhin die Renten kassierten. Das gibt es auch in diesem tollen Deutschland. Betrügereien mit Hartz IV, Sozialbetrug. Ich finde das nicht toll, kein Thema. Aber das hat Griechenland nicht in den Ruin geführt. Das hat der Euro getan. Seitdem geht Griechenland auf Talfahrt. Früher sind gerne Touristen gekommen und fanden es gut, mit ihrer D-Mark hier günstig Urlaub machen zu können. Der Spaß ist vorbei. Denn nun gibt es seit etlichen Jahren den Euro. Der Normalbürger in Griechenland hat nie so viel Geld wie in Deutschland verdient. In Südeuropa herrscht Schmalspur. Die Banken verdienen sich goldene Nasen und ich möchte nicht mehr hören, dass Deutschland dafür bluten muss. Die Südländer bluten aus.

Hier in Griechenland gibt es so viel Armut. Ich finde es sehr beschämend, hier solche schrecklichen Kommentare lesen zu müssen. Wenn ich nicht Angst hätte, dass die „Rechten“ hier übernehmen, wünschte ich mir eine neue Wahl in der Hoffnung, dass dann eine gemäßigte Linke hier das Land regieren kann. Weg mit dem Euro und der sogenannten Solidargemeinschaft. Griechenland kann das schaffen, schließlich wäre es nicht das erste Mal. Die Demokratie ist hier entstanden und wahrnehmbar, immer noch. Viele haben keine Krankenversicherungen mehr, werden dennoch in jedem Krankenhaus behandelt, wenn ein Notfall vorliegt. Ich liebe dieses Land immer mehr und habe noch nie soviel Sympathie empfunden. Die Griechen sind einfallreich und lassen sich nicht unterkriegen. Weg mit dem Euro, und wir leben mit Phantasie, Kreativität und Solidarität.

Hunger und Verelendung wird produziert und gewollt. Wir leben auf einer Erde, die genug für alle Menschen auf diesem Erdball hat. Es ist nicht gewollt. Wo bliebe der Profit? Ich bin nach Griechenland ausgewandert, weil ich diesen Perfektionismus in Deutschland hasste. Ich habe hier gearbeitet und mich sehr wohl gefühlt. Es gibt nichts „Gerades“ auf der Welt und jedes Land ist … anders „gerade“. Das ist Europa für mich. Jedes Land ist anders. Und gerade das ist doch sehr schön, oder? Die Deutschen haben die Bayern, mit Weizenbier und Brezeln, im Norden die Fischbrötchen und Matjes. Die Griechen haben den Tsatsiki, die Italiener die Pizza usw.

Ich fände es sehr traurig, wenn all das irgendwann vermischt würde. Wird es aber vermutlich irgendwann einmal, denn die Länder vermischen sich. Aber, die Landeseigenheiten sollten bleiben, das fände ich doch sehr schön. Warum sollte ich sonst noch in ein anderes Land reisen, außer weil mir Sonne und Strand gefallen? Lasst uns alle mutig sein, akzeptieren, dass es andere Gewohnheiten und Gesetze gibt.

Weg mit dem Euro, weg mit der Finanzdiktatur. Schöpfen wir neu aus unserer eigenen Kraft. Ich weiß, dass viele, die diesen Beitrag lesen, es völlig einfach finden. Es klingt nicht nur sehr einfach, es ist auch einfach … !

  1. Babbelnett
    13. Mai 2012, 11:24 | #1

    Ich finde auch, dass Griechenland aus dem Euro raus sollte.

    Europäische Hilfsmilliarden – braucht man nicht mehr.

    Steuern zahlen – in Griechenland unnötig.

    Verstorbenenrenten weiter kassieren – von mir aus.

    Griechenland macht das schon ganz alleine und sollte auf den Erhalt seiner individuellen Gepflogenheiten achten. Nur Kohle aus dem Ausland fordern muss eben passé sein.

    Gebt den Griechen die Freiheit und die Autarkie!

  2. Pia Klein
    13. Mai 2012, 13:35 | #2

    Endlich mal jemand der mitdenkt.

  3. Holger Lippert
    13. Mai 2012, 20:24 | #3

    … selten hat mir ein Artikel so wohl getan wie dieser von “Carlos“ … auch ich kann das großmäulige Geschwätz der “Staatenretter“ nicht mehr hoeren – der “Konsequenz“ der Troika nicht mehr folgen – und hoffe, dass irgendein Tsipras den Gordischen Knoten durchhaut … wie hieß der bejubelte Satz an der Mauer? … “Ich bin ein Athener“!

  4. Juls
    13. Mai 2012, 22:34 | #4

    @ Carlos
    Danke Carlos…..!!!!! das unterschreibe ich blind!!

    @ Holger Lippert
    Dieses von oben herab Geplappere geht mir oftmals auch richtig auf den Geist…ich frage mich, warum hier einige noch nicht in die Politik gegangen sind, alle Ansaetze sind vorhanden….viel bla bla bla und viel heisser Wind…….leeres Gerede……und immer wieder dasselbe Gelaber……macht echt muede!

  5. Climateatheist
    15. Mai 2012, 15:28 | #5

    @Carlos

    der Austritt aus dem Euro und der EUdSSR ist sehr einfach. Ihr müsst im Parlament einen Mehrheitsbeschluss dazu fassen und ggf. eine Volksbefragung durchführen. Verbindet dies gleich mit dem Austritt aus dem Koyoto-Protokoll und dem CO2-Zertifikate-Handel und bittet alle EU-Investoren öffentlich (das kann ja Euer Ministerpräsident tun), Euch mit Bürgeranleihen zur Hebung eurer Bodenschätze zu unterstützen. Gründet dafür eine landeseigene Firma und gebt der kostenlos die Schürfrechte im Öl-, Gas-, Metall- und Kohle-Sektor. Der Gewinn wird normal versteuert und die Steuern fließen in Euren Landeshaushalt. Zwingt die Firma zu einer totalen Veröffentlichung aller Einnahmen und Ausgaben im Internet und ihr ertrinkt in Investoren.

    Ich würde eine Stückelung mit 500 Euro-Anteilsscheinen und einer – nach der Investitionsphase – Verzinsung von 5% locken und/oder einer Gewinnbeteiligung.

    Lasst Euch von Energean Oil & Gas im Golf von Kavala http://www.energean.com/ zeigen,
    wie man die Sachen hochpumpt und dann aktiviert Ihr eure Tankerflotte wieder und verkauft den Deutschen Eurer Öl. Eurer Gas könnt ihr ganz einfach ins europäische Gas-Netz speisen – da ist Griechenland sowieso ein Hauptknotenpunkt in Südeuropa.

    Ihr Griechen müsst nicht leiden – ihr müsst lediglich wie die Kanadier und Australier zu denken anfangen. Einfach unter die eigenen Füße blicken und die eigenen Ressourcen heben. Genau diesen Blick habt Ihr Euch verschleiern lassen. Sofern Ihr des EUdSSR-Kaisers nicht existierende Kleider und seinen widerlichen EUdSSR’okraten-Schleier zerreist, seit ihr wieder freie Griechen mit eigener Phantasie und Zukunftsperspektiven.

    Ihr seid nämlich STRINKREICH, aber derzeit halt leider ein bischen insolvent…..

  6. Catalina
    16. Mai 2012, 23:14 | #6

    Danke Carlos, du sprichst mir aus der Seele!!
    In unserem Inselkrankenhaus werden momentan immer mehr Leute behandelt, die keine Krankenversicherung mehr haben. Es fragt schon niemand mehr danach. Die kranken Leute brauchen Hilfe und die kriegen sie!!!!

  7. Roditisa
    20. Mai 2012, 10:25 | #7

    Schoener Artikel.

    Ich gebe Dir in Teilen recht. Aber Du vergisst, dass das Land schon seit Jahrzehnten das grosse Problem von Korruption und Klientelismus mit sich rumschleppt. Ich lebe hier, ich musste im Krankenhaus 2 Stunden auf meine Vorsorgeuntersuchungen warten, trotz Termin, waehrend dauernd Leute vorgelassen wurden, die dem Arzt 50 Euro zusteckten. Ich bekam keine PDA zur Entbindung, weil ich den Anaesthesisten nicht bestochen hatte. Und das ist harmloser Kleinkram. Das Problem gehoert geloest, denn es hat dazu gefuehrt, dass es Kasten gibt, die unantastbar sind und den Staat ausrauben. Immer noch passiert das. Und das wird sich auch nicht mit der Einfuehrung der Drachme erledigen, sondern eher verstaerken, weil genau diese Kreise ihre Gelder mittlerweilen im Ausland haben und nach einer Waehrungsumstellung billig alles aufkaufen koennten, was ihnen strategisch nuetzt, um ihre Macht zu zementieren.

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