Versorgungsprobleme bei Krebsmedikamenten in Griechenland

13. Mai 2012 / Aufrufe: 383

In Griechenland erlag ein Krebspatient seiner Krankheit, die Genehmigung seiner dringend benötigten Medikamente wird jedoch 40 Tage nach seinem Tod immer noch bearbeitet.

Eine unglaubliche Geschichte, die zum wiederholten Mal die Analgesie der Gesundheits- und Behandlungsmechanismen gegenüber unmittelbare Hilfe bedürfenden Patienten aufzeigt, stellt jene eines 60-jährigen Krebspatienten aus dem Gebiet bei Pyrgos in Griechenland dar, der vor 40 Tagen verstarb, während bei dem neuen Nationalen Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) immer noch die Genehmigung seiner Medikamente anhängig ist.

Das „Abenteuer“ des 60-Jährigen begann, als sein Versicherungsträger TEWE in den EOPYY eingegliedert wurde. Vorher erhielt er seine kostspieligen Medikamente zur Behandlung der Krebserkrankung ganz normal mit seinem Versicherungsheft. Mit der Zusammenlegung der Kassen Anfang 2012 wurde jedoch von ihm verlangt, die erste und letzte Biopsie beizubringen. Der Patient reichte die Befunde umgehend ein, woraufhin ihm von den Sachbearbeitern des EOPYY beschieden wurde, er müsse von dem „Rezept-Ausschuss“ untersucht werden, um die benötigten Medikamente zu erhalten.

Der Mann erklärte betroffen, dann eben den Bescheid abwarten zu werden. Seine Krankheit verschlimmerte sich jedoch und vor 40 Tagen schied er aus dem Leben, ohne bis dahin benachrichtigt worden zu sein, wann er vor dem Ausschuss erscheinen soll, um die teuren Medikamente bewilligt zu bekommen, die er sich auf eigene Kosten nicht leisten konnte.

Gewisse Spezialisten, denen der Fall bekannt ist, erachten, dass der Zeitraum, über den der Patient ohne Medikamente blieb, für sein Leben entscheidend war. Wegen der Art der Krankheit kann natürlich niemand vorwegnehmen, was geschehen wäre, wenn der Patient die Medikamente erhalten hätte. Jedenfalls verwehrte der empfindungslose harte Bürokratie-Staat einem Menschen das Recht auf die Hoffnung, mit seiner Krankheit zu ringen und sein Leben zu verlängern.

Es sei angemerkt, dass in Griechenland im staatlichen Gesundheitssystem speziell bei teuren Krebsmedikamenten seit etlichen Monaten enorme Versorgungsschwierigkeiten bestehen, da Kassenrezepte für diese Medikamente im Rahmen der Bekämpfung missbräuchlicher Verschreibungen nur von Krankenhaus-Apotheken ausgeführt werden dürfen, die jedoch wegen ungeheurer finanzieller Probleme die Medikamente häufig nicht bereitstellen können.

(Quelle: Newsbeast.gr)

  1. Climateatheist
    15. Mai 2012, 15:19 | #1

    Es gibt bei international arbeitenden griech. Apotheken die Möglichkeit, sich aus dem Ausland (z.B. aus China von dort zertifizierten, also seriös arbeitenden Pharmafirmen) preiswerte Nachbauten europäischer Arzneimittel zu beschaffen. Die Chinesen selbst haben einige chin. Produkte, die de fakto unter Patentbruch europ. Firmen dort national nachgebaut wurden. Wer schlau ist und ggf. ein chin. Übersetzungsbüro dazwischen schaltet, kann ohne große Probleme entsprechende Analog-Medikamente importieren und einsetzen. Das kann im Einzelfall deutlich billiger sein als nach EU-Recht verkehrsfähige Mittel.
    Der Haken dabei ist, dass man für jeden Import ein ärztliches Attest benötigt und der Ablauf umständlich und zeitaufwendig ist. Man muss aber nicht warten, um erst zu sterben. Man kann auf dem Weg – je nach Produkt – bis zu 90% der Kosten im Vergleich zu einem europäischen Medikament einsparen. Problem ist, dass man in China sehr zuverlässige Übersetzer braucht, denn Medikamentenfälschungen werden auch in China häufig von der korrupten Bürokratur zugelassen, sofern die Waren nur exportiert werden.
    Man muss sich deshalb – so mache ich das in meinem Fall – auf nur innerhalb von China arbeitende Firmen konzentrieren, die eine nur kleine Exportabteilung haben. Die haben üblicherweise panische Angst davor, unlauter zu arbeiten, denn auf die Verbreitung gefälschter Medikamente steht in China das Exekutionskommando und das mag auch kein Chinese gerne.

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