Papadimos warnt vor völligem Zusammenbruch in Griechenland

27. Mai 2012 / Aufrufe: 433

Der ehemalige kommissarische Premierminister Lukas Papadimos warnte bereits nach den Parlamentswahlen am 06 Mai 2012 vor dem völligen Zusammenbruch in Griechenland.

In besonders düsteren Farben beschrieb Lukas Papadimos die volkswirtschaftliche Lage des Landes in einer geheimen Notiz, die er Karolos Papoulias am 11 Mai, also in der Zeit der Sondierungsaufträge zur Bildung einer Regierung übergab: „Das Land nähert sich dem Punkt des Zusammenbruchs.

Die Sonntagsausgabe der Zeitung To Vima (27 Mai 2012) präsentiert die Notiz mit den detaillierten Positionen des ehemaligen Premierministers bezüglich der wirtschaftlichen Lage, worin er unter anderem anführt:

  • Die Kassenbestände des Fiskus werden sich ab dem 20 Juni auf das negative Niveau in der Größenordnung von 1 Mrd. Euro gestalten.
  • Die reale Entwicklung bei den Steuereinnahmen erweist sich niedriger als vorgesehen, der Anstieg der Ausgaben dagegen größer als die Vorsehungen des zentralen Szenariums. Ab Mitte Juni wird der Fiskus folglich großen Schwierigkeiten bei der Deckung der gesamten Ausgaben begegnen.
  • Ab Ende Juni und danach wird die Fähigkeit des Fiskus zur Finanzierung seiner Bedürfnisse ausschließlich von der nächsten Tranche nächsten der EFSF und des IWF abhängen.
  • Die Liquidität des Banksystems ist in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft, mit dem Ergebnis, dass die griechischen Banken ausschließlich von der EZ und allgemeiner dem Euro-System gestützt werden.
  • Das Umfeld, in dem sich das Land bewegt, und die Anzweiflung seiner Fähigkeit, in der Eurozone zu verbleiben, kann in Kombination mit irgendeinem unvorhergesehenen Ereignis katalytische Auswirkungen auf die Liquidität der Banken, die Finanzierung der Wirtschaft und die globalere wirtschaftliche Aktivität haben.

Rückschließend verstärken die obigen Einschätzungen die Notwendigkeit der Schaffung von Umständen der Stabilität und des Vertrauens„, endet Herr Papadimos.

(Quellen: in.gr)

  1. Babbelnett
    27. Mai 2012, 20:35 | #1

    Tja, Papandreou, Venizelos und Papadimos haben die Staatsausgaben eben nicht im Ansatz ausreichend gesenkt und eine konsequente Verfolgung von Steuerhinterziehern erfolgte ebenfalls nicht.

    Die Herrschaften haben zwar versprochen, tausende nutzlose Beamtenstellen abzubauen, aber passiert ist nichts. Jetzt ist man eben pleite.

    Selbst schuld.

  2. Roditisa
    28. Mai 2012, 14:09 | #2

    @Babbelnett
    Wer ist selbst Schuld und woran? Ist mein Mann selbst Schuld, wenn er im Juli kein Gehalt mehr bekommt? Worin besteht seine Schuld? Ist meine Tochter selbst Schuld, wenn sie im September keine Schule besuchen kann, weil es keine Lehrer gibt, wenn es keine Buecher gibt?

    Die zynischen Kommentare aus Deutschland finde ich immer sehr erschreckend. Man hat den Eindruck, „die Griechen“ sind keine Mitmenschen, bzw. aus einer Art Sippenhaft heraus sei es gerechtfertigt, Menschen die Grundrechte zu nehmen, weil ihre Elite sich unmoralisch und unverantwortlich verhalten hat. Man goennt es den Menschen hier offensichtlich, dass es ihnen schlecht geht.

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