Ergebnis der Parlamentswahlen Mai 2012 in Griechenland

7. Mai 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 5.863

Das Ergebnis der Parlamentswahlen in Griechenland am 06 Mai 2012 zeigt einen imposanten Anstieg der Linken, aber auch den Einzug der Rechtsradikalen ins Parlament.

Wie aus den vorläufigen Ergebnissen der Parlamentswahlen am 06 Mai 2012 hervorgeht, straften die griechischen Bürger die beiden traditionellen Regierungsparteien Nea Dimokratia und PASOK hart ab und bescherten dem – gegen das Memorandum gerichteten – Parteibündnis „Koalition der Radikalen Linken“ (SYRIZA) einen imposanten Aufstieg. Auf der Gegenseite erfuhr auch die rechtsradikale Chrysi Avgi („Goldene Morgenröte“) einen beachtlichen Zustrom und wird mit 21 Abgeordneten in das neue griechische Parlament einziehen.

Die nachstehend abgebildeten Ergebnisse beziehen sich auf den Stand der Auszählung am 07. Mai 2012, Ortszeit (GMT + 2). Die Differenz gegenüber den Parlamentswahlen 2009 ist absolut (also nicht als relative Änderung) zu verstehen. Ergänzend sei angemerkt, dass eine Partei für den Einzug in das griechische Parlament wenigstens 3% aller abgegebenen gültigen Stimmen benötigt. Die Angabe „No Seats“ bezieht sich die Summe der Stimmen der Parteien, welche an der 3%-Hürde scheitern. Zur Anzeige der Parteinamen den Mauszeiger bitte auf das jeweilige Partei-Logo führen.

Informationen zu den einzelnen Parteien bietet der Beitrag 32 Parteien kandidieren bei Parlamentswahlen 2012 in Griechenland.

Wahlergebnis in Griechenland vom 06 Mai 2012

ND - Nea Dimokratia SYRIZA - Bündnis der Radikalen Linken PASOK - Panhellenische Sozialistische Bewegung Unabhängige Griechen KKK - Kommunistische Partei Griechenlands Chrysi Avgi - Goldene Morgenröte Demokratische Linke Ökologen - Grüne LAOS - Orthodoxer Volksalarm Demokratische Allianz Δημιουργία Ξανά! - Wiedererschaffung! Aktion - Libelare Allianz

(Quelle: Dolnet.gr)

  1. Griechin62
    6. Mai 2012, 23:40 | #1

    Συγχαρητήρια προς τον ελληνικό λαό!!! Herzlichen Glückwunsch dem griechischen Volk!!

  2. Babbelnett
    7. Mai 2012, 00:01 | #2

    Griechenland scheint im Chaos zu versinken.

    Wenn ich dieses links- und rechtsradikale Votum betrachte, kann ich nur den Kopf schütteln.

    Glaubt wirklich irgendein Grieche, dass dieses Gesindel auch nur einen einzigen Arbeitsplatz schaffen kann?

  3. Heinz
    7. Mai 2012, 01:32 | #3

    @Babbelnett

    Jetzt wollen wir doch mal auf dem Boden bleiben. Das hätte auch viel schlimmer kommen können. Insofern stimme ich Griechin62 voll zu.
    „Lustig“ allerdings ist das Wahlrecht, das dem Wahlsieger noch zusätzlich 50 Sitze zugesteht. Da haben sich die beiden großen Parteien irgenwann mal ein Wahlgesetz nach Gutsherrenart beschert. Jetzt allerdings wird trotzdem die Statik verschoben, denn keiner von beiden kann mehr alleine regieren. Und wenn nicht gerade PASOK und ND zusammen gehen, werden die Mitregierenden auf einer Änderung des Wahlrechts bestehen. Das wird der Preis für eine Koalition sein. Mit Recht. Tut das keine von den kleinen Parteien, dann sind sie unfähig.
    Es werden auf jeden Fall lange Verhandlungen anstehen, immer unter dem Druck der wirtschaftlichen Situation. Mal sehen, wer sich als größter Wendehals heraus stellen wird.

  4. Sundance
    7. Mai 2012, 05:57 | #4

    OT. sorry aber ich habe mal eine Frage zum Wahlsystem in Griechenland Da steht im Netz-Handelsblatt“ folgendes:
    –Zitat–Stärkste Partei wurde die pro-europäische konservative Nea Dimokratia mit etwa 19 Prozent und 109 Sitzen im 300 Mandate umfassenden Parlament. Sie büßte damit gegenüber der Wahl vom Oktober 2009 fast 15 Prozentpunkte ein und verfehlte deutlich ihr Wahlziel, die absolute Mehrheit der Mandate. Auf dem zweiten Rang lag das europa-kritische „Bündnis der radikalen Linken“ mit 16 Prozent und 50 Mandaten.–Ende–

    Also mit 19% bekommt man 109 Sitze und mit 16% nur noch 50 Sitze???
    Druckfehler oder stimmt das ?

  5. admin
    7. Mai 2012, 06:23 | #5

    @Sundance
    Gemäß dem derzeit in Griechenland geltenden Wahlgesetz (… das unverblümt für das traditionelle „Zwei-Parteien-System“ maßgeschneidert wurde …) erhält die stärkste Partei (jedoch nicht ein „Wahlbündnis“!) – und zwar ungeachtet des landesweit erzielten Stimmanteils – von den insgesamt 300 verfügbaren Mandaten 50 Sitze als „Bonus“, um ihr die Bildung einer „starken“ Regierung zu ermöglichen.

  6. nikos
    7. Mai 2012, 08:25 | #6

    chaos sieht anders aus! das volk hat in einer freien und demokratischen wahl entschieden!

  7. Odysséas Oplítis
    7. Mai 2012, 09:30 | #7

    Wenn die ND den Zuschlag in Höhe von 50 Sitzen bekommt, hat sie 158 Sitze – die absolute Mehrheit also. Oder kann ich nicht rechnen?
    Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich ND und PASOK die „Demokratische Linke“ auf das Regierungsschiff holt. ADMIN hat recht. Die werden als erste Bedingung stellen, dass im alten Wahlgesetz die 50-Mandate-Regelung fällt.

  8. CYR
    7. Mai 2012, 10:02 | #8

    @Babbelnett

    Die Griechen glauben an nichts mehr.

    Das alte Gesindel das regierte, hat locker hunderttaussende Arbeitsplätze schon vernichtet.

    Warum die noch einmal wählen?

  9. V99 %
    7. Mai 2012, 10:25 | #9

    Jetzt sind wieder die eigentlichen Mitverursacher die „staerkste“ Partei. Im Grunde hat sich das Theater wieder nur umgedreht von PASOK auf ND. Selbst das „Wahlsystem“ ist von denen um 50 Mandate betrogen worden. Das wird ein schoenes Chaos im Parlament geben und aendern kann sich so nichts. Was die Wahlbeteiligung angeht, habe ich das gefunden:
    Nu 65 Prozent gehen wählen – trotz Wahlpflicht
    Nicht nur die Politiker verweigerten sich, auch die Wähler blieben trotz gesetzlicher Wahlpflicht zum großen Teil den Urnen fern. Lediglich knapp 65 Prozent gingen an die Urnen. Die geringe Wahlbeteiligung wird auch der Tatsache zugeordnet, dass vielen schlicht das Geld für die Anfahrt fehlte. In Griechenland wählen die meisten traditionell am Geburtsort, der nicht immer dem Wohnort entspricht.

    Jetzt habe ich auch mal eine Frage:
    Haben Auslaender in GR eigentlich ein“Wahlrecht“?
    Oder wird die „demokratische“ Meinung der Nazis geteilt?

  10. Griechin62
    7. Mai 2012, 10:39 | #10

    @Heinz

    Mein Kommentar war eher ironisch gemeint.

    ND, PASOK, KKE, SIRIZA, UNABHÄNGIGE und ganz besonders die XRISI AUGI ins Parlament zu befördern, ist keine gute und kluge Wahl!! Meine Prognose ist, dass das Chaos weiter gehen wird und es schlimmer werden wird!!
    Für mich haben die Medien versagt und dazu beigetragen, dass so was wie die XRISI AUGI ins Parlament kommt. Ich schäme mich und empfinde Wut darüber, dass so was in GR überhaupt möglich ist!! Was für ein Widerspruch; den Finger auf Deutschland zeigen, hetzen und selber die Nazis ins Parlament holen. Pfui!!
    Und dieses Wahlgesetzt ist sowieso eine Lachnummer, dass hat es überhaupt möglich gemacht, dass Jahrzehnte lang dieses bescheuerte “Zwei-Parteien-System” funktionierte!!
    Auch die Wahlstimmzettelarie ist ein Witz und absolut ungerecht und undemokratisch, es haben nicht alle Parteien die gleichen Möglichkeiten der Bekanntmachung und es gibt nur dort Stimmzettel der jeweiligen Parteien wo auch ein Abgeordneter ist.
    Laut die Aussagen meines Mannes, der Deutscher ist, ist es in Deutschland anders; ein Stimmzettel wo alle Parteien drauf sind und alle die gleichen Wahlkampf und Möglichkeiten der Bekanntmachung haben und vor allem Briefwahlmöglichkeit!?

  11. Ariadne
    7. Mai 2012, 11:23 | #11

    @nikos
    Ähh…was genau hat denn das griechische Volk „in einer freien und demokratischen Wahl entschieden“? – Dass es im Euro bleiben, aber die Bedingungen dazu nicht einhalten will? Dass es die Verträge mit EU, EZB und IWF neu verhandeln will? – Wissen die Griechen nicht, dass es zu Verhandlungen immer 2 Parteien braucht? – Ich fürchte, es wird nichts zu verhandeln geben, denn die anderen in Bedrängnis geratenen südlichen Länder werden – zurecht – nicht verstehen, weshalb man einem Land weitere Milliarden geben sollte, das sich weigert, die dafür notwendigen Bedingungen zu erfüllen und bestehende Verträge einzuhalten. Träum‘ weiter, Griechenland…

  12. Heinz
    7. Mai 2012, 11:54 | #12

    @nikos

    So ist es. Und richtige Demokraten akzeptieren die Wählerentscheidung.

  13. Sundance
    7. Mai 2012, 12:15 | #13

    Aha, verstehe ! Voll Demokratisch, wie das Scherbengericht, der Wiege der Demokratie! Wurde die eigentlich gleich anschliessend mit den Scherben begraben ?

  14. Oniro
    7. Mai 2012, 14:36 | #14

    Ich kann diese Kommentare nicht verstehen, tut mit leid.
    Dem Griech.Volk ist NICHT zu gratulieren.
    Eindeutig eine Abwahl für Europa.
    Hätte man Papandreos Vorschlag einer Volksabstimmung damal nachgegeben wäre es ein Erfolg für GR gewesen.
    Last sie endlich gehen, wie sagt Dalaras in einem Lied: Omorfie and paraxini Padrida !!!
    Schade, da ein schönes Land.

  15. Athanasios
    7. Mai 2012, 16:25 | #15

    @Babbelnett

    Gesindel waren die Demokratische Parteien in Griechenland
    Als logischer Mann muss du wissen, dass nicht die Politische Richtung, sondern
    die Menschen hinter der, den Wert bestimmen werden!
    Bis jetzt haben sich nur die großen Demokratieschen Parteien als Gesindel erwiesen
    und egal wie lange noch du dein Kopf schüttelst, ändert das nicht die tatsachen.
    Und was Griechenland braucht ist eine Radikale Veränderung!

  16. Konstantin
    7. Mai 2012, 17:24 | #16

    Herzlichen Glückwunsch dem Volk in Griechenland. Ich hoffe das durch eure Stimmen etwas im politischen System verändert werden kann. Die Herrschaft von Pasok und N. Demokratia ist gebrochen, nun müssen Gesetze geändert werden. Wie zum Beispiel der Bonus der 50 Sitze für den Sieger. Ich hoffe das es auch geändert wird das korrupte Politiker und deren Helfer straffrei ausgehen können. Und das Beamte die zwar eingestellt wurden aber nichts tun, entlassen werden dürfen.
    Leider wird es schwer ohne die EU-Hilfen Griechenland nach vorne zu bringen, aber immer weiter Schulden machen und nichts ändern bringt noch weniger.
    Endlich mal wieder eine DEMOKRATISCHE-WAHL.
    Wir in Deutschlan hinken da noch was hinterher. Mal wählen wir CDU mit Anhang mal SPD mit Anhang und wenn es einer der beiden nicht schafft, regieren die zusammen.
    Hoffe die Welt orientiert sich an Griechenland, das die Macht vom Volke ausgeht und das Volk doch was verändern kann wenn es mit denkt.

  17. Mark
    7. Mai 2012, 18:15 | #17

    Das griechische Volk hat in seiner Gesamtheit entschieden. Nur WAS hat es entschieden ???

    SYRIZA = leicht verpackter Kommunismus. Wir werden alle Beamte und gut ist (Geld ist ja genug da)
    AN.EL = uns können alle mal den Buckel runterrutschen den wir sind Griechen und die ganze Welt schuldet uns was. Im notfall kann man ja lizenzgebühren für die benutzung des griechisches Alphabets verlangen. Wird milliarden bringen 😉
    KKE = Diktatur des Proletariats (eine eindeutig Verfassungsfeindliche Partei!!!!)
    X.A. = lang lebe der Führer (auch eindeutig Verfassungsfeindlich!!!!)
    DIMAR = gemäßigter linker der sich nicht wirklich traut verantwortung zu übernehmen.
    PASOK = sozialistische partei (NICHT Sozialdemokratisch!!!!). Die große Partei des griechische Niedergangs.
    ND = konservativ/national (NICHT Wirtschaftsfreundlich !!!!) Dank Karamanlis & Samaras, die zweite große Partei des griechischen Niedergangs.

    Die Wirtschaftsfreundlichen und Veränderungswilligen Parteien sind ALLE an der 3% Hürde

    Zusammengefasst, nichts neues in Griechenland. Gewählt wird der der die größten Märchen erzählt.
    Wer „Tränen und Blut“ fordert wird abgestraft. Den bekanntlich ist der Grieche nie selbst schuld an seiner misere sondern immer andere!!

  18. Michael
    7. Mai 2012, 19:28 | #18

    @Babbelnett
    Nichts für ungut, aber das korrupte Gesindel hat dieses Mal trotz seiner faulen Tricks mit 50 Gratissitzen keine Mehrheit bekommen. Da hilft nur Neuwahl mit 10%-Hürde. Nachweislich haben die Vorgängerregierungen weniger Arbeitsplätze geschaffen, als vielmehr Wohltaten unter ihren Vasallen verteilt und Griechenland in den Ruin gewirtschaftet.

  19. Mytos01
    7. Mai 2012, 22:04 | #19

    Ich verstehe die Aufregung nicht. Was habt Ihr erwartet? Wo waren die Perspektiven? Die Leute kennen nichts anders als Klientel-Politik. Mit gelebter Demokratie kann hier doch keiner mehr etwas anfangen. Man zieht sich gegenseitig demokratisch das Geld aus der Tasche. Die Leute haben noch gar nicht begriffen dass sie längst über den Abgrund hinaus im freien Fall sind. Wo wäre GR ohne die EU und ohne den Euro? Blablaba…
    Führer konnte mit dem Druck von frischen Drachmen alles unter den Flokati gekehrt werden.
    Das Griechische Volk hat entschieden – Es wird sich nichts verändern. Auch ohne EU und
    Euro würde GR volkswirtschaftlich heute genauso ruiniert dastehen.

    Das Bildungs- Niveau sinkt seit Jahren dramatisch. Die Gier frisst Hirn Mentalität ist wie immer an der Tagesordnung. Immer mehr Familien brechen durch Ab und Auswanderung wie in den 50er & 60 er Jahre auseinander. Nur mit dem Unterschied dass die Gebildeten und Akademiker mit der Faust in der Tasche Ihr Land verlassen und nicht wie damals mit der Hoffnung nur vorübergehend in der Fremde zu bleiben das Land verlassen.

    Wann wird endlich begriffen dass der Grieche nicht gerettet werden will. Seit hunderten von
    Jahren lebt er nun schon selbstverliebt und selbstherrlich in seiner eigenen tragischen und lethargischen Komödie.

    Es gibt nicht nur schwarz oder weiß – hopp oder topp – Das dazwischen ist der Griechische Spririt, und der lebet in jedem von uns ein kleines bisschen. Die Griechen haben schon immer
    auf irgendeine Art und Weise Europa gestaltet. Vielleicht sind sie uns mal wieder um Längen voraus und der Rest hat es nur noch nicht begriffen.

  20. Griechin62
    7. Mai 2012, 23:27 | #20

    @Mark

    „Die Wirtschaftsfreundlichen und Veränderungswilligen Parteien sind ALLE an der 3% Hürde“

    Genau richtig beobachtet!! In der 2-3% Parteien steckt mehr Hirn drin, als in den Rest zusammen!

    Die reden und reden und reden ganz laut, was alles für Fehler aus dem Ausland kommt, aber was man alles im Lande verändern müsste damit es endlich nach vorne geht, wird wenn überhaupt ganz klein und leise geflüstert.

  21. Akis
    8. Mai 2012, 00:45 | #21

    Odysséas Oplítis :
    Wenn die ND den Zuschlag in Höhe von 50 Sitzen bekommt, hat sie 158 Sitze – die absolute Mehrheit also. Oder kann ich nicht rechnen?
    Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich ND und PASOK die “Demokratische Linke” auf das Regierungsschiff holt. ADMIN hat recht. Die werden als erste Bedingung stellen, dass im alten Wahlgesetz die 50-Mandate-Regelung fällt.

    Die Rechnung lautet 59 Sitze plus 50 Bonussitze gleich 109 Sitze.

    Grüße, Akis!

  22. Akis
    8. Mai 2012, 00:54 | #22

    Hallo!

    Meiner Meinung nach braucht GR direkt wieder Neuwahlen mit einem noch deutlicheren Ergebnis, eine Koalition ist so unmöglich! Und das Wahlgesetz (plus 50 Sitze für die stärkste Partei) muss geändert werden!

    Die linke SYRIZA (nach aktuellem Wahlergebnis an 2. Stelle) muss einen klaren und eindeutigen Wahlkampf gemeinsam mit den anderen Linken, Grünen und Piraten als neue nationale Einheit machen, um eine Koalitionsregierung bilden zu können.

    Die passende Formel der griech. Zukunft stelle ich mir dann wie folgt vor:

    1. Ausschaltung der korrupten „sozialdemokratischen“ PASOK und der konservativen NEA DIMOKRATIA als mögliche Regierung,

    2. GR geht aus dem Euro raus und macht damit sofort 100% Zahlungsstopp und einen echten „Schuldenschnitt“,

    3. Rücknahme der unmöglichen Sparmaßnahmen, Stopp der Privatisierungen von öffentl. Eigentum,

    4. Rückbesinnung auf Landwirtschaft/Handwerk und sonstige Wirtschaftszweige – verbunden mit einem cleveren Marketing (nach Vorbild der Italiener) – z. B. preiswert. Obst, Gemüse, Fleisch, Getreide, Molkerei/Käse, Fisch, Wein/Schnaps, Oliven/-öl, Baumwolle, Textilien, Schuhe und Baustoffe,

    5. Neuausrichtung auf Tourismus, Kultur, Umweltschutz, Infrastruktur-MOD und erneuerbare Energien mit fairen internationalen Partnern,

    6. Annäherung und Frieden mit der Türkei, Einstellung des Wettrüstens, klare Aufteilung der neuen Erdölresourcen und deren gemeinsame Förderung,

    7. Versteuerung der, in die Schweiz und sonst. Ausland verschobenen, 3stelligen griech. Milliardensummen, Versteuerung von Luxusimmobilien, Rücknahme MwSt.-Erhöhung, Durchsetzung der allg. Steuergesetze und Pflicht zur Steuererklärung,

    8. Austausch, Neubesetzung und Verschlankung des Beamtenapparates mit hochqualifizierten, fertigen StudentInnen und erfahrenen MitarbeiterInnen der Bürgerbüros, komplette Neustrukturierung der Ämter Finanzen, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Verkehr, Verteidigung usw. mit internationaler „Patenhilfe“,

    9. Stärkung der Bildungs-, Gesundheits- sowie Rentensyteme.

    Auch die Menschen in Deutschland und Europa haben ein wichtiges Interesse an einer Normalisierung und Genesung GR! Ein möglicher Bürgerkrieg wäre eine echte Katastrophe!

    Grüße, Akis!

  23. Heinz
    8. Mai 2012, 01:12 | #23

    Dann sagt mir doch einmal, weshalb die Griechen die Parteien mit „Hirn“ nicht gewählt haben. Welchen Einfluss hat die Presse? Was will die?
    Und weshalb sind die Grünen ohne Chance? Für ein Land mit soviel Fremdenverkehr wäre das eine große Möglichkeit, Gäste (mit Geld) zu empfangen. Die wollen kein All inclusive.
    Dann gibt es jede Menge Deutsche die ich kenne, die z.B. auf Kreta gerne wandern würden. Nur: Die Infrastruktur dafür und die entsprechende Einstellung der Gastgeber vor Ort zu diesem Thema ist gleich null. Auch diese Leute würden gerne Geld liegen lassen. Wieso werden solche Chancen nicht genutzt, sondern immer weiter Bettenburgen in die Gegend gestellt? Spanien hat doch gezeigt, dass das nicht gut gehen kann. Die Immobilienpleite dort hat gigantische Ausmaße angenommen.

    Wo bleiben also die lukrativen Ideen für den Fremdenverkehr? Alte betriebswirtschaftliche Weisheit: Ohne Investition kein Umsatz resp. kein Gewinn.

  24. Heinz
    8. Mai 2012, 01:24 | #24

    @Akis

    Nun, wenn Punkt 2. durchgezogen wird, was Griechenland natürlich offen steht, welchen Wert soll dann die neue Währung haben? Und wer soll dann noch Geld leihen, wenn derjenige damit rechnen muss, dass er es nie wieder bekommt? Probieren Sie es doch mal selbst im Privaten. Die letzte Chance ist dann der Wucherer. Wollen Sie das?
    Alle anderen Punkte, denen ich voll zustimmen würde, können Sie dann vergessen. Das ist ja die Crux. Es muss beides kommen: Ihre Punkte von 1 bis 9 ohne Punkt 2 und die Rückzahlung der Restschulden. Wir dürfen ja nicht vergessen, wie viel schon gestrichen sind. Das sollte nicht immer unter den Tisch gekehrt werden.
    Bisher allerdings wurde immer versucht, schuldenfrei zu werden ohne die Änderungen. Das wird wohl nix. Der Rest Europas ist ja nicht mit dem Klammerbeutel gepudert.

  25. Rico Coracao
    8. Mai 2012, 03:06 | #25

    Die Wahlergebnisse sind eigentlich in dieser Situation fast normal, 6% Rechte hatten wir auch schon hier in Deutschland.. Die neue linke könnte doch mit Duldung der Pasok eine Minderheitsregierung bilden, und ja, raus aus dem Euro, der die Griechen knebelt.. ich sehe gute Chancen, nach dem Euro wieder auf die Beine zu kommen, flexibel und frei.. die ersten 2 Jahre werden dann noch härter aber dann geht es wirklich bergauf und ihr beginnt sofort mit Umstrukturierung, Griechenland hat so viele Chancen wenn es frei ist, z.B. könnten sie auf absoluten Solarstrom umstellen, sogar exportieren.. es gibt schon einige Modelle, aber durch den Euro ist Griechenland für Investoren zu teuer, für den eigenen Export auch..und den Touristen.. Ok, Importprodukte sind dann natürlich sehr teuer aber das fördert auch den Binnenmarkt.. ich denke es wäre besser für Griechenland, 2 harte Jahre mehr aber dann gehts für die Kinder wieder bergauf..ansonsten vegetiert Griechenland noch 10 Jahre so weiter und geht völlig vor die Hunde

  26. Odysséas Oplítis
    8. Mai 2012, 07:47 | #26

    Akis :

    Odysséas Oplítis :
    Wenn die ND den Zuschlag in Höhe von 50 Sitzen bekommt, hat sie 158 Sitze – die absolute Mehrheit also. Oder kann ich nicht rechnen?
    Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich ND und PASOK die “Demokratische Linke” auf das Regierungsschiff holt. ADMIN hat recht. Die werden als erste Bedingung stellen, dass im alten Wahlgesetz die 50-Mandate-Regelung fällt.

    Die Rechnung lautet 59 Sitze plus 50 Bonussitze gleich 109 Sitze.
    Grüße, Akis!

    Danke, Akis. ich hatte übersehen, dass die 50 zusätzlichen Mandate gleich mit in die Tabelle eingearbeitet waren.
    Wie ich heute am Montag Abend erfahre, ist Samarás erstmal gescheitert, eine Regierung zu bilden. Ab Donnerstag Nachmittag ist Syriza dran, den Versuch zu starten. Es bleibt spannend …

  27. Elgreco
    8. Mai 2012, 09:39 | #27

    @Rico Coracao

    „ansonsten vegetiert Griechenland noch 10 Jahre so weiter und geht völlig vor die Hunde“

    Vielleicht ist es so gewollt, schon mal drüber nachgedacht ? Solange sich alle Augen nach Griechenland richten, sind andere EU Staaten außerhalb des Schußfeldes. Außerdem profitiert Frankreich und vor allem Deutschland von sehr niedrigen Zinsen. Deutlich mehr als die Kosten für das Rettungspacket. Für manche Staaten ist es nun mal lukrativer diesen Zustand der Verunsicherung möglichst lange zu erhalten. Informiere dich man und vergleich die Zahlen doch mal.

  28. Kerberos
    8. Mai 2012, 15:03 | #28

    Das Problem ist der immer mehr krisenhafte und versagende Kapitalismus insgesamt, besonders krass sichtbar, seit die neoliberale Ideologie die bloße Kapitalverwertung als einzig vorstellbares Prinzip von Ökonomie offen durchsetzt und jede Vernunft und alle Regelungs- und Kontrollmöglichkeiten für das Kapital außer Kraft gesetzt hat. Sichtbar geworden hier am Beispiel des Euro, der ohne den Verbund innerhalb einer Transferunion die ökonomisch stärksten Länder der EU befähigte, die kleinen und weniger kräftigen Ökonomien in der EU erst niederzukonkurrieren (Exportweltmeister vs. Handelsdefizit) und auszubluten und gleichzeitig an den gern gegebenen Krediten so lange auch noch prächtig zu verdienen, bis nix mehr geht. Rendite über alles. Dieses Konzept ist gescheitert. Das haben die Griechen wohl verstanden und die Parteien (zu Recht) abgestraft, die dieses Spiel lange Zeit im braven „demokratischen“ Schaukampf gespielt haben. Verstanden haben sie die in ihrer Mehrheit die Zusammenhänge aber noch nicht wirklich, sonst hätten sie die gewählt, die diesen Zusammenhang als einzige erkennen und ihrer Politik zu Grund legen. Das Problem wird natürlich eh nicht damit gelöst, das die Griechen irgendetwas wählen. Vor allem wer in Syriza mehr sieht als eine nette sozialdemokratische Partei, die der Illusion hinterherläuft, sozialdemokratische Politik besser machen zu können als die Pasok, macht sich was vor. Wer in Wahlen mehr sieht, als einen Ausdruck der politischen Reife der Menschen, vor allem, wer glaubt, in Parlamenten würden politische Richtungsentscheidungen getroffen, der macht vor den realen Kräfteverhältnissen keine Ahnung, der will nicht sehen, dass eine Merkel oder auch ein Sarkzy oder demnächst Hollande nur Vollstrecker der Interessen der Großkonzerne und -banken sind, die Ackermann in denkenswerter Offenheit formuliert hat: 25% Rendite. Diese Zusammenhänge sollen nicht erkannt werden, bei uns nicht und auch in Griechenland nicht. Dazu haben die Medien aller Orten alles gegeben. Daher Dank an die KKE, die trotzdem ihre solide Basis noch ausgebaut hat und nicht auf nette linke aber konsequenzenlose Propaganda hereingefallen ist und weiß: Im System des Kapitalismus gibt es keine Lösung im Sinne der Menschen.

  29. Jörg
    9. Mai 2012, 12:04 | #29

    @ Kerberos genauso wie dein Beitrag auch nur Propaganda ist !

  30. 9. Mai 2012, 15:35 | #30

    @Kerberos

    das sagt ja auch schon das Wort

    KAPITAL-ISMUS…Geld, Geld und nochmal Geld…..Gewinn, Gewinn und nochmals Gewinn

    auf dem Ruecken der Menschen…..denn der zaehlt doch schon lange nicht mehr…..an den denkt man ab und zu……wenn z.B. Wahlen sind….

  31. Kerberos
    10. Mai 2012, 18:10 | #31

    @ Jörg

    Argumente und Fakten sind die beste Propaganda. Wichtig für die Menschen in Griechenland ist jetzt, nicht vergebliche Hoffnungen auf eine Änderung der Politik zu setzen, sondern selber weiter aktiv wie bisher für ihre Interessen zu kämpfen. Das Wahlergebnis zeigt, dass sich im Bewusstsein der Menschen schon etwas bewegt hat, weil sie sich selber bewegt haben, sie laufen offenbar immer weniger hinter der Art Politik her, die nicht ihre Interessen, sondern die der Großkonzerne und -banken vertreten. Eins ist klar: Die Verhältnisse ändern können nur sie selber, es wird niemand für sie machen, vor allem nicht die offizielle Politik oder das Parlament.

  32. Climateatheist
    10. Mai 2012, 20:14 | #32

    @all
    Warum hat keine der bei dieser Wahl antretenden Parteien (zumindest aber die SYRIZA) nicht umgehend Klage gegen das 50-Mandats-Bonus-Gesetz eingereicht? Es ist ein blütenrein undemokratisches Gesetz, dass jedem Wahlrecht Hohn spottet. Dagegen müsste doch eine einstweilige Verfügung (ggf. vor dem EuGH) möglich sein. Gab’s in der Richtung keine juristischen Initiativen und falls ja, wie gingen diese aus?

    Warum ist gegen die Pflicht zur Wahl am Geburts- und nicht am Wohnort nicht geklagt worden? Auch dies ist ein eindeutiger Verstoß gegen jedes normale Wahlrecht. Gab es dazu keine Gesetzesinitiativen bzw. juristische Vorstöße?

  33. Konstantin
    10. Mai 2012, 23:02 | #33

    @Climateatheis

    Soweit ich weiß, muß man dort wählen wo man gemeldet ist. Zumindest ist das so für Griechen die im Ausland leben. Wenn ich in Griecheland wählen wollte, müsste ich bis Athen fliegen und dann 400 Km mit dem Bus fahren, übernachten und wieder zurück.
    Ich finde es unmöglich das Griechen im Ausland nur so wählen dürfen, das müsste über Briefwahl in den Konsulaten möglich gemacht werden.

    Der 50 Mandats Bonus, das stimmt dagegen sollte umgehend geklagt werden. Das ist ein Joker für Nea Demokratio und Pasok, den die sich selbst gebastelt haben.

  34. 10. Mai 2012, 23:16 | #34

    @ Climateathei

    1) ich habe im gestern und auch heute im TV von Mitgliedern der SYRIZA gehoert, dass sie dafuer eintreten, dass dieser Bonus abgeschafft werden soll! Mal sehen was sich da entwickelt.
    2) angemeldet ist jeder Grieche/in an seinem Geburtsort….er/sie hat die Moeglichkeit sich umzumelden, an den jeweiligen Wohnort…..und koennte dann ohne weiteres auch an seinem Wohnort waehlen. Wer also noch in seinem Geburtsort waehlt und einen anderen Wohnort hat, hat sich eben nur noch nicht umgemeldet. (Gilt aber natuerlich nur fuer Griechenland) und das sind eben nicht wenige!

  35. Climateatheist
    15. Mai 2012, 10:05 | #35

    >@Kerberos
    >Das Problem ist der immer mehr krisenhafte und versagende Kapitalismus insgesamt,

    Lass es mich mal ganz deutlich sagen: der Hauptgrund, warum die Politik derzeit versagt, ist, dass Champagner-Sozialisten Deiner Provinienz nicht die einfachsten Basics von Wirtschaftslehre in der Schule beigebracht bekommen haben. Ich lernte noch das Fach Wirtschaftslehre in der 9. Klasse einer bayr. Realschule, bevor ich auf’s Gymnasium wechselte.

    >Sichtbar geworden hier am Beispiel des Euro, der ohne den Verbund innerhalb einer >Transferunion die ökonomisch stärksten Länder der EU befähigte, die kleinen und weniger >kräftigen Ökonomien in der EU erst niederzukonkurrieren (Exportweltmeister vs. >Handelsdefizit) und auszubluten und gleichzeitig an den gern gegebenen Krediten so >lange auch noch prächtig zu verdienen, bis nix mehr geht.

    Auch das ist falsch. Das Grundproblem der Diskrepanz zwischen Nord- und Süd-Euro-EU ist die Homogenisierung der Zinsen nach Euro-Einführung bei gleichzeitig auseinander driftender Inflation (geringer im Norden, stärker im Süden). Dadurch floßen Abermilliarden an Euro-Liquidität u.a. aus Deutschland in die GIPPS-Staaten, wo ein Kunst-Wachstum mit billigen Krediten erzeugt wurde. Dort wurden Schein-Investitionen (u.a. Immobilienblase und ineffiziente Wind-/Photovoltaik-Industrie) aufgebaut – übrigens auch von Linken wie Ihrer Provinienz, die den Unsinn verbreiteten, dass CO2 zu einer globalen Erwärmung führe und man deshalb verzweifelt ineffiziente Windmühlen in die Gegend stellen müsse, weil ja sonst die Welt unterginge. Hätte man besser Erdgas gefrackt oder Steinkohle in modernen Kraftwerken verfeuert! Und weil das nicht geschah, haben wir heute exakt den linkssozialistischen staatlich verursachten Interventionsunsinn in den südlichen EU-Staaten der Euro-Zone. Wir haben den in Deutschland übrigens auch, aber derzeit überdecken noch unsere Target-Kredit-Rückflüsse dieses Manko. Aber keine Sorge, die BRD wird in 1-2 Jahren auch zusammenbrechen. Man kann das jetzt schon am Horizont sehen.

    >Rendite über alles.

    Rendite war noch nie das Problem/Auslöser solcher heutigen Krisen. Das Kernproblem von Währungskrisen sind IMMER Inflations-Diskrepanzen und fehl-allokierte Finanzflüsse von Notenbanken zu den Geschäftsbanken und umgekehrt.

    >Diese Zusammenhänge sollen nicht erkannt werden, bei uns nicht und auch in >Griechenland nicht.

    Wenn Sie sich nicht ständig selbst in die champagner-sozialistische Tasche lügen würden, würden Sie die Probleme auch sofort erkennen. Sie müssten nur nach „Prof. Sinn Euro“ oder „Prof. Flassbeck Euro“ youtuben. Schon wüssten Sie, was wirkliche Fachleute von dem Problem halten und wo das Problem liegt. Das Problem liegt an Interventionisten wie Ihresgleichen mit dem Unterschied, dass Sie als Einzelperson nicht in einem Parlament sitzen. Aber sitzt Ihresgleichen mit Ihrer „Kompetenz“ in einem Parlament, kommt exakt der Mist raus, über den Sie sich heute hier lauthals beschweren. Und Sie merken das nicht mal mehr…..

    >Im System des Kapitalismus gibt es keine Lösung im Sinne der Menschen.

    Genau…. und deshalb führen wir jetzt den Champagner-Sozialismus eines Stalin ein, weil der ja so wahnsinnig erfolgreich war. Oder wir orientieren uns an Maos China oder rauchen dicke Havannas in Kuba oder gehen ins inflationäre Wunderland des Hugo Chaves, ja?

    Eigentlich hat meine Tochter, die BWL und Chinesisch studierte, absolut recht. Man müsste Ihresgleichen in der Schule zwingen, die Basics von BWL zu lernen. Jeder, der da schlechter als mit der Note Drei abschneidet, darf einfach die Schule nicht verlassen und wenn’s 100 Jahre dauert.

  36. Climateatheist
    15. Mai 2012, 10:21 | #36

    Konstantin :
    @Climateatheis
    Soweit ich weiß, muß man dort wählen wo man gemeldet ist. Zumindest ist das so für Griechen die im Ausland leben. Wenn ich in Griecheland wählen wollte, müsste ich bis Athen fliegen und dann 400 Km mit dem Bus fahren, übernachten und wieder zurück.
    Ich finde es unmöglich das Griechen im Ausland nur so wählen dürfen, das müsste über Briefwahl in den Konsulaten möglich gemacht werden.
    Der 50 Mandats Bonus, das stimmt dagegen sollte umgehend geklagt werden. Das ist ein Joker für Nea Demokratio und Pasok, den die sich selbst gebastelt haben.

    Konstantin, mein Problem ist ein Sprachliches. Ich kann schlicht kein Griechisch und kann damit das griech. Wahlrecht nicht lesen. Ich habe allerdings das verlogene Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gelesen, dass die Auslands-Griechen von der Wahl de fakto ausschließt -> http://eudo-citizenship.eu/docs/Sitaropoulos.pdf
    Wenn Sie zufällig eine engl. Übersetzung des griech. Wahlrechts mit dem 50-Mandate-Bonus im Netz finden könnten, wäre ich sehr erfreut. Es müsste allerdings ein offizielles Dokument sein und idealerweise auf einem Regierungsserver liegen. Ich habe bisher dergleichen nicht gefunden. Man müsste dann schlicht versuchen, eine Kampagne mit dem konkreten Paragraphen und dem in Deutsch übersetzten Rechtspassus aufzuziehen versuchen nach dem Motto: „Demokratie den Griechen!“ oder so….

    Man müsste sich ernsthaft überleben, wie es zu organisieren ist, dass man einen Fahrdienst z.B. von Athen aus in Privat-PKW’s zusammenstellt, die mit Billig-Flügen ein- und am gleichen Tag wieder abfliegenden Griechen erlaubt, ihren Wohnort zügig aufzusuchen.
    Ich wäre sofort bereit, privat nach Griechenland mit meinem PKW zu gondeln und dort ein paar Tage im Juni Urlaub zu machen und dabei der griech. Demokratie einen Gefallen zu tun. In mein Auto passen 4 Leute rein und da ich mit Autogas fahre, jucken mich die Spritkosten nicht sonderlich 😉

    Man müsste sich auch ernsthaft überlegen, welche griech. Politiker in Deutschland, die selbst Anwälte mit entsprechender prozessualer Kampferfahrung sind, es gibt, die sich hier engagieren wollten, um gegen die 50-Mandats-Regel zu klagen. Es gäbe z.B. den seiner Promotion verlustig gegangenen Griechen Chatzimakakis. Ob der allerdings etwas taugt, kann ich Ihnen nicht sagen. Eine politische Schuld zu begleichen hätte er als FDP’ler und saarl. MdEU jedoch schon bei seinen Landsleuten in Deutschland, nicht wahr? 😉

    Ich schätze, die Syriza-Partei versucht derzeit höchst elegant, Neuwahlen zu erzwingen, um selbst als größte Partei dann von der 50-Mandats-Regelung zu profitieren. Ich befürchte jedoch, dass – sobald die Wahl für die Syriza entsprechend gelaufen ist – auf einmal der Wille, die 50-Mandats-Regelung zu brechen, auf Null sinken könnte. Man wird sehen, ob dann die Bürger auf u.a. Syriza entsprechenden Druck auszuüben willens sein werden.

  37. Climateatheist
    15. Mai 2012, 10:54 | #37

    @Akis

    Punkt 1-3 Deiner Argumentation halte ich für absolut richtig.

    Punkt 4 (Rückbesinnung auf Landwirtschaft/Handwerk und sonstige Wirtschaftszweige) ist nur dann korrekt, wenn die Öl-, Gas-, Uran-, Gold-, Silber-, Bauxit-, seltenen Erden- und massiven Kohleressourcen mit betrachtet werden. Nur bei diesen Ressourcen besteht die Möglichkeit, genügend Mehrwert zu produzieren und zwar auch nur dann, wenn eine entsprechende nationale Veredelungsindustrie aufgebaut wird. Es muss alleine gegenüber der BRD ein griech. Außenhandelsdefizit von 5 Mrd. Euro/Jahr abgebaut werden. Das gelingt nicht mit griech. Spargel (den ich heute kaufte, obwohl ich auch pfälzischen hätte haben können) oder Oliven, sondern nur mit wertvollen Metallen, die wir alle für u.a. die Handy- und PC-Produktion benötigen.

    Zu Punkt 5 (Neuausrichtung auf Tourismus, Kultur, Umweltschutz, Infrastruktur-MOD und erneuerbare Energien mit fairen internationalen Partnern) – das ist nur teilweise sinnvoll. Wenn sich die Griechen weiter von links-grünen, gekauften Propaganda-de-Marketing-Unternehmen wie Greenpeace einreden lassen, ihre eigenen Ressourcenn nicht nutzen zu können, dann wird Griechenland weiter verarmen. Und genau das ist auch das Ziel der Umweltschützer. Dennen geht es nicht um Umweltschutz, sondern das Zerstören einer leistungsfähigen, exportorientierten Industrie. In Kanada gelang das den Grünen für eine Zeit lang. Mittlerweile sind die Kanadier aufgewacht und machen diese De-Marketing-Strukturen so richtig hübsch fertig (vgl. Vivian Krause von http://www.fair-questions.com oder Ezra Levant von http://www.ezralevant.com)

    Zu Punkt 6 (Annäherung und Frieden mit der Türkei, Einstellung des Wettrüstens, klare Aufteilung der neuen Erdölresourcen und deren gemeinsame Förderung). Das halte ich für eine sehr naive Einstellung. Die Türkei hat unter Außenminister Ahmet Davutoğlu schon vor Jahren ganz klar die Politik der sog. „Neo-Osmanisierung“ bzw. „Strategic Depth“ verkündert. Die Türkei ist ganz offensichtlich auf imperialem Expansionskurs. Sie hat allein im letzten Jahr die griech. Grenze vielfach mit Jets und Fregatten verletzt und West-Zypern militärisch provoziert sowie die Freund-Feind-Kennung in ihren türk. Kampfjets gegenüber Israel umprogrammiert, um deren Jets als feindlich zu betrachten. Die Türkei hat mehrfach direkte militärische Angriffe in den ölreichen Nord-Irak geführt. Die Türkei hat gezielt öffentlich Flüchtlinge zur EU-Grenzverletzung in Nordgriechenland aufgestachelt. Die Türkei verhält sich als militärischer Aggressor. Es ist demnach FALSCH, sich einer pöbelnden Türkei anzudienen – das exakte Gegenteil muss gemacht werden. Man muss klare Kante zeigen und genau das hat Griechenland mit einem Militärbündnis mit Israel zum Schutz griech. Pipelineinteressen zum israel. Gasfeld Leviathan auch getan. West-Zypern hat bekanntlich auch mit Israel ein Militärabkommen gegen die Türkei geschlossen. Wer sich dem türk. Imperialismus eines Erdogan-AKP-Nazi-Verschnitts freiwillig unterwirft, wird schlicht und ergreifend mehr Nationalismus in Griechenland im Parlament sitzen haben.

    Punkt 7 (Versteuerung der, in die Schweiz und sonst. Ausland verschobenen, 3stelligen griech. Milliardensummen). Das ist der falsche taktische Ansatz. Die Schweiz wird sich nicht dem kleinen Griechenland diesbezüglich beugen, sondern seine Privatanleger schützen. Ergo tritt man als Griechenland aus dem Euro aus und kontrolliert für eine Weile den Rückstrom von Geldern aus der Eurozone nach Griechenland (nötigenfalls durch Grenzkontrollen). Man zwingt seine Bürger zum Zwangsumtausch von Euros in die Drachme und entwertet damit das Auslandsguthaben. Das zwingt die Auslandsanleger zu einem Rücktransport des Geldes in Form von u.a. Gold oder Aktien (sofern das Geld in Griechenland arbeiten soll) und wer dann eine leistungsfähige Finanzverwaltung hat, kann diesen Kapitel-Import auch seriös besteuern. Ich würde übrigens ein schlankes Steuersystem a la Luxemburg oder Andorra in Griechenland einführen. Das würde die Griechen zu den Schweizern am Bosporus machen – allein schon beim Tanktourismus.

    Punkt 8 (Austausch, Neubesetzung und Verschlankung des Beamtenapparates) ist absolut korrekt. Der Haken ist nur, dass die Leute noch vermutlich sichere Arbeitsverträge haben und gar nicht so einfach hinaus zu werfen sind. Ich habe übrigens meine Zweifel, ob die griech. Jugend wirklich so hochqualifiziert ist, um diese Beamten sofort zu ersetzen. Das setzt nämlich eine Verbesserung der Bürokratie voraus und davon ist Griechenland allein schon aufgrund seiner EU-Mitgliedschaft Lichtjahre entfernt. Aber hier sollte man erneut den Blick nach Andorra werfen – dem reichsten Land auf dem Planeten in Bezug auf das Pro-Kopf-Einkommen. Da leben gerade mal 80.000 Leute und die Bürokratur ist absolut schlank, denn die einheimischen Andorraner wissen genau, wie man vernünftig wirtschaftet.

    Punkt 9 (Stärkung der Bildungs-, Gesundheits- sowie Rentensyteme). Ohne eine schlanke Bürokratie und niedrige Steuern wird Griechenland nicht aus dem Desaster heraus kommen. Mein Rat: holt Euch das Sozialsystem von Luxemburg und das Steuerrecht von Andorra und tretet aus der EU, dem Euro, dem Kyoto-Protokoll und dem CO2-Zertifikate-Handel aus. Wenn ihr dann mittels direkten Fremdinvestionen Eure eigenen Ressourcen zu heben beginnt und die Spritsteuer senkt, dann ertrinkt ihr in Nachfrage und Tanktourismus-Einnahmen.

    >Auch die Menschen in Deutschland und Europa haben ein wichtiges Interesse an einer >Normalisierung und Genesung GR! Ein möglicher Bürgerkrieg wäre eine echte Katastrophe!

    Ihr seid bereits zu arm für einen Bürgerkrieg in Griechenland. Und Akis, die Griechen haben sich ins wirtschaftliche Bockshorn jagen lassen. Orientiert Euch an der Wirtschaftslogik von Kanada und Australien, die ihre Bodenschätze heben und jede Krise gut überstanden haben. Kombiniert das mit dem Sozial- und Steuersystem von Luxemburg und Andorra und binnen 20 Jahren seid ihr elegant aus den Problemen heraus gewachsen. Luxemburg war in den 1960ern genauso pleite wie Griechenland – und heute ist es eines der reichsten Länder der EU. Ich weiß das … denn ich tanke dort regelmäßig 😉

    Tipp zum Schluss: in der Türkei beträgt, so wie ich das sehe, der Spritpreis aktuell um die 1,90 Euro. In Griechenland liegt der Sprit auf dem Festland um die 1,70-1,80 Euro. In Andorra, einer EU-Enklave, kostet der Sprit etwa 4-5 ct/l weniger als in Luxemburg bzw. es gibt eine Preisdifferenz zu Süd-Frankreich von etwa 40 ct/l. Die Andorraner erlauben die Mitnahme von 20 Litern (wie auch Luxemburg), aber die EU blockt auf ihrer Seite den Import auf 10 Liter herunter, weil sonst der Tanktourismus noch stärker als jetzt wäre.
    Macht es in Griechenland simpel: senkt die Benzinpreise um 40 ct/l unter das Niveau der Nachbarn und erlaubt den Export von 20 L in einem Kanister. Macht ruhig mal eine Aktion, wo ihr einen Tag lang kostenlose Metall-Kannister austeilt, wenn z.B. Türken oder Mazedonier bei Euch tanken kommen wollen. Ihr würdet in deren Geld ertrinken, denn allein Luxemburg macht 30% seiner Steuereinnahmen über den Tanktourismus. Und macht bloß nicht den Fehler, deutschen E10-Sprit anzubieten. Immer hübsch von den Luxemburgern lernen – die verkaufen, wie es sich gehört, stets den guten E5-Sprit, denn man beschädigt nicht die Motoren der Kunden, sonst kommen die nicht mehr tanken und dabei auch noch Zigaretten und Kaffee kaufen…..

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