Was ist denn eigentlich Demokratie?

16. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 397

Eingereicht von: iaourti iaourtaki

Thema: Unverschämtheit der Parteien in Griechenland übersteigt jedes Maß

… die Frage wäre ja eigentlich: Ist das denn überhaupt Demokratie? Und was ist denn überhaupt Demokratie? Außer ein aus einem Übersetzungsfehler entstandenes Projekt zur Unterdrückung bzw. um weiterhin die Kontrolle zu behalten? Sowohl die Übersetzer als auch die Kontrolleure waren bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Angehörige der Oberschicht. Eigentlich ist es sogar so, dass die Kleften und die Piraten in den befreiten Gebieten 400 lang dafür gesorgt hatten, dass es weiterhin Widerstand gegen das osmanische Reich gab und es ohne sie fraglich ist, in wie weit Sprache und Religion überlebt hätten, auch wenn die meisten wahrscheinlich Analphabeten waren.

Nun ist es aber leider so, dass Geschichte sich immer nur an Helden und Anführern orientiert und es kaum Geschichte von unten gibt – allerdings in Amerika gibt es dazu sogar eine ganze Buchreihe – und so wird dann immer von der Wiege der Demokratie gefaselt, die in Wirklichkeit Sklaven in attischen Silberminen hatte, die sich innerhalb eines Jahres totarbeiten durften, anstatt z. b. von den Amazonen zu berichten, die mit Sicherheit wesentlich fortschrittlicher waren als dieses Patriachat, da sie ja offensichtlich keine Sklaven hatten, und sicherlich gibt es noch andere Völker, die heute vergessene Konzepte entwickelt hatten.

Und wenn man sich Geschichte anschaut, dann sollte man eventuell mal „Die Unbekannte Revolution“ von Volin lesen, die über die anarchistische Machnobewegung in der Ukraine von 1918-21 berichtet, oder Bücher von Archinoff zum selben Thema. Griechenland ist auf dem besten Weg dahin, zwar noch mit ganz kleinen Schritten und öfter auch wieder zurück, aber das entscheidende überhaupt ist, dass man dafür sorgen muss, dass es nicht in totale Depression versinkt. D. h., man muss Perspektiven bieten oder entwickeln, und wie ein berühmter griechischer Schriftsteller einmal sagte, die beste Zeit für Literatur ist die Krise, denn plötzlich ist kein Geld mehr für Glotze, Footie und Internet da.

Demokratie ist die bürgerliche Antwort auf die Revolten der letzten 500 Jahren, und durch die in den letzten 500 Jahren geplünderten Güter Amerikas und später aller drei Kontinente hält sich das Bürgertum. Ohne Massenmorde an Abermillionen für Gold und Silber … keine Fugger und damit keine Banken und weiterhin noch nicht mal Kapitalismus, und später Staatskapitalismus (sog. Sozialismus) – und das Schöne ist, es geht fröhlich weiter: Mindestens zwei Millionen wurden im Kongo für Coltan massakriert, damit das verwöhnte, arrogante Erstweltschweinchen auch weiterhin alle halbe Jahre ein neues Footie oder sonstigen Schrott raffen darf, und natürlich wird es dann dafür ganz doll hart geschuftet haben und einfach nur denken, das ist normal wie Profisport und Hoch Die Tassen. Weiterhin wird es nie auf die Idee kommen, dass die meisten in Deutschland produzierten Planetvergaser nach China gehen, um damit die Sklaventreiber und Kinderarbeitszuhälter zu belohnen, dass sie dafür sorgen, dass ihr Schrott dann schön billig in die Metropolen kommt, und es interessiert auch kein Schweinchen, dass bereits 250 Millionen Menschen gezwungen waren, aus Küstengebieten zu fliehen und sie sich dafür bei den armen geschundenen Erstweltern bedanken dürfen, denn die fahren Auto, Schiff und fliegen und selten die Opfer dieser Dekadenz. Und wenn sie dann mal ganz humanistisch sind, dann baut Apple ein paar Fangnetze, um die Selbstmordzahlen in ihren Zulieferfabriken zu senken.

Vor langer Zeit hab ich mal auf der Glotze einen Bericht über die eriträische Befreiungsbewegung gesehen, also bevor es überhaupt Eritrea gab, und dort funktionierte die Schule der Guerilla so, dass, wenn ein Kind etwas erlebt und Bock hatte, es den anderen zu erzählen, dieses Kind dann quasi der Lehrer wurde und sich einfach nach vorne stellte. Um heutzutage dafür zu sorgen, dass Kinder keinen Dreck in die Birne bekommen, muss man sich außerhalb des Staates organisieren und sie einfach von der Schule nehmen. Allerdings hat der Staat vorgesorgt, denn genauso wie jede/r JournalistIn oder StudentIn an den Hochschulen der Künste in Verfassungstreue unterschreiben müssen, zwingt der Staat zu Schule und Ausbildung, und da Studenten ja zu 99% studieren, um Karriere zu machen, kann man die Unis eigentlich auch direkt abschaffen und einen Haufen Schotter sparen.

Das Geheimnis wirklicher Demokratie ist die direkte vor Ort gelebte Demokratie der kollektiven Selbstorganisation, und da kann man sich in Griechenland überall interessante Entwicklungen ansehen. Sei es die Ausschaltung des blutsaugenden Zwischenhandels durch die Kartoffelbauern, die natürlich noch in andere Bereiche weiter geht und im Endeffekt dazu beiträgt, dass Griechenland weniger Hungerhilfen braucht, sei es die Offenen Nachbarschaftsversammlungen, die sich den Problemen des Viertels stellen, Lösungen finden und den Widerstand organisieren, und sei es die immer wiederkehrenden Besetzungen von Unis, Fabriken, Schulen und Rathäusern, die sich die Leute nehmen, um dann dort während der Kämpfe zu diskutieren und zu beraten. Und das schöne an derartigen Prozessen ist ja gerade, dass in solchen Versammlungen auf einmal ganz neue Aspekte und Unterdrückungsmechanismen auftauchen, auf welche die Leute von alleine gar nicht gekommen wären.

Sicherlich gehört dazu dann auch, dass es Demokratie nie geben kann, wenn die Überbevölkerung der Ersten Welt die der Dritten ausbeutet, aber selbst diesen Widerspruch löst die Demokratie hervorragend, ob durch die Kinderarbeit in Neapel oder die Vernichtung durch Goldminen, wobei man sagen muss, dass die Kanadier eh ein ganz schönes Dreckspack sind, siehe Teersandminen oder Olympische Spiele: Zuerst klauen sie das Land, dann den Sport – Eishockey – und anschließend die Kultur: Haida-Kunst.

Und hier ist dann bereits der IWF-Terror, wie man ihn aus der Dritten Welt, kennt Realität geworden, aber die Menschen auf der Halbinsel Chalkidiki in Griechenland wehren sich gegen einen kanadischen Goldschürfkonzern: Entwicklungen im Kampf gegen den Goldminen in Chalkidiki (leider nur die Google-Übersetzer-Version).

  1. Ottfried Storz
    18. April 2012, 11:57 | #1

    Ich kann ja verstehen, dass angesichts der Lage in Griechenland die Verzweiflung gross ist.

    Dann jedoch 70er Jahre Utopien wie „kollektive Selbstorganisation“, Selbstversorgung und „Ausschaltung des blutsaugenden Zwischenhandel als Alternative darzustellen und „wiederkehrenden Besetzungen von Unis, Fabriken, Schulen und Rathäusern“ als Weg dahin darzustellen, ist naiv, populistisch und undurchdacht.
    „Offenen Nachbarschaftsversammlungen“ sind nett und sicherlich auch nützlich.
    Damit jedoch lässt sich keine Stadt und kein Land regieren, da hat sich, seitdem solche Gebilde mehr als einige tausend Menschen haben, die sogenannte Vertretungsdemokratie mit gewählten Vertretern seit Jahrhunderten durchgesetzt.
    Das diese Vertreter in Griechenland seit Jahrzehnten miserable und korrupte Politik (und die Justiz wegschaut) machen – und dann trotzdem immer und immer wieder gewählt wurden – uist ein Sonderproblem Griechenlands. In allen anderen EU-Ländern wären die hoch korrupten und total verschuldeten ND und Pasok längst aufgelöst und hunderte Politiker inhaftiert und enteignet.

    Auch sonst erinnert mich der Text an naive 70/80er Jahre-Texte vom Traum einer netten überschaubaren kommunistischen Gesellschaft. Arbeitsteilung und Globalisierung ist aber die Realität, wovon sich auch Griechenland nicht ausschließen kann.

  2. Lucy Sky
    18. April 2012, 13:17 | #2

    @Ottfried Storz
    Sehen Sie die Globalisierung als Realitaet als eine eher positive oder negative Entwicklung?
    Uns wird sie immer als alternativlos hingestellt. Ist es das, was die Welt braucht? Ist nicht ein Weniger an Globalisierung, ein Zurueck zu regionalen Produkten, ein Erhalt von Kulturen und auch deren Eigenheiten (und Geschwindigkeiten), ein bisschen weniger „Grossbankentum“ sowie ein Trend, der weg vom MEHR geht, das was uns allen im Endeffekt gut tun wuerde?

  3. Ottfried Storz
    18. April 2012, 17:35 | #3

    Eine immer stärkere Globalisierung und Arbeitsteilung ist seit Jahrtausenden Realität.

    „Die Welt“ braucht gar nichts. Sie existiert und wenn wir sie mittels Atombomben oder ein Astorid sie für einige Jahrtausende unbewohnbar macht, dann ist das so.
    Für die Menschheit jedoch hat eine gesteuertere Globalisierung und eine sozialere Marktwirtschaft sicherlich Vorteile gegenüber einer ungesteuerten und unsozialeren.
    Daran sollte man arbeiten.

    Das die seit 40 Jahren von der Bevölkerung gewählten Volksvertreter Griechenlands das Land total heruntergewirtschaftet haben, ist ein Sonderproblem Griechenlands.
    Pasok wirtschaftete Griechenland ab. ND jedoch von 2004 bis 2010 sogar noch deutlich stärker – und betrog 2009 so stark zur Neuverschuldungshöhe (4 statt 16 Prozent BIP-Neuverschuldung), dass sie „eigentlich“ jegliche Glaubwürdigkeit dauerhaft verlor. Eigentlich. Denn: Welche Partei führt aktuell in den Umfragen und bekommt dann auch noch wegen des Wahlsystems 50 Sitze hinzu …… ?

  4. Lucy Sky
    18. April 2012, 20:38 | #4

    @Ottfried Storz
    Dann wollen wir mal sagen, mit Welt meine ich in diesem Fall Mensch und Natur. Auch der Natur taete etwas weniger Globalisierung gut.
    Globalisierung ist seit Jahrtausenden Realitaet? Zu Zeiten meiner Grosseltern kannte man in DE nicht einmal Pizza. Heute bekommt man sogar im Winter Erdbeeren und Weintrauben. Das gehoert auch zur Globalisierung und fuehrt zu einer immer groesser werdenden Kluft zwischen Mensch und Natur. Warum kann es keinen Schritt zurueck geben? Nur, weil der Weg einmal eingeschlagen wurde?
    Globalisierung macht die Welt (gemeint sei hier die Menschheit, so wie die Griechen es benutzen: „κόσμος“ = Welt, aber auch Leute) einheitlicher, Kulturen verschwinden. Wem nuetzt denn die Globalisierung wirklich? Den Grosskonzernen und den Banken. Wenn man mal anschaut, wie die Konzerne dieser Welt (gemeint sei hier unser Planet) miteinander verstrickt sind und wie alles Geld am Ende bei einigen Wenigen landet, waehrend woanders Menschen in Massen verhungern, kann einem nur uebel werden.
    Natuerlich haben die jeweils regierenden Parteien das Land heruntergewirtschaftet. Nur war z.B. beim Eintritt Griechenlands in die Eurozone Goldman-Sachs nicht gerade unbeteiligt. Und ausgerechnet einen derer Leute hat man uns jetzt hier aufgehalst.
    Ich denke, dass ND bei den Umfragen fuehrt, da es aufgrund von Misstrauen der Waehler den Parteien im Ganzen gegenueber eine zu geringe Wahlbeteiligung geben wird. Diejenigen, die heute noch die zwei grossen Parteien waehlen, sind genau die, welche seit Jahren Nutzniesser dieses Systems sind.
    Mit den Wahlen – wie auch immer sie ausgehen werden – kann keine Besserung fuer GR erreicht werden. Es braeuchte ein ganz neues System und vor allem eine eigene Waehrung. Heute fordert die EU schon wieder 15% Lohnkuerzungen im privaten Sektor. Wie soll das weitergehen? Athen ist kaputt, langsam breitet sich die Armut und der Hunger wie eine Seuche in alle Richtungen aus, nach den Wahlen wird es erst richtig losgehen mit der „Blutsaugerei“.
    Auch wenn man jetzt von Verhaftungen hoert in Bezug auf Schmiergelder, heisst das noch lange nicht, dass es jetzt besser wird. Damit ist GR auch nicht allein auf dieser Welt (Erde + Bevoelkerung), Korruption existiert leider in viel zu vielen Laendern, anscheinend vor allem ausserhalb Europas, wobei die westliche Welt (in diesem Fall meine ich allerdings die Wenigen mit dem vielen Geld 😉 ) diesen Hang zur Bestechlichkeit nur zu gerne zu ihren Gunsten und zur Umsetzung ihrer Interessen ausnutzen.

  5. Monalisa
    19. April 2012, 17:13 | #5

    @Lucy Sky

    Unterschrieben!

  6. iaourti iaourtaki
    19. April 2012, 17:17 | #6

    @Ottfried Storz
    Da steckt mal wieder der übliche imperialistische Fehler drin, mit der Menschheit oder dem „Mensch“ immer nur die ErstweltlerInnen zu meinen. Die Mehrheit sind allerdings das hungernde Weltproletariat und eine Methode sie aus zu schliessen, besteht darin, zwecks Spaltung Nationalstaaten aufzubauen und dann demokratisch zu nennen.

    Da an den Besetzungen wesentlich mehr Menschen teilnehmen als es Politiker gibt, ist der Spruch „Populismus“ absurde Theaterpolemik, genauso wie das ständige darauf rum Reiten, wer wen vor 40 Jahren gewählt hat, vor allem weil die Hälfte davon wahrscheinlich eh nicht mehr lebt.
    70er Jahre? Da steht 1917-21!
    Und die Jahrtausende alte Realität ist schlichtweg unbekannt, weil es dazu viel zu wenig Quellen gibt. Die Welt ist größer als China, Griechenland, Rom und Ägypten. Und da man in Proben von Pharaonen Koks gefunden hat, ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür, daß es der Seefahrt mächtigere Kulturen als die bekannten gegeben haben muß, aber Amerika wurde ja auch nicht über Bering besiedelt und die barbarischen Waldmenschen bauten gemäß ägyptischer Quellen ihre Städte bereits 1000 bevor die Römer sie besetzten, umtauften und die Geschichte rückstandslos auslöschten, um anschliessend zu behaupten, sie hätten diese Städte gegründet.

  7. iaourti iaourtaki
    19. April 2012, 20:31 | #7

    @Lucy Sky
    Na, ja Piizza gibt’s in Kaltland eigentlich immer noch nicht wirklich, meistens ist das „deutsche Pizza“, so wie Latte Macchiato nicht italienisch ist. Erdbeeren in Griechenland, die meisten gehen nach Rußland, sind ein ganz übles Kapitel, wo Flüchtlinge wie in Italien von der Camorra für 28 Euro am 12 Stunden Tag ausgesaugt werden.
    Mit der eigenen Währung, das wäre vielleicht noch 2010 halbwegs gegangen, jetzt ist es zu spät und führt mindestens zur Verdoppelung des im Ausland gebunkerten Kapitals, wenn es dann nach Griechenland zurück fließt und dann plötzlich ein Wirtschaftswunder mit auch noch Billiglohn zaubert, aber alle, die Material und Rohstoffe aus dem Ausland brauchen, gehen dann erst recht pleite.

    Aber das KOSMOS Konzept gefällt mir sehr gut und das ist wahrscheinlich auch das Geheimnis, das diese ganzen Deppen nicht verstehen werden.
    Griechisch lernen!

  8. Moppel
    19. April 2012, 21:05 | #8

    iaourti iaourtaki :
    … Erdbeeren in Griechenland … sind ein ganz übles Kapitel, wo Flüchtlinge … für 28 Euro am 12 Stunden Tag ausgesaugt werden …

    Mehr erhalten Griechen auch nicht, und bevor nun wieder gleich gezetert wird: ja, doch, es gibt zehntausende griechische Familien, die sich als landwirtschaftliche Tagelöhner mit 25 € / Tag über Wasser halten, wogegen vor noch gar nicht langer Zeit speziell auf der Peloponnes albanische (Oliven-) Erntearbeiter unter 50 € pro Tag nicht einmal mit sich reden ließen.
    In den Erdbeer-Kulturen herrschen allerdings wirklich Arbeitsverhältnisse, die jeder Beschreibung spotten. Waren wirklich mal 28 € / Tag ausgelobt, wird den – in der Mehrzahl illegalen – Immigranten das Geld für „Unterbringung“ (Strohsack im Hühnerstall) und „Einkäufe“ (Plunder aus dem „Lager-Shop“ zu Wucherpreisen) wieder aus der Tasche gezogen, so dass sie froh sein können, schließlich nicht auch noch draufzahlen zu müssen. Falls jemand nicht pariert oder gar auzumucken wagt, werden die Leute kurzerhand aufs Feld geprügelt, ggf. sogar – und nein, das ist keine Redewendung, sondern geschehen und dokumentiert – mit vorgehaltener Waffe.

  9. Lucy Sky
    19. April 2012, 21:40 | #9

    @iaourti iaourtaki
    Sprache und Kultur sind eben untrennbar miteinander verbunden. Willst du eine Sprache richtig lernen, musst du ’ne Zeit im Land leben. Auch andersherum gilt: Die Menschen, ihre Kultur und ihre Eigenheiten kannst du erst wirklich verstehen, wenn du die Sprache beherrschst. Ansonsten geht man immer von der bisher erlernten Sichtweise aus und meint – zumindest gilt das fuer viele Deutsche – man koennte den anderen (in diesem Falle den Griechen) veraendern, weil ja die eigene Sichtweise die richtige (weil einzig bekannte) ist.
    Als ich nach GR kam, hat mein Mann staendig die Unterhaltungen zwischen mir und seiner Mutter zensiert und veraendert. Sonst waere es wahrscheinlich zur Katastrophe gekommen. Wer ueber ein anderes Volk urteilt, sollte erst einmal die Sprache lernen.
    Ausserdem heisst es ja nicht umsonst: «Όχι όπως ήξερες, όπως βρήκες.» (Nicht wie du es kanntest, sondern wie du es vorfindest).

  10. Lucy Sky
    19. April 2012, 22:05 | #10

    @iaourti iaourtaki
    Ja, 2010 haben wir das mit der Drachme auch schon gesagt, wie viele andere auch, aber da stecken offensichtlich andere Plaene und Absichten hinter. Was wuerdest du vorschlagen, wenn du sagst, fuer die eigene Waehrung sei es jetzt zu spaet? Und was soll deiner Meinung nach der Grieche (und alle Freunde der Griechen – ich muss mich ja irgendwie mit einbeziehen) machen? Was fuer Alternativen siehst du? Gibt es ueberhaupt einen Weg aus dem Jammer?

  11. Monalisa
    20. April 2012, 08:35 | #11

    @Lucy Sky
    Ich bin zwar nicht gefragt, gebe aber doch mal meinen Senf dazu. Außer den üblichen faulen Kompromissen, sehe ich nur einen Weg aus der Misere. Wir müssen weg von der Berufspolitikerkultur, in der die jeweilige Ideologie zum Dogma erhoben wird und die Abgeordneten in der Zwangsjacke ihrer Fraktionen stecken. Die klassische Politikerkarriere vom Juso, oder der Jungen Union zum Abgeordneten gehört auf den Müll. Hier werden nur Seilschaften und Abhängigkeiten aufgebaut.
    Wir sind mittlerweile durch das Internet verbunden. Die etablierten Parteien haben das aber anscheinend noch gar nicht mitbekommen. Wie in diesem Blog, kann im Netz jedes Thema transparent diskutiert werden. Parteitage und Wahlkampf braucht kein Mensch mehr. Jeder Bürger kann an der Meinungsbildung teilhaben und mit einem persönlichen Code abstimmen. Stuttgart 21 hat gezeigt, dass der Bürger auch für die Beurteilung komplizierter Zusammenhänge nicht zu blöd ist. Themen, wie der Euro-Rettungsschirm, würden genau durchleuchtet und nicht von überwiegend ahnungslosen Parlamentariern beschlossen.
    Und ein Stromausfall wäre auch bei der jetzigen Struktur verheerend.
    Entwickelt man nur ein wenig Fantasie, wird einem bewusst, welch gewaltige Möglichkeiten das Internet nicht nur für Freaks, sondern für uns Alle bietet.

  12. iaourti iaourtaki
    20. April 2012, 22:26 | #12

    Sorry Lucy, ich war busy irgendwelche Kneipen aufzureissen, wo ich Rebeticore auflegen kann, um wenigstens die geilen griechischen Bands etwas bekannter zu machen, obwohl ich genau weiß, daß dann irgendwelche Ignoranten rum maulen werden, sie würden kein Wort verstehen, obwohl sie sich eh nur einbilden sie würden ihren englischen Sound verstehen…

    Erstmal entscheiden das die Menschen alle zusammen, ich kann da nur Ideen oder Vorschläge beisteuern. Deswegen entschuldige, wenn sich das jetzt etwas chefmässig anhört, ist einfacher zu formulieren. „Jammer“ ist bestimmt ein „Formulierungsfehler“…

    Wenn ihr nicht den kapitalistischen Raum verlassen wollt, dann müßt ihr Investoren durchsetzen. China und Katar wollten ziemlich fett in Griechenland investieren, insgesamt 47 MRD, die Araber auf dem alten Athener Flughafen und sie wollten in Westgriechenland einen Containerhafen bauen. Gerüchteweise wurde das von der Troika abgelehnt und angeblich steht auch was dazu im 1.Memorandum, nach dem Motto: Europäische Investoren sollen bevorzugt werden. Da allerdings Gasprom ein Gebot abgegeben hat, stimmt’s wohl nicht und die Russen wollen ihre griechischen Erdbeeren auch weiterhin aus Griechenland geliefert bekommen; die fahren darauf ab. Zypern hat mit letzteren einen ganz guten Kredit-Deal über 5 MRD, den allerdings die Ratingagenturen beim pleitelabern schlichtweg übersehen haben und sie haben ihre Lizenzen für Öl und/oder Gas schlauerweise gut an die Großmächte verteilt, damit sich die Möglichkeit von Stress mit der Türkei minimiert. Und dann machen auch wieder die Amis mehr – wobei natürlich klar wäre, daß im Drachmefall u.a. massig Touris aus Amiland kommen würden, die sich sonst niemals Urlaub in Hellas erlauben könnten, auch der ein oder andere „Amerikaniki“.
    Europa ist kein Investor, Europa will das Land kaputt machen, Austritt provozieren, um alles noch billiger für sich und seine kapitalistischen griechischen Freunde und teurer für die Menschen zu machen.

    Kennst Du den Witz, daß Griechenland Zypern den Krieg erklärt und Zypern nimmt Athen ein und gliedert Griechenland Zypern an? Griechenland gibt’s dann offiziell nicht mehr, aber alle Schulden sind weg. Man könnte allerdings auch eine unbewohnte Insel ausgliedern, Griechenland taufen und Griechenland als Staat auflösen; dann braucht es auch ganz legal ohne Zypern nichts bezahlen.

    Ansonsten gibt es ja inzwischen überall Tauschhandel, lokale Ersatzwährungen (in Patra gibt’s das und in Exarchia gab’s/gibt’s das auch) und vielleicht liegt die Zukunft ja in einem „System“ ganz ohne Geld und wozu soll man in einem System, das einen völlig verarmt und einen ja eh schon jetzt ohne Geld und als arbeitslose Reservearmee auf ein Wirtschaftswunder warten läßt, Perspektive sehen? Gesetzt den Fall, das würde überhaupt passieren, dann geht der ganze sinnlose Konsumcheiss wieder los; bis zur nächsten „Krise“.
    Man könnte es auch krass formulieren: Wenn es stimmt, daß 35% der Wirtschaft die des Schattens ist, müßte man das nur einfach ausweiten und dabei die Mafia raus schmeissen. Dann würde sich der Staat nach und nach auflösen, weil die Leute organisieren selber, wie es z.b. in einigen besetzten Häusern und sozialen Zentren seit letztem Jahr freie Arztversorgung gibt.
    Als Kassandra würde ich sagen, daß erwartet wird, daß viele auswandern werden – schau dir mal an, wie Sydney griechische Taxifahrer_innen für Halbtagsjobs abwirbt – und mit denen, die übrig bleiben und die dann für Chinalöhne arbeiten würden, die neue griechische Wirtschaft nach ihren Vorgaben aufgebaut wird und sollten dann zu viele abgehauen sein, nimmt man die „Illegalen“ für das „griechische Wirtschaftswunder“ (Wischiwaschi) und treibt damit noch einen rassistischen Streikkeil rein. Schlau wäre es allerdings, den Laden zu übernehmen und die „Illegalen“ zu legalisieren und mit ihnen zusammen was neues aufzubauen. Die rassistische Drecksau Sarkozy hat ja bereits gedroht, er schmeisst Griechenland aus dem Schengen Raum, wenn es das Flüchtlingsproblem nicht regelt und das ist der Grund warum es diesen „Besen“ gegen „Illegale“ gibt. Wobei Griechenland ja mit seiner Lage eh nichts von Schengen hat, weil man überall den Ausweis zeigen muß, ob auf der Fähre, ins Flugzeug oder nach Jugoslawien.
    Ist natürlich alles noch nicht ganz ausgegoren, aber vielleicht hilft es etwas.

    @Lucy Sky

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