IWF legt Grabstein für Griechenland

22. April 2012 / Aktualisiert: 10. April 2013 / Aufrufe: 13.993

Der Internationale Währungsfonds legt mit seinem aktuellen Bericht den Grabstein für das heutige Griechenland und zeichnet den Absturz des Landes auf Dritte-Welt-Niveau vor.

Im Rahmen des Aufenthalts des derzeitigen griechischen Finanzministers Filippos Sachinidis in Washington anlässlich der Frühjahrskonferenz des Internationalen Währungsfonds (IWF) übergab der IWF den griechischen Behörden am Freitag (20 April 2012) offiziell seinen vernichtenden Bericht über Griechenland. Der Bericht befand sich natürlich bereits in den Händen der griechischen Regierung und ein (jedenfalls kleiner) Teil davon hat schon das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Der Bericht zerschlägt alle Illusionen, welche vor den Wahlen sowohl die PASOK-Partei als auch die Nea Dimokratia (ND) darüber zu schaffen versuchen, wie sie agieren werden, wenn sie die Regierungsführung des Landes übernehmen. Das, was er jedoch mit Pauken und Trompeten enthüllt, ist das klare Misslingen des ganzen Programms der wirtschaftlichen Regierungsführung, welche die Regierung unter Georgios Papandreou in Zusammenarbeit mit der Troika befolgte.

Laut dem IWF müssen die griechischen Wähler wissen, dass Griechenland bis 2030 nicht aus dem Tunnel der Sparpolitik herauskommen wird! Und dies ist die … optimistische Prognose! Bis dahin müssen Löhne, Renten und das elementare Überleben obligatorisch auf Dritte-Welt-Niveau abstürzen, womit der Grabstein für das Griechenland gelegt wird, so wie es uns bekannt ist.

Zügige Verelendung

Die griechischen Wähler müssen sich also konkret darüber bewusst sein, dass:

1. Die Ausgaben, welche die neue Regierung kürzen muss, neuen volkswirtschaftlichen Maßnahmen von 16 Mrd. Euro bis 2010 und weiteren 8 Mrd. Euro bis 2030 entsprechen! Insgesamt müssen wir also erwarten, bis 2030 auf die eine oder andere Weise Kürzungen von 24 Mrd. Euro über uns ergehen lassen zu müssen.

2. Es kommt ein Sturm neuer Maßnahmen auf dem öffentlichen Sektor und im Versicherungssystem. Außer den Entlassungen von Bediensteten des weiteren und engeren öffentlichen Sektors stehen uns also neue Kürzungen bei Löhnen und Renten und die Streichung von Weihnachts- / Oster- und Urlaubsgeld bevor.

  • Ebenfalls wird die umfassende Änderung bei der Sozialversicherung untersucht werden, um die Aufwendungen im Gesundheitssystem auf ein Minimum zu senken.
  • Es wird erwartet, dass die Sozialabgaben der Arbeitgeber gesenkt, die Beiträge der Selbstversicherten jedoch erhöht werden, während bis heute von den Kassen gedeckte Therapien, ärztliche Untersuchungen und Medikamente gekürzt werden.
  • Dies bringt natürliche eine klare Verschlimmerung bei den Lebensbedingungen der Gesellschaft mit sich, jedoch haben (hört, hört …) die Funktionäre des IWF klargestellt, dass der durchschnittliche Lebensstandard der Griechen sehr tief sinken muss, damit das Land überlebt!

3. Der IWF mag in seinem derzeitigen Bericht sagen, dass keine weiteren Steuern erhoben werden können und das Rezept falsch war, jedoch gibt es keinerlei Vorsehung für die Senkung der Steuern. Die eingeführten Steuern werden also bestehen bleiben, mit gewissen kleinen kommunikativen Änderungen, welche sie der neuen Regierung vermutlich gestatten werden, damit letztere sagen kann … etwas erreicht zu haben.

Thomsen und seine Clique führen an, dass der Grund für das Fehlschlagen der Prognosen über die Einnahme der Steuern weniger die Rezession und die Tatsache, dass die Bürger kein Geld hatten um zu zahlen, sondern die Unfähigkeit der Steuereintreiber war, Gelder einzutreiben. In dem geheimen Bericht der Troika erfolgt sogar eine vollständige Planung über private „Inkasso-Rambos“, welche auch Drohungen anwenden werden, um die Verbindlichkeiten einzutreiben, wobei die Verflüssigung mobilen und immobilen Vermögens gestattet sein wird.

Wir werden also möglicherweise Phänomene á la Far West sehen, mit privaten Bediensteten, welche für Rechnung des Finanzministeriums agieren und in die Häuser eindringen, um sie zu … plündern. Diese Logik zeigt klar, dass niemand das Überleben der Bürger, sondern die völlige Verelendung zugunsten der volkswirtschaftlichen Größen und Einnahmen im Sinn hat.

Auf einen zweiten Blick kann man natürlich nichts anders als sich zu überlegen, welcher von Anfang an der Plan des IWF und der Interessen an Griechenland war, die sich dahinter verbergen. Die „P“ (Anmerkung: gemeint ist die Zeitung „To Pontiki“) hat – sei es auch zu einer Zeit der Ungläubigen und Tauben – wiederholt vor allem gewarnt, was wir sich sogar noch ab 2012 entwickeln sehen werden.

Die große Erpressung

Das Eigentum an dem mobilen und immobilen Vermögen des griechischen Staates wird – wie bereits bekannt – auf eine konkrete Kasse zur Verwaltung der Verschuldung übergehen. Was wir jedoch nicht wissen ist, dass bis 2015 die Verwaltung in die Hände der Gläubiger übergehen wird, damit das Vermögen schrittweise verflüssigt und die Bedürfnisse der öffentlichen Verschuldung beglichen werden. Dem letzten Punkt gebührt besondere Beachtung, da bereits die Kontakte über die Förderung von Erdgas im Rahmen der griechischen AWZ fortschreiten. Folglich wird auch diese Entwicklung der Verwaltung der Gläubiger und Interessen unterliegen, die sich hinter diesen und in ihrem Umfeld einreihen.

Das Interesse ist groß und es scheint, dass niemand bereit ist, die Verwaltung in griechischen Händen zu belassen – und natürlich auch nicht die Einnahmen aus dem Erdgas. Einfach gesagt wird das Land nur so viel erhalten wie notwendig ist, um Raten und Zinsen der Verschuldung zu bedienen, vielleicht auch eine kleine Zulage für interne Zahlungen, der Rest wird jedoch in die Taschen der Gläubiger – Pächter fließen. Wir führen dies an, weil das zweite Memorandum – noch bevor es überhaupt ratifiziert wurde – so geplant worden ist, dass es in eine Havarie führt.

Auch in dem in Rede stehenden Bericht führt der IWF den bekannten Spruch an: „alles wird von der getreuen Umsetzung der Maßnahmen und der Eintreibung der Einnahmen abhängen„. Wenn wir aus den kontinuierlichen Entgleisungen und den Misserfolgen der letzten beiden Jahre urteilen, wird allerdings zu verstehen sein, dass sogar auch die vorstehend angeführten unheilverkündenden Prognosen extrem … optimistisch sind! Also müssen wir zwischen den Zeilen lesen um festzustellen, was uns von nun an erwartet.

Nachdem die Troikaner, also primär der IWF, alle Spielräume an Maßnahmen erschöpft haben, indem sie alles kürzten und besteuerten, werden sie zum Filet übergehen, welches der Reichtum des Staates ist. Die Privatisierungen sind einfach nur der Deckmantel. Nachdem sie bereits das Banksystem zum Zusammenbruch gebracht haben und es exakt so neu montieren, wie sie es verfolgen, nachdem sie bereits das politische, unternehmerische und mediale Geschehen zerschlagen haben, wartet der IWF einfach nur noch den Augenblick ab, in dem endgültig entschieden wird, dass Griechenland wegen der Rezession und der Entgleisung der Ziele sich aufgrund der hohen Verschuldung nicht mehr erholen kann.

Dann – und mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble an der Spitze der Eurogroup – werden die Gläubiger die große Erpressung aufs Tapet bringen: Ausscheiden aus dem Euro oder Verflüssigung von allem, damit wir gerettet werden und die Verschuldung reduzieren. Als Köder wird erwartet, dass uns ein neuer Kredit (immer unter vollständiger Aufsicht) gewährt wird, da der Gang auf die Märkte für die kommenden Jahre nicht einmal … spaßeshalber vorgesehen ist.

Griechenland im Visier

Es wird also die Heuchelei der Berichte der Troika fortgesetzt, in denen die Schwächen des Wirtschaftsprogramms festgestellt werden, jedoch wird sich die Taktik nicht ändern, da sie ihr Ziel anders nicht erreichen können. Ist all dies jedoch den beiden großen Parteien nicht bekannt? Können sie nach zwei Jahren nicht begreifen, worin der Plan genau besteht? Wohin Griechenland geführt wird? Nur Gott und ihre Seele wissen, was sie denken.

Das Sichere ist, dass sie den Wünschen der Gläubiger völlig unterworfen sind: Samaras auf der einen Seite beharrt auf einem Wirtschaftsplan, der einfach nur gewisse Maßnahmen durch andere ersetzen wird, Venizelos auf der anderen Seite setzt weiterhin die beständige Taktik der PASOK-Partei bezüglich kommunikativer Tricks um, wie „mehr Zeit für die volkswirtschaftliche Angleichung bis 2015, also weniger Maßnahmen pro Jahr“ usw.

Venizelos beispielsweise, als ehemaliger Finanzminister mit unmittelbarer Kenntnis dessen, was in Brüssel diskutiert wird, hat verstanden, dass es per Definition eine Verlängerung der volkswirtschaftlichen Angleichung geben wird, da die Zahlen nicht aufgehen. So beschloss er, dies zu seinem … Wahlkampf-Slogan zu machen, um nach den Wahlen davon zu profitieren. Was er nicht sagt ist, dass die Verlängerung gewährt werden wird, jedoch zusammen mit zusätzlichen Maßnahmen, damit die Ziele erreicht werden! Samaras hat seinerseits so viele Male seine Rhetorik gewechselt, dass es unmöglich ist, daraus schlau zu werden.

Noch schlimmer werden die Dinge für Griechenland jetzt, wo Spanien in das Trommelfeuer der Märkte gerät. Die mögliche Erteilung eines Kredits an Madrid hat die Europäer in Panik versetzt, da sie Mammut-Gelder benötigen werden, die es nicht gibt und die sich nicht finden werden. Somit verfolgen die Deutschen, Holländer und Finnen, die internationale Aufmerksamkeit wieder auf … Griechenland zu richten.

So merkwürdig es erscheinen mag, wird in Berlin auch die Variante diskutiert, dass es – speziell nach den Wahlen – einen kommunikativen Tsunami über die griechischen Probleme geben wird, um Spanien Entlastung zu verschaffen! Und falls die Märkte … Blut fordern sollten, wird Schäuble dann nicht zögern, das Thema des Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone aus der Schublade zu holen.

Während einige Idioten annehmen, dass die Destabilisierung Spaniens und Italiens zu … Griechenlands Vorteil sei, zeigt das Unvermögen der EU, sich auf eine beherzte Erhöhung der Mittel des Hilfsmechanismus zu einigen, leider genau das gegenteilige Resultat.

(Quelle: To Pontiki)

  1. Peppina
    27. April 2012, 22:50 | #1

    @iaourti iaourtaki
    Was ist das fuer eine Antwort? Und das Teutonienland ? Ich verstehe Deine Aussagen nicht. Muesste ich etwas wissen und aus Deinen Antworten lesen? Ist es eine Internet- oder Sprache von Ausserirdischen? Habe ich etwas aus dem Fernsehen verpasst? Ich koennte ja vermuten was Du meinst, aber eine klarere Sprache waere mir lieber. Nichts fuer Ungut

    Gruesse

  2. Peppina
    27. April 2012, 23:13 | #2

    @Unglaublich
    Ups, da wird es schwierig. Das war und ist es nun nicht mehr? Und Loesungsvorschlaege? Sollen wir die nun erstellen? Geben wir Vorschlaege an die deutsche Regierung? Lesen die diesen Blog? Haben Sie Einfluss, „Unglaublich“?

  3. 28. April 2012, 10:13 | #3

    @iaoutaki
    Also ich musste mich auch erst einmal „schlau“ machen. Wenn du also moechtest, dass wir ALLE Dir folgen koennen, musst du wirklich versuchen, ein wenig deutlicher zu reden . Danke!

    Manchmal wird ein „typisch Deutscher“[8] ironisch auch als Teutone oder teutonisch bezeichnet, entweder im Sinne von „ein Mann von mächtiger kräftiger Gestalt” oder aber auch i. S. v. „deutschtümelnd“[9]. Der Begriff kann „(typisch) deutsche Tugenden“, Verhalten oder Wesen“ ansprechen, eine „deutsche Eigentümlichkeit“ [10]und sowohl bewundernd, scherzhaft, aber auch abwertend benutzt und verstanden werden.. Die Bezeichnungen werden zur Ironie, sozusagen in eigener Sache, verwendet.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Teutonen

    also schaetze ich mal Teutonenland = Deutschland

  4. Kahlenberg
    12. Juni 2012, 07:58 | #4

    Griechenland braucht eine Revolution.
    Die von den reichen Griechen ins Ausland geschafften Vermögen übersteigen die Schulden der griechischen öffentlichen Hand. Zum großen Teil handelt es sich wohl um hinterzogene Steuern. Es wäre Griechenland zu wünschen, dass am 17. Juni eine neue Regierung gewählt wird, der es gelingt, diese Vermögen zurückzuführen und den Staat zu entschulden.
    Alexis Tsipras scheint mir das gerade Denken zu besitzen, um hier Nägel mit Köpfen machen zu können. Allerdings sollte Griechenland vorübergehend aus dem Euro und der EU ausscheiden, um ohne äußere Beeinflussung diesen Weg gehen zu können. Den libyschen Revolutionären konnte auch niemand die Rückgabe der Gaddafi-Gelder verwehren.

  5. Penelope
    29. Januar 2013, 19:52 | #5

    Den Grabstein legen wohl eher die griechischen Gewerkschaften, die sich Null für das Gemeinwohl intressieren.

  6. CYR
    30. Januar 2013, 11:19 | #6

    @Penelope
    Setzt sich der IWF für das Gemeinwohl ein? Welche Interressen verfolgt der IWF, die griechische Regierung, die EU, die griechische Opposition, die griechischen Gewerkschaften …?

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