Bodenschätze machen Griechenland zur reichsten peripheren Lagerstätte der EU

25. April 2012 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 4.497

Bodenschätze wie Erze, Metalle und Minerale stellen den verborgenen Schatz in Griechenland dar, der das Land zur reichsten peripheren Lagerstätte in Europa macht.

Die Hütten- und Montanindustrie stellt heute einen der dynamischsten und extrovertiertesten Zweige der griechischen Wirtschaft dar, ist mit ungefähr 5% am Bruttosozialprodukt (BIP) beteiligt und beschäftigt direkt und indirekt rund 80.000 Arbeitskräfte. Obwohl speziell in der westeuropäischen Sphäre von der öffentlichen Meinung ignoriert bzw. ihr zweckdienlich verschwiegen wird, dass Griechenland bei etlichen einschlägigen Erzeugnissen und Produkten auf internationalem Niveau in der „Oberliga“ mitspielt, ist seine Präsenz nicht zu leugnen.

Der Wert der in Griechenland vorhandenen Vorkommen an Bodenschätzen in Form von Edelmetallen, Erzen, Mineralien usw. wird mit wenigstens 28 Milliarden Euro veranschlagt. Die Nutzung allein der in Nordgriechenland vorhandenen Gold- und Silbervorkommen könnte das Land zu einem der größten Edelmetall-Lieferanten in der Europäischen Gemeinschaft machen. Eine signifikante Präsenz und besondere Position haben natürlich auch die großen führenden griechischen Unternehmen der Branche inne, die sich auf internationalem Niveau profilieren.

„VIOHALCO“ – Internationale Kraft in der Metallurgie

Die Entschlossenheit und das unternehmirische Genius des Michalis Stasinopoulos erschufen den Konzern Viohalco (Βιοχάλκο), den größten Hüttenkonzern des Landes, mit einer signifikanten Präsenz im Ausland. Er wurde 1937 Gegründet und die erste Fabrik produzierte Rohre, Haushaltsgerät und Hydraulikartikel. Als der griechisch – italienische Krieg begann, wurde der Hüttenbetrieb in ein Rüstungsunternehmen umgewandelt, da er alte Patronen annahm und wieder zu Munition aufarbeitete. Bis dahin bestand in Griechenland diese Möglichkeit nicht, und so trug der Betrieb der Fabrik zu dem von dem Land ausgetragenen Kampf bei. Um die Produktion auszuschöpfen, arbeitete die Fabrik im 24-Stundenbetrieb mit vier Schichten, sogar auch sonntags.

In der Besatzungsperiode wurde die Fabrik geschlossen, nahm 1946 den Betrieb wieder auf und wurde 1947 an der Athener Börse eingeführt. Heute verfügt der Konzern über ungefähr 80 Gesellschaften unter seinem „Schirm“, von denen sechs (Elval, Holcor, Sidenor, Ellinika Kalodia, ETEM und Soulinourgia Korinth) an der Börse notiert sind, und beschäftigt mehr als 8.000 Arbeitskräfte. Er ist intensiv exportorientiert und exportiert in mehr als 60 Länder, was zum Ergebnis hat, dass der im Ausland getätigte Umsatz höher als der in Griechenland getätigte liegt. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2011 erreichte 3,53 Mrd. Euro und lag damit um 19,5% höher als in dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 2010, während die Gesamtgewinne vor Steuern, Finanzierungs-, Investitions- und Abschreibungsergebnissen (EBITDA) 176,6 Mio. Euro erreichten und damit einen Anstieg um 11,34% im Vergleich zu 2010 verzeichneten.

„S&B Industrieminerale“ – Schwerpunkt auf Extrovertiertheit

Bis einschließlich der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert blieb der Reichtum an Bodenerzen des Landes ungenutzt, da die Erzbetriebe sich mehr mit der Förderung und dem Vertrieb natürlicher Erze als mit deren Bearbeitung und Veredelung beschäftigte. Somit gingen die Rohstoffe unbearbeitet ins Ausland, wo sie in Produkte umgewandelt wurden, welche Griechenland danach zu teuren Preisen einkaufte. Diese Situation wollten Euripides Mavromatis, Ilias Iliopoulos, Georgios Iliopoulos und Athanasios Iliopoulos ändern, indem sie 1934 die „Silbererz & Bariumsulfat-Werke“ (A&B, griechisch: Αργυρομεταλλευμάτων & Βαρυτίνης) auf Milos und die „AEM Bauxitwerke Parnassos“ (Βωξίται Παρνασσού) in Fokida gründeten, Ahne der S&B Industriemineralien (S&B Βιομηχανικά Ορυκτά).

Heute nimmt die S&B Industrieminerale mittels einer Reihe strategischer Züge eine führende Rolle in den Zweigen ihrer Aktivitäten ein (Betonit, Perlit, Bauxit und Guss-Flussmittel) und hat eine signifikante Präsenz im Ausland. Sie verfügt über 46 Fabriken und Bearbeitungseinheiten, 26 Minen und 26 Vertriebszentren in zwanzig Ländern, realisiert Verkäufe in 75 Länder auf allen fünf Kontinenten und beschäftigt ungefähr 2.000 Arbeitskräfte. Für 2011 verzeichneten die Umsätze des Konzerns einen Anstieg um 8,5% im Verhältnis zu 2010 und erreichten 455,7 Mio. Euro, während die Reingewinne einen Anstieg um 57% verzeichneten und sich mit 20,6 Mio. Euro darstellten.

„Alumil“ steigert Umsätze trotz Krise

Die Alumil (Αλουμύλ) stellt – auf Basis der Produktionskapazität – einen der größten privaten Industriekonzerne für integrative Aluminiumsysteme in Europa dar. Als Anerkennung für ihren Beitrag im Zweig der Planung, der Produktion und des Vertriebs architektonischer Aluminium-Systeme sowie ebenfalls auch der Profile industrieller Nutzung wurde sie zum liierten Mitglied der Europäischen Aluminium-Union ernannt.

Der Konzern „Alumil“ verfügt über 29 Tochtergesellschaften, von denen sich 21 im Ausland befinden (Europa, Balkan, Mittlerer Osten), während seine Produktionsanlagen in dem griechischen Städten Kilkis, Serres, Komotini und in Rumänien, Bulgarien, Serbien, Bosnien und Albanien verteilt sind. 2011 schaffte er es trotz der Flaute auf dem Inlandsmarkts, die Umsätze zu steigern und die Ertragslage zu verbessern. Vision der Unternehmensleitung ist, dass die Alumil der geniale, führende, innovative und von einem interkulturellen Charakter geprägte Konzern in seinem Raum ist, mit Zentrum den Menschen und Respektierung der Umwelt.

„Titan“ – Die erste Zementindustrie des Landes

Mit einem mehr als ein Jahrhundert andauernden Betrieb und genau 100 Jahren Präsenz auf den Anzeigetafeln der Athener Börse verfügt die Zementindustrie „Titan“ (Τιτάν) über Produktions- und Handelspräsenz in 13 Ländern und beschäftigt ungefähr 5.800 Personen.

Sie ist in vier geographische Sektoren organisiert: Griechenland und Westeuropa, USA, Nordosteuropa und östliches Mittelmeer. 2011 verkaufte sie 15,3 Millionen Tonnen Zement und Materialien mit ähnlichen Eigenschaften, 3,7 Millionen Kubikmeter Fertigbeton, 10,9 Millionen Tonnen träge Materialien und auch verschiedene Baumaterialien wie Beton-Blocksteine, Fertigputz usw.

Die Lagerstätten im griechischen Boden – Vorkommen von über 28 Mrd. Euro

Griechenland zählt hinsichtlich sowohl der Qualität als auch der Quantität zu den reichsten peripheren Lagerstätten Europas. Laut dem Institut für Geologie und Mineralforschung (IGME) übersteigen die gesamten Erzvorkommen im Boden Griechenlands 28 Mrd. Euro, natürlich ohne Berücksichtigung auch der Kohlenwasserstoffvorkommen. Studien zeigen sogar, dass sich die geschätzten Mengen an Gold auf 8,5 Millionen Unzen und an Silber auf 65 Millionen Unzen belaufen.

Es wird angenommen, dass allein die Nutzung der bestätigten Vorkommen an Gold und Silber in Nordgriechenland das Land zu einem der größten Edelmetall-Erzeugerländer der Europäischen Union machen kann. Wie aus Marktkreisen angeführt wird, können infolge auch der neulich von der politischen Führung des Umwelt- und Energieministeriums angekündigten überparteilichen Unterstützung in der nationalen Politik zur Verwertung der mineralischen Rohstoffe die Möglichkeiten und Aussichten des Zweigs fortan besser genutzt werden.

Die Umstände bleiben jedenfalls günstig, da hauptsächlich wegen des Anstiegs des Konsumniveaus in den sich äußert schnell entwickelnden Wirtschaften Chinas, Indiens, Südostasiens, Lateinamerikas und Russlands die Nachfrage für mineralische Rohstoffe in den kommenden Jahren weiterhin steigend verlaufen wird. Heute nimmt der Bergbauzweig eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft ein, während die auf diesem Bereich tätigen Unternehmen auf europäischem und internationalem Niveau eine führende Position bei Produkten wie Bauxit, Aluminiumoxid, Aluminium, Nickel, Magnesiumoxid, Betonit, Perlit, Bimsstein und Marmor inne haben.

„Impuls“ bei den Exporten durch die Metalle

Den Beitrag der Hüttenindustrie zur Exportaktivität des Landes, aber auch die existierenden Aussichten betont die Vorsitzende des Panhellenischen Verbands der Exporteure. Im Gespräch mit „ItS“ führt Frau Christina Sakellaridi an, dass während „die Fähigkeit Griechenlands, zu produzieren, häufig in Zweifel gezogen worden ist und aphoristisch Viele die Wettbewerbsvorteile des Landes verraten, produziert Griechenland dennoch in Luft, Land, Boden und Meer Produkte hoher Qualität, Produkte mit Innovationen und hoher Qualifikation. Unser Land befindet sich weltweit unter den 3 Spitzenpositionen bei der Produktion von Aluminiumoxid, Aluminium und Smektiten. Es ist Erstes in der EU bei der Produktion von Bauxit, das neben der Energieproduktion in dutzenden Industrieprodukten verwendet wird, während es auch über einzigartige Vorkommen an Nickel und Magnesit verfügt„.

(Quelle: Imerisia)

  1. muss sowas sein………
    25. April 2012, 09:37 | #1

    Was, wenn es keine Bodenschätze in Griechenland gäbe,
    hätte dann die Finanzhirarchie so viel Energie freigesetzt, um ein Land mit Knebelverträgen zu tyrannisieren,
    das unter dem „Schutzschild“ von Hilfsmaßnahmen Griechenland angeboten wurde?
    Und wo die „Hilfe“ wieder mal dort nicht angekommen ist – wo es wirklich nötig gewesen wäre.

    Wie wird in anderen Ländern „geholfen“,
    wo Eingeborene vertrieben, unterjocht und ermordet werden,
    um an die Goldvorräte zu kommen – mit Hilfsmitteln, die für Jahrzehnte das Land unbewohnbar machen.
    Wie weit gehen die Mächtigen und Geldgierigen,
    am Ende sägen sie den Ast ab auf dem sie sitzen,
    denn wenn sie erstmal alles umgegraben, verseucht und zerstört haben, wird auch ihnen die Luft zum atmen genommen werden.

    Das zum Wohle der Allgemeinheit, wie sie sagen –
    nur vergessen sie anzumerken, zum Wohle der Allgemeinheit der wenigen Superreichen, die alles versuchen sich selbst unter den Nagel zu reißen.

    Wenn dann von „Hilfe, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, usw…“ gesprochen wird,
    empfinde ich das aus diesen Reihen nur noch als Hohn und Spott,
    aber – man soll ja niiiiiiimals die Hoffnung aufgeben – nur müssen wir dafür einen anderen Weg finden, ansonsten gibt es keine Demokratie und Freiheit mehr!

    Für mich selbst: Lieber den Euro und alles was dazugehört zum Loch rausschmeißen,
    als in Fesseln und ohne Freiheit leben zu müssen.

  2. yoss
    25. April 2012, 09:41 | #2

    presseaussendungen zusammengetragen? genial, innovativ, gar interkulturell wirds genannt, wenn mal was zu klappen scheint! und der seitenhieb auf den bösen westen darf natürlich auch nicht fehlen.

  3. Monalisa
    25. April 2012, 11:23 | #3

    In dem Artikel heißt es:
    „Der Wert der in Griechenland vorhandenen Vorkommen an Bodenschätzen in Form von Edelmetallen, Erzen, Mineralien usw. wird mit wenigstens 28 Milliarden Euro veranschlagt.“
    Zieht man hiervon die Förder-, Aufbereitungs- und Vermarktungskosten ab und stellt den Rest den Staatsschulden von mindestens 250 Milliarden Euro (nach dem Schuldenerlass) gegenüber, wird einem das Ausmaß der Situation klar. Wohin die Gewinne der Ausbeutung der Bodenschätze fließen würden, darf sich jeder selber ausmalen.
    Es hilft alles nichts, ohne einen weltweiten Wandel der Wertvorstellungen laufen wir wie Schafe auf den Abgrund zu.
    Wir müssen weg vom Wachstumswahn hin zu nachhaltiger Wirtschaft. Schaffen wir das nicht rechtzeitig mit Vernunft, übernimmt die Natur das Kommando. Dann soll aber auch keiner jammern, er hätte von nix gewusst.

  4. oniro
    25. April 2012, 11:27 | #4

    Ein sehr interessanter Artikel (wenn es stimmt).
    Ich wundere mich nur warum die Wirtschaft sich nicht mehr zu Wort meldet, gegen die Politik.
    Interessant wäre noch wie und wo werden diese Gewinne versteuert ?
    Hat das Land etwas davon ?

  5. Ariadne
    25. April 2012, 16:58 | #5

    Spontane Frage:
    Warum wird das Zeug nicht aus dem Boden geholt und dafür verwendet, GR aus diesem Tal der Tränen zu erlösen?

  6. unglaublich
    25. April 2012, 18:56 | #6

    ..ich bin im Moment etwas irritiert..

    Was soll der Bericht mir sagen ?

    Die Zahlen, die hier präsentiert werden, entsprechen gefühlsmäßig nicht den Zahlen die das Bundesland Baden Württemberg in Deutschland erwirtschaftet. Ohne Bodenschätze.
    Über Bodenschätze von 28Mrd Euro will ich nichts wissen —-> Bodenschätze heben, verkaufen, einnehmen..

    Kann auch kein Fell verkaufen ohne den Bären erlegt zu haben, oder ?

    Fragen über Fragen..

  7. Michael
    25. April 2012, 20:48 | #7

    Iran hat auch genug Öl, es gäbe sogar massenhaft Interessenten, da spielt aber die „Politik“ Wilde Sau. Ansonsten unterscheiden sich Vorkommen von Lagerstätten durch ihre Gewinn- und Vermarktbarkeit. Die Analyse ist sehr flüchtig. Wo besteht Bedarf für welchen Rohstoff durch welchen Abnehmer und welchen Preis würde der heute oder zukünftig akzeptieren ? Ihr müßt nicht irgendwelches Tafelsilber an jeden Blödi verscherbeln, sondern eure gemachten Fehler erkennen und selbst beheben. Da ist der Haken. Es kommen keine „Retter“ von außen. Es kommen nur Leichenfledderer und Abkassierer ! Die helfen euch nicht.

  8. nikos
    27. April 2012, 16:46 | #8

    das ist ein fake,oder?

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