Rassistische Gewalt in Griechenland breitet sich aus

23. März 2012 / Aufrufe: 9.428

In Griechenland und speziell in Athen breiten sich die Fälle rassistischer Gewalt gegenüber Immigranten auch auf Bezirke außerhalb des Zentrums aus.

Die Ausbreitung der Fälle rassistischer Gewalt auf neue Bezirke Athens, wie beispielsweise Kallithea, und die organisierten Angriffe gegen Immigranten, die an Bushaltestellen warten, sind einige der Strömungen, welche das Netzwerk zur Erfassung von Fällen rassistischer Gewalt ausmacht. Laut einer Untersuchung, deren Ergebnisse am vergangenen Mittwoch (21 März 2012) präsentiert wurden, agierten in der überwältigenden Mehrzahl der im letzten Quartal 2011 verzeichneten Fälle die Täter als Gruppe, was die Ansicht bezüglich organisierter rassistischer Verbrechen bekräftigt.

Sich auf die Chrysi Avgi beziehend warnte das Netzwerk, „dass sich die eine politische Vertretung beanspruchenden Gewaltgruppen darüber bewusst zu sein haben, dass es immer mehr auf sie gerichtete Mikroskope geben wird„. Weiter wird die Beunruhigung darüber ausgedrückt, dass „die Bevölkerung in den urbanen Zentren eine zunehmende Toleranz für rassistische Gewalt zeigt„.

Die meisten Opfer rassistischer Gewalt sind Afghanen und Afrikaner

Das Netzwerk – welches auf Initiative des Nationalen Gremiums für Menschenrechte (EEDA) und des Obersekretariats der UNO für Flüchtlinge in Griechenland geschaffen wurde, unter Beteiligung 18 nichtstaatlicher Organisationen (Amnesty International, Ärzte der Welt usw.) und des Ombudsmanns als Beobachter – führte diese erste Erfassung in drei, vier Bezirken Athens und in einem Bezirk der Hafenstadt Patras durch. Insgesamt verzeichnete es 63 Fälle, von denen die Täter in 18 Fällen Mitglieder extremistischer Organisationen, in 26 Bürger, in 18 Polizeibeamte und in 1 der private Sicherheitsdienst eines Krankenhauses waren.

Von den Opfern waren 56 Männer und 7 Frauen – die meisten aus Afghanistan (25) und dem subsaharischen Afrika (21). In 30 Fällen wurden Körperverletzungen und in 12 Fällen schwere Körperverletzungen sowie auch Beschädigungen von Eigentum verursacht (Zerstörung eines Lebensmittelgeschäfts-Lieferwagens, Brandstiftung in einem Blumenladen). In 51 Fällen erfolgte der Angriff von Gruppen – und zwar häufig unter Beteiligung von Frauen und Minderjährigen. In zwei Fällen war eine Frau die Täterin.

Üblicherweise fragt die Frau „Von wo bist Du“, und sobald das auserkorene Opfer antwortet, erscheinen die übrigen und beginnt die Gewalt„, erklärte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des EEDA Tina Stavrianaki. „Gruppen patrouillieren auf öffentlichen Plätzen zu Fuß oder auf Mopeds und tragen dabei schwarze Kleidung und haben das Gesicht mit Kapuzen oder Helmen vermummt„.

Über die Gewalt seitens Polizeibeamter verzeichnete das Netzwerk sich wiederholende Verhaltensweisen: „In Patras wird der Ausländer an eine abgelegene Stelle gebracht, wo er von den Polizisten misshandelt wird, die ihn dann dort zurücklassen, nachdem sie seine Dokumente vernichtet haben – und in einem Fall sogar auch die gerade erworbenen Medikamente. In Athen schreiten sie zu Vorführungen sogar auch legaler Immigranten, wo dann die Gewalt und die Einschüchterung beginnt, Griechenland zu verlassen„, fügt Frau Stavrinaki an.

Rassistische Gewalt bleibt in Griechenland ungeahndet

Die Verurteilung der Täter ist in Griechenland ein unbekannter Begriff„, äußerte der Vorsitzende des EEDA Kostis Papajoannou. Er prangerte die Publikationen über Bürgerwehren zum angeblichen Selbstschutz und die politischen Führer an, welche „anstatt zu verurteilen, von dem Recht auf Waffenbesitz sprechen und Gruppen zu Zielen machen„.

Der Vorsitzende des Griechischen Immigranten-Forums Moavia Ahmet aus dem Sudan betonte, dass viele der Opfer die erlittene – verbale oder körperliche – Gewalt nicht melden, da sie sich damit entweder als alltägliches Phänomen in ihrem Leben abgefunden haben oder kein Vertrauen haben, dass etwas geschehen wird. „Im Verhältnis zur Realität sind die Zahlen minimal„, meinte Jonous Mohamadi aus Afghanistan, Vorsitzender des Griechischen Flüchtlings-Forums. Er führte das Beispiel der Somalier – „einer sehr geschlossenen Gemeinschaft – an, bei denen es Dutzende Opfer – hauptsächlich Frauen mit Kopftüchern – gibt, die nirgendwo verzeichnet werden„. Eine andere Gruppe, die in letzter Zeit viele Angriffe erlebt, sind die farbigen Prostituierten im Zentrum von Athen.

Herr Mohamadi hielt besonders bei dem „psychologischen Trauma“ ein, dass Immigranten in einem Mitgliedstaat der EU Gewalt erfahren: „Bis wir in Griechenland angelangten, erlitten wir in unserem eigenen Land, aber auch unterwegs viel Schläge. An der Grenze Iran – Afghanistan töten sie Dich. In der Türkei ist die Gewalt unerträglich. In Griechenland erwarteten wir jedoch nicht, das selbe zu erleben.

Auf welche Weise der griechische Staat dem Thema begegnet? Die Antwort des Herrn Papajoannou ist beredsam: „Bevor wir begannen, fragten wir die Behörden, wie viele verzeichnete Fälle rassistischer Gewalt es gebe. Sie antworteten uns: Keinen!

(Quelle: in.gr)

  1. V99 %
    23. März 2012, 13:47 | #1

    Das hat mit „Patriotismus“ nichts zu tun!
    Patriotismus wird heute allgemein von Nationalismus und Chauvinismus unterschieden, insofern Patrioten sich mit dem eigenen Land und Volk identifizieren, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker implizit abzuwerten – Wikipedia
    Neighbourhood Watch auf jeden Fall JA, aber NICHT UNTER DEM BRAUNEN DECKMANTEL!

  2. Ariadne
    23. März 2012, 17:50 | #2

    Die letzten 3 Zeilen des Artikels sprechen für sich! – Griechenland, Du stolze Nation, wo bist Du geblieben?

  3. Uzi Uggs
    23. März 2012, 18:20 | #3

    Tja, da zeigt sich, was fuer Helden die griechischen Schlaeger sind, sich auf koerperlich unterlegen scheinende Opfer zu stuerzen. Machen wir uns nichts vor, mit Griechenland (und Europa) geht’s noch weiter bergab, deshalb ist das leider erst der Anfang. Auch wenn uns internationalistische Gutlinke gern was anderes erzaehlen, solange die eigene Kohle stimmt: Die Welt ist kein Ponyhof; maennliche Kriegs- und Armutsfluechtlinge im kampffaehigen Alter sind nirgends gerne gesehen, sie sollen gefaelligst daheim fuer eine Verbesserung der Zustaende kaempfen.

  4. Marion
    23. März 2012, 18:53 | #4

    Wen wundert`s, dass den Griechen der Kragen platzt! In Athen kommen die illegalen Immigranten waggonweise an.
    Wenn es in Griechenland nicht schön ist, warum reisen diese Leute nicht weiter? Z.B. nach Zentraleuropa? Dort gibt es viele nette Leute, die helfen wollen.

  5. Hannelore Mueller
    23. März 2012, 20:10 | #5

    Marion, weil sie auf legalem Wege nicht weiterreisen duerfen.

  6. P.Zwegat
  7. Anna Z.
    23. März 2012, 20:29 | #7

    Tausende haben den Artikel gelesen und fast niemand sagt etwas dagegen?
    Was die Krise den rechtsextremen gebracht hat:
    http://jungle-world.com/artikel/2011/49/44492.html

    Zum Thema Grenzsicherung, Griechenland hat zwischen 2007 und 2011 rund 300 Millionen Euro Unterstützung durch die EU erhalten. Was ist damit passiert? Wer ist für die Einwaderungsstöme verantwortlich? Wieder mal die Anderen?

    Für die ewig Gestrigen, was die Einwanderungsgesetze, die für Griechenland gelten, angeht:
    Einfach mal nach Schengen Abkommen und Dublin II Verordnung suchen!

  8. Autonomia Operaia
    23. März 2012, 22:15 | #8

    @Uzi Uggs
    Mal nicht übertreiben, von wegen „die“ Griechen, kennste einen, kennste alle und Deutsche scheinen neben ihrem boulevardspannenden, grußlosen, in der Glotze gelernten Gaffertick auch noch den zu haben, daß sie immer alles wissen, vor allem, was sich unter Gipsverbänden so versteckt („Hatte ich auch!“)
    Zudem rassistische Gewalt schon lange stattfindet, nur früher hat das kaum wen interessiert:
    http://tapesgoneloose.blogspot.de/2009/10/greece-immigration-part-i-agios.html

  9. Humphrey
    24. März 2012, 00:03 | #9

    ✬ Das Pendel schlägt zurück – der Backlash beginnt, wie vom Trendforscher G. Celente bereits vor 2 J. prognostiziert. Das wird überall in Europa geschehen, wenn die überstrapazierten Sozialsysteme in der Krise kollabieren werden.

    ✬ Zu der Lüge, die Einwanderung aus Türkei, Orient u. Afrika sei ein Gewinn u. deshalb weiter notwendig – hier die Aufklärung vom Soziologen u. Demographieforscher Gunnar Heinsohn: “ 1 BILLION EURO* Sonderschulden aber hatte Deutschland bereits 2007 für Migranten, die mehr aus den Hilfesystemen entnehmen, als sie aufgrund schlechter Schulleistungen und anderer Handicaps in sie einzahlen können.“ http://bit.ly/bQ8VnR

    ✬ Dänische u. britische Politiker haben zugegeben, dass die Masseneinwanderung v.a. von kulturfremden Muslimen -den der Grossteil der Bevölkerung ablehnt- den Zweck hat, unsere historischen Wurzeln zu zerreissen, um unsere Gesellschaften radikal zu ändern, u. um ihrer Neuen Welt Ordnung den Weg zu ebnen. Qu: http://euro-med.dk/?p=24230

    ✬ Es ist also ganz natürlich, daß diese widernatürliche & aufgezwungene Masseneinwande- rung von den Völkern rückgängig gemacht wird! Ich hoffe, daß es weitgehend friedlich u. ohne Gewalt ablaufen wird!

    ✬ Wer sich nur ein bisschen mit dem strategischen Denken der EU-/NWO-Eliten beschäftigt hat, kann vorraussehen, daß sie auf dem Höhepunkt der Krise v.a. die Moslems dem Mob als Sündenbock anbieten werden, um die eigene Haut zu retten und von ihren Machenschaften (Ausplünderung der Völker durch die geplante „Finanzkrise“) abzulenken.

    ✬ Mögl. werden fremdenfeindliche Attacken auch von Agenten durchgeführt, um so die Verschärfung von Gesetzen, Einschränkung von Bürgerrechten u. evtl. den Einsatz von EuroGendFor u. ausländ. Truppen zu legitimieren.

    Kleiner Exkurs für die Guties:

    ✬ „Die Einwanderer nehmen mit ihrer Niederlassung auf Dauer die kostbarste Ressource in Anspruch, die einem Volk zur Verfügung steht, nämlich deren Land. Sie werden daher (auch) als Eindringlinge wahrgenommen, und das löst automatisch territoriale Abwehrreaktionen aus, und zwar dann, wenn sich die Gruppen voneinander abgrenzen, was kulturell einander Fernerstehende auch zu tun pflegen. Gestattet ein Volk anderen den Aufbau von Minoritäten im eigenen Lande, dann tritt es praktisch Land ab und belastet sich innerhalb eigener Grenzen mit zwischenethnischer Konkurrenz.” — Prof. Dr. Eibl-Eibesfeldt („Wider die Mißtrauensgesellschaft”, Piper, 1995)

  10. Uzi Uggs
    24. März 2012, 07:37 | #10

    AuOp., ich verstehe nicht, auf was Sie sich zu beziehen gedachten. Ich schrieb an dieser Stelle nicht von „den“ Griechen, sondern von denjenigen griechischen Schlaegern mit und ohne Uniform, die nach dem vorliegenden Artikel auf Huren oder einzelne Andersfarbige einschlugen.

    Helden treten nicht nach unten, so simpel ist die Regel. Heisst ja nicht, dass die ungebetenen Gaeste alle im Lande bleiben sollen. Aber gerade nach den Kleinasien- und Zypernerfahrungen waere wuenschenswert, wenn man die Heimfuehrung unintegrierter Fluechtlinge gelassen und menschenwuerdig organisiert. Flugzeuge und Faehren gibt es genug, zufaellig anwesende Bild- und Focus-Reporter bitte gleich mitnehmen.

  11. Engel
    27. April 2012, 11:01 | #11

    Fälle rassistischer Gewalt gegenüber Griechen sind kein Thema, oder?

  12. Onasis
    1. Oktober 2012, 00:17 | #12

    Die Immigranten sind ganz bestimmt nicht die Armen und Wehrlosen. Sie rempeln die Leute in der U- Bahn an um ihnen die Handtaschen aufzuschlitzen und die Geldbörsen zu entwenden, sie rauben Kinder aus und stehlen Fahrräder. Wieso sollten die Griechen sich das gefallen lassen?
    Warum soll man durchgehen lassen, dass Immigranten ohne Steuern zu zahlen Waren verkaufen, während die steuerzahlenden Händler pleite gehen, weil sie eben Steuern und Miete zahlen und deshalb die Waren nicht so billig verkaufen können?

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