Internationales Interesse an Erdöl in Griechenland

4. März 2012 / Aktualisiert: 24. Januar 2014 / Aufrufe: 2.387

An der offenen Ausschreibung der Forschung nach Erdöl und Erdgas in Griechenland haben sich insgesamt acht weltweit aktive Firmen beteiligt.

Insgesamt acht international einschlägig aktive Gesellschaften reichten Angebote bei dem griechischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) ein, um seismische Forschungen nach Kohlenwasserstoffen im Ionischen Meer und im Seegebiet südlich von Kreta durchzuführen. Der Abschluss der Bewertung der Offerten durch den zuständigen Ausschuss des YPEKA wird für Anfang April 2012 erwartet.

Die Beteiligung an der offenen internationalen Ausschreibung des YPEKA übertraf alle Erwartungen, wobei die Tatsache, dass sich unter den Interessenten auch die größten Forschungsgesellschaften auf internationalem Niveau befinden, besonders positiv bewertet wird, zumal derartige Projekte üblicherweise direkt vergeben werden. Laut dem zuständigen Staatssekretär des YPEKA Giannis Maniatis kündigt die rege Beteiligung an der Ausschreibung starkes Interesse für das nächste Stadium der Bohrungen an.

Big Players im Spiel um Erdöl im Ionischen Meer und bei Kreta

An der Ausschreibung beteiligten sich Firmen aus Norwegen, Frankreich, England, Deutschland und den USA, die seit Jahrzehnten weltweit aktiv sind:

  • ION GEOPHYSICAL CORPORATION
  • TGS-NOPEC GEOPHYSICAL COMPANY ASA
  • CGG Veritas
  • Dolphin Geophysical
  • PETROLEUM GEO-SERVICES (PGS)
  • SPEC PARTNERS LTD
  • SPECTRUM GEO LIMITED
  • FUGRO MULTICLIENT SERVICES AS

Die abgegebenen Angebote werden auf Basis wirtschaftlicher, aber auch technischer Kriterien bewertet werden (Ausmaß der Forschungen, Erfahrung, Möglichkeit zur Promotion der Gebiete auf dem internationalen Markt usw.), um schließlich ein oder zwei Gesellschaften den Zuschlag zu erteilen. Ziel des Ministeriums ist die Vollendung der seismischen Erforschungen und die Auswertung der Daten bis Ende des Jahres, damit 2012 die internationalen Ausschreibungen zur Abtretung der Gebiete („Felder“) zur Erforschung und Nutzung von Kohlenwasserstoffen erfolgen können.

Die seismischen Untersuchungen werden zeigen, in welchen Gebieten Möglichkeiten zur Auffindung verwertbarer Vorkommen existieren, ein endgültiges Bild wird sich jedoch erst nach Bohrungen ergeben. Es ist anzumerken, dass die Firmen, welche den Zuschlag erhalten werden, die auf 40 Mio. Euro geschätzten Kosten der seismischen Untersuchungen aus eigenem Kapital finanzieren werden. Ihre Gewinne werden aus dem Verkauf der Ergebnisse der Nachforschungen an Konzerne herrühren, welche an der Förderung der vermuteten Vorkommen interessiert sind.

Erforschung der Felder bei Patras, Katakolo und Ioannina

Weiter ist anzumerken, dass im Juli 2012 die Erforschungen der drei Felder im Golf von Patras und bei Katakolo und Ioannina beginnen werden. Laut Informationen der Zeitung „To Vima“ wird Staatssekretär Giannis Maniatis noch im laufenden Monat (März 2012) in Athen Gespräche mit dem Spitzenvertreter einer Gesellschaft mit Sitz in Huston / Texas führen, die daran interessiert ist, Aktivitäten auf dem Sektor der Förderung von Kohlenwasserstoffen im griechischen Raum aufzunehmen.

Nach 15 Jahren der Untätigkeit und Absenz bringt die aktuelle Entwicklung Griechenland damit dynamisch auf den Markt der Kohlenwasserstoffe, und zwar mit großen Erwartungen, welche durch die positiven Ergebnisse entsprechender Nachforschungen bei Zypern und Israel genährt werden. Bevor Griechenland mit nennenswerten Einnahmen rechnen kann, werden allerdings noch etliche Jahre vergehen und vorher Investitionen in Höhe vieler Milliarden Dollar zu erfolgen haben.

(Quellen: in.gr, Kathimerini, Zougla.gr)

  1. V99 %
    4. März 2012, 20:32 | #1

    Na also, endlich mal ein realistischer Artikel ueber die MOEGLICHEN ERDGASvorkommen (Kohlenwasserstoffe).
    Gruss an alle Mythenanhaenger! Vielleicht klappts ja doch noch in 15 – 20 Jahren 😉
    http://www.digitaljournal.com/article/317269
    http://www.athensnews.gr/portal/1/52036

  2. iaourti iaourtaki
    4. März 2012, 22:49 | #2

    Hier ist auch ein englischer Link: http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite2_1_02/03/2012_430900
    Hier zu Zypern, interessant ist u.a. die Karte, die zeigt wie weit türkische Ansprüche meinen zu reichen und der Trick Zyperns alle großen Nationen an dem Deal zu beteiligen. Eventuell sollte man mal das alte „Gerücht“ raus kramen, daß die Türkei Anspruch auf Gavdos gestellt hatte, ganz zu schweigen von ihrem strategischem Interesse am libyschem Meer (Ägypten, Libyen) und ihrem Stützpunkt in Albanien.
    http://derstandard.at/1328507980701/Markus-Beys-Blog-Erdgas-schafft-Freunde?_blogGroup=1

  3. A. Müller
    17. Juli 2012, 14:21 | #3

    Die riesigen Erdöllager in Griechenland sind seit Jahrzehnten bekannt. Eine lukrative Offerte skandinavischer Erdölfirmen (60% Gewinn an das Land!) wurde seinerzeit kurzfristig storniert:


    Seitdem wird der skrupellose Ausverkauf des Landes geplant und erfolgreich durchgeführt. Und wo waren die Medien die ganze Zeit? sie ‚wussten‘ von gar nichts? Erst jetzt, wo der IWF und die gierigen Fledderer im Geschäft sind, berichten die Medien plötzlich. Ein schwarzes Loch im Universum ist nichts gegen diese Abgründe an Gewissenlosigkeit.

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