Griechenland dementiert vorvereinbarte Rüstungsaufträge

13. Februar 2012 / Aufrufe: 658

Das griechische Verteidigungsministerium dementiert vorvereinbarte Rüstungsaufträge an Deutschland und Frankreich nach Auszahlung der Kreditrate im März 2012.

Als unglaubwürdig bezeichnete Verteidigungsminister Dimitris Avramopoulos Publikationen der deutschen Presse, gemäß denen seitens der griechischen Regierung eine Vorvereinbarung zugunsten deutscher und französischer Unternehmen über den der Kauf militärischer Ausrüstungen nach Unterzeichnung der neuen Kreditvereinbarung abgeschlossen worden ist. Eine an das Verteidigungsministerium gerichtete Anfrage zu dem Thema hatten die  Abgeordneten Dimitris Papadimoulis, Fotis Kouvelis, Thanasis Leventis, Nikos Tsoukalas und Grigoris Psarianos eingereicht.

Wie Verteidigungsminister Avramopoulos in seiner schriftlichen Antwort anmerkt, wird die Verwaltung von Mitteln und speziell von Aktionen, welche mit der Realisierung von Rüstungsprogrammen in Zusammenhang stehen, von äußerst strengen Verordnungen und Kontrollen geregelt. Weiter bezieht er sich auf die Senkung der veranschlagten Mittel für Rüstungsprogramme und betont, dass, während 2009 die in dem entsprechenden Etat für Rüstungsprogramme vorgesehenen Mittel 2,2 Mrd. Euro betrugen, die entsprechenden Posten sich für 2012 auf 1 Mrd. Euro belaufen, was auf die Periode der konkreten drei Jahre bezogen eine Reduzierung um 55% bedeutet.

Abgeordnete berufen sich auf Bild, Die Welt und Die Zeit

Der Verteidigungsminister führt ebenfalls Daten über die von den drei Generalstäben des griechischen Militärs genehmigten Programme an und informiert zusätzlich darüber, dass sich die geschätzten Kosten aller einzelnen Programme bezüglich der Versorgungsbedürfnisse mit Verteidigungsmaterial für das laufende auf den Betrag von ungefähr 216 Mio. Euro belaufen.

Der Abgeordnete der SYRIZA-Partei Dimitris Papadimoulis berief sich auf eine Publikation der deutschen Zeitung BILD, die anführte, dass „Griechenland – einer der besten Rüstungskunden Europas – sich anschickt, mit von der EU stammenden Geldern neue Kampfflugzeuge zu kaufen„, und eine Publikation der Zeitung „Welt“, die sich auf eine anonyme Regierungsquelle beruft, die Deutschland Vereinbarungen über neue Rüstungsprogramme verspricht, wenn Griechenland im März 80 Mrd. Euro aus dem neuen Kreditabkommen erhält.

Eine entsprechende Anfrage an den Verteidigungsminister gerichtet haben auch die Abgeordneten der Partei „Dimokratiki Aristera“ Fotis Kouvelis, Nikos Tsoukalis, Thanasis Leventis und Grigoris Psarianos, die sich auf eine Publikation der Zeitung „Die Zeit“ über den Kauf von Rüstungsmaterial bei Auszahlung der Rate von 80 Mrd. Euro im März berufen.

(Quelle: TVXS)

  1. Bernd
    13. Februar 2012, 08:18 | #1

    So inhaltlich richtig dieser Beitrag ist, er ist terminlich falsch platziert!

    Gerade heute findet eine mediale Schlacht in Europa statt: „Randalierer“, „Vermummte“, die Athen in Brand setzen, darüber empört sich Deutschland derzeit. Aber es sind nicht Vandalen, die hier um ihr Überleben kämpfen, es sind Menschen mit Mut, die um ihre Familien und die Familien ihrer Nachbarn kämpfen.

    Für mich hat mit dem gestrigen Abend 1789 neu begonnen! Macht medial mit! Ein Ende der Diktatoren muss, wie 1789, vollzogen werden.

    Dagegen ist das mögliche und wahrscheinliche Waffengeschäft ein Nichts!

  2. Apateonas
    13. Februar 2012, 12:15 | #2

    Warum so spät? Haben die Herren doch etwas zu verbergen?
    Die meisten Pressemeldungen in D stammen aus der ersten Oktoberhälfte 2011.
    Falls das Dementi stimmt: Bravo!
    Es bestehen allerdings ein paar Zweifel, da auch gemeldet wurde, dass z.B. griechische Militärs schon vor Ort in den USA waren um die 400 Abrams Panzer zu begutachten (ja, ich weiss es soll eine „Schenkung“ werden, mit erheblichen Nebenkosten). Des weiteren stand in einem ZEIT Artikel folgendes dabei:
    Der Mann im Café ist auf Fotos häufig neben dem Verteidigungsminister oder Generälen der Armee zu sehen, er telefoniert oft mit diesen Leuten, er kennt sich also aus. Er weiß, wie sensibel das Thema ist, und möchte daher – wie die meisten Gesprächspartner – nicht mit Namen in der Zeitung stehen.
    Vielleicht hatte der Reporter einfach zu viel Phantasie 😀

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