Erfassung der Empfänger von Sozialleistungen in Griechenland

4. Februar 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 833

Die Empfänger sozialer Beihilfen in Griechenland müssen sich persönlich registrieren lassen, um ihre Leistungen weiterhin beziehen zu können.

Das griechische Gesundheitsministerium ist zuversichtlich, mittels der am 01. Februar 2012 beginnenden obligatorischen persönlichen Erfassung aller Empfänger spezieller (hautsächlich gesundheitsbedingter) sozialer Beihilfen erhalten, und der Schaffung eines einheitlichen Registers dem Phänomen der „Pseudo-Behinderten“ ein Ende zu setzen.

Bei einer Pressekonferenz führte der Minister für Gesundheit und gesellschaftliche Solidarität Markos Bolaris an, die Liste der Meldung beim Gesundheitsministerium über die Gewährung von Sozialleistungen an Unberechtigte sei sehr lang, und fügte hinzu, dass inzwischen auch die Liste der Fälle lang sei, die an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden sind.

Obligatorische Erfassung der Beihilfe-Empfänger bis Mitte März 2012

Der Minister erläuterte, dass mit dem Verfahren zur obligatorischen Erfassung der Berechtigten all jene Empfänger von Beihilfen ausgesiebt werden, die bis heute rechtswidrig eine Leistung erhielten, und „die mehrfach Gemeldeten nicht erscheinen werden. Unter Nutzung der vorhandenen Erfahrungen seitens der Weltgesundheitsorganisation und der Dienststellen der Europäischen Union, welche Prozentsätze für jede Krankheit vorgeben, können wir Kontrollen fokussieren. Wenn wir also wissen, das es eine Krankheit gibt und bei 0,5% der Bevölkerung auftritt und wir in einer Region 5% der Bevölkerung haben, ist absolut sicher, dass dort eine Missachtung der gesetzlichen Verfahren vorhergegangen ist„.

Die Erfassung der Beihilfe-Empfänger erfolgt ausschließlich bei den kommunalen Zentren für Bürgerservice (KEP) und soll bis zum 16. März 2012 abgeschlossen sein. Die Fristen für die obligatorische Erfassung sind nach dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens der Berechtigten folgendermaßen gestaffelt:

  • von A bis I (Jota): vom 01-02-2012 bis zum 15-02-2012
  • von K bis Ο (Omikron): vom 15-02-2012 bis zum 29-02-2012
  • von P bis Omega: vom 01-03-2012 bis zum 16-03-2012

Wenn der Berechtigte nicht in der Lage ist, persönlich bei einem KEP vorstellig zu werden, hat die Erfassung durch eine entsprechend bevollmächtigte dritte Person zu erfolgen. Unterzieht sich ein Berechtigter dem obligatorischen Erfassungsverfahren nicht, werden die Zahlungen an ihn eingestellt werden.

Mit dem von uns befolgten Verfahren ist sicher, dass die Aufwendungen sinken werden, welche der Staat derzeit für Sozialleistungen aufbringt – jedoch nicht, weil wir die Leistung an unseren Mitbürger senken, der sie nötig hat, sondern weil wir mit dem Betrieb der Registerdatenbank alle Unberechtigten ausschließen werden„, betonte Minister Bolaris.

Wer sich dem Erfassungsverfahren unterziehen muss

Die Erfassung bezieht sich auf alle Empfänger von Zuwendungen an Behinderte, unversorgte Kinder, Rücksiedler griechischer Abstammung und Wohnbeihilfen für Altersrentner des OGA, gleich ob sie eine oder mehrere der Beihilfen für Berechtigte beziehen, die unter die nachstehend aufgelisteten Kategorien fallen:

  • Schwere körperliche Behinderung
  • Schwere geistige Behinderung
  • Gehirnlähmung
  • Taubheit
  • Mobilitätsbehinderung
  • Querschnittsgelähmte (Paraplegie / Tetraplegie) und Amputierte ohne Sozialversicherung
  • Querschnittsgelähmte (Paraplegie / Tetraplegie) und amputierte Versicherte des öffentlichen Sektors
  • Verwandter einer an hämolytischer Anämie / Hämophilie leidender Personen
  • Blindheit
  • Hansen-Krankheit
  • Unversorgte Minderjährige
  • Wohnbeihilfe für Altersrentner der OGA
  • Diätbeihilfe (für Nierenkranke und Transplantats-Empfänger)

Ergänzend sei angemerkt, dass entsprechende Verfahren bereits im vergangenen Jahr (2011) auch von den drei größten gesetzlichen Pflichtversicherungsträgern in Griechenland (IKA, OAEE, OGA) für deren Rentner etabliert worden sind, die sich fortan jedes Jahr erneut persönlich erfassen lassen müssen. All diese letztendlich nachhaltig die allgemeine Volkswirtschaft und dabei wiederum ausgerechnet die sozial schwachen Gruppen der Bevölkerung belastenden „Völkerwanderungen“ wären allerdings weitgehend vermeidbar, wenn endlich der Verwaltungsapparat funktionieren würde … .

(Quelle: in.gr)

  1. Apateonas
    4. Februar 2012, 11:34 | #1

    Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, da es helfen wird Simulanten und Betrüger zu entlarven und verhindern weiterhin die Solidargemeinschaft zu bestehlen. Im deutschen Fernsehen war diese Tage ein Bericht über Menschen in Griechenland, die von teuren Medikamenten abhängig sind. Dort wurde gezeigt, dass es unverantwortlich ist weitere Kürzungen im medizinischen Sektor vorzunehmen. Weitere deutsche Quellen prangern die viel zu hohen griechischen Militärausgaben an. Mein Vorschlag: Stoppt die unverhälnismassigen hohen Militärausgaben und investiert in die Gesundheit der Bevölkerung!

  2. miks
    6. Februar 2012, 17:10 | #2

    endlich,vieleicht wird es doch mal was!

  3. KClemens
    7. Februar 2012, 16:11 | #3

    Apateonas : Mein Vorschlag: Stoppt die unverhälnismassigen hohen Militärausgaben und investiert in die Gesundheit der Bevölkerung!

    ja, aber nicht so:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten419.html

    ein kleiner einblick, wie in deutschland ein „wirtschafswunder“ entstehen kann. eines, das meiner meinung nach mit EU-recht knallhart kollidieren dürfte. denn hier werden millionenfach verdeckte subventionen an unternehmen verteilt.

    auch an große konzerne, wie thyssen krupp. aber die haben ja erfahrung mit dem einsatz unbezahlter arbeitskräfte.

  4. Apateonas
    7. Februar 2012, 22:07 | #4

    @KClemens

    Danke für den interessanten Film aus D!
    Hat aber nichts mit dem Thema hier zu tun 😀

  5. KClemens
    8. Februar 2012, 23:21 | #5

    Apateonas :
    @KClemens
    Danke für den interessanten Film aus D!
    Hat aber nichts mit dem Thema hier zu tun 😀

    ich weiß. habe halt versuch gerade noch die topic-kurve zu bekommen. ging ja um sozialleistungen und deren empfänger.

    ich dachte nur, es wäre mal interessant für andere „europäer“, wie die deutschen firmen so ihr wirtschaftswunder „wuppen“. sofern die möglichkeit besteht, bitte ich um schnelle weiterverbreitung oder ggfs. sicherung des berichts, sofern kein copy- oder ähnliches right berührt wird. denn der bericht ist aus dem öffentlich-rechtlichen fernsehen und nur 7 tage als videoabruf verfügbar.

    also falls hier die möglichkeit der schnellen verbreitung besteht – nur zu.

    grüße aus dem frostigen berlin!

  6. Apateonas
    9. Februar 2012, 02:12 | #6

    @KClemens
    Ich hab den Beitrag mal runter gesaugt, für meine Sammlung. Es ist ein .wmv file mit 286mb.
    Falls Bedarf besteht, kann ich ihn uppen. Er wird aber nicht ewig im Netz stehen.
    Grüsse aus dem etwas kalten Athen in die Hauptstadt!

  7. KClemens
    11. Februar 2012, 12:07 | #7

    Apateonas :
    @KClemens
    Ich hab den Beitrag mal runter gesaugt, für meine Sammlung. Es ist ein .wmv file mit 286mb.
    Falls Bedarf besteht, kann ich ihn uppen. Er wird aber nicht ewig im Netz stehen.
    Grüsse aus dem etwas kalten Athen in die Hauptstadt!

    keine schlechte idee, das mit dem uppen. grüße zurück aus berlin, und hauptstadt hätte gereicht, der regierungssitz hätte in bonn verbleiben sollen. es scheint so, daß der ehemalige reichstag und heutige bundestag ein schlechtes karma hat und zu größenwahn und realitätsverweigerung führt………

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