Troika will Griechenland exemplarisch abstrafen

7. Januar 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.560

Der Leiter des Wirtschaftsstabs der Regierung Papadimos gestand freimütig ein, dass die Bevölkerung in Griechenland exemplarisch abgestraft werden soll.

Mit einer knappen Äußerung, die ohne weiteres den Status der Definition des Zynismus beanspruchen kann, erklärte Gkikas Chardouvelis, Leiter des Wirtschaftsstabs des Premierministers Lukas Papadimos, dem griechischen Volk klar das Verhältnis zwischen der Übergangsregierung Papdimos und und der Troika sowie auch die Gründe, aus denen sich die Bevölkerung auf Gleisen bewegt, die in die Verelendung und völlige Verarmung führen.

Iin einer Sendung des Fernsehsender SKAI am 05. Januar 2012 gestand Gkikas Chardouvelis, sich auf die Arbeitsverhältnisse und Lohnangleichungen beziehend, ohne zu erröten ein, dass die Troika anerkennt, dass im Fall der verlangten Streichung des (in Griechenland als 13. und 14. Monatslohn bezeichneten) Oster-, Urlaubs- und Weihnachtsgeldes auf dem privaten Sektor die Nachfrage noch weiter zurückgehen und es eine noch größere Rezession geben wird. Wie er erklärte, tut die Troika dies seines Erachtens, damit die Griechen sich der tatsächlichen Probleme des Landes gegenwärtig werden.

Troika treibt Griechen aus Erziehungsgründen in Verelendung

Mit wenigen Worten, die Troika verurteilt das griechische Volk aus … pädagogischen Gründen zur Verelendung und gibt damit Chrysanthos Lazaridis, dem engen Mitarbeiter des Oppositionsführers und Vorsitzenden der Nea Dimokratia (ND) Antonis Samaras, völlig Recht, der – wie einer seiner Gesprächspartner gegenüber Journalisten äußerte – bei der letzten Begegnung mit den Vertretern der Troika mit dem Eindruck verblieb, dass die Griechen exemplarisch abgestraft werden sollen.

Gkikas Chardouvelis gestand im Wesentlichen ebenfalls ein, dass niemand auf der Gegenseite existiert, um die Gelüste und Verlangen der Troika zu bremsen, die ihre Befehle einer Regierung folgsamer Organe aufzwingt, die nicht nur einfach kein einziges Argument gegen den Orkan vorbringt, der die griechische Gesellschaft zu völliger Verarmung verurteilt, sondern kommentarlos alles ausführt, als ob es sich um Befehle zu Kriegszeiten handelt.

Das Eingeständnis von höchsten zuständigen Lippen, dass der Troika bewusst ist, dass all das, was sie Griechenland aufzwingen wird, in eine noch tiefere Rezession, also zu noch höherer Arbeitslosigkeit, noch geringeren Einkommen und noch mehr Armut führen wird, verkörpert letztendlich das Markenzeichen der Regierung Papadimos und wie letztere – sei es auch nur elementare – Verhandlungen über die griechischen Interessen zu führen vermag.

(Quelle: Vradyni)

  1. Apateonas
    7. Januar 2012, 10:39 | #1

    Komisch, immer wenn ich hier einen Artikel aus der Vradiny hier finde, erwarte ich theatralisches gejammer und Selbstbemitleidung…und bekomme das dann auch.

    „Wie er erklärte, tut die Troika dies SEINES ERACHTENS, damit die Griechen sich der tatsächlichen Probleme des Landes gegenwärtig werden.“
    Gibt es eigentlich auch nichtgriechische Quellen für diese Behauptungen?

    Ich will damit keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass ich die Bedingungen der Troika für völlig angebracht betrachte. Es fehlt ein intelligentes Aufbauprogramm, aber leider auch immer noch eine Einsicht in weiten Teilen der Bevölkerung, dass sich etwas ändern MUSS.

  2. Ottfried Storz
    7. Januar 2012, 13:19 | #2

    Kein Anlaß zu nichtig, als das Griechen dies nicht für die Schaffung einer neuen Verschwörungstheorie nehmen.
    Der Leiters des Wirtschaftsstabes erklärte zu MÖGLICHEN Gründen der Troika-Forderung zur Streichung des 13. und 14. Monatsgehalts, „damit die Griechen sich der tatsächlichen Probleme des Landes gegenwärtig werden.“
    Diese Zeitung macht aus dieser „Vermutung“ einer Person
    „Troika will Griechenland exemplarisch abstrafen“ und
    „Troika treibt Griechen aus Erziehungsgründen in Verelendung“

    Was für ein Wahnsinn:
    Die Verschuldung des Landes steigt seit vielen Jahren dramatisch
    (2007: 7%, 2008: 10% , 2009: 16%, 2010: 11%, 2011: 9%, des BIP) auf atemberaubende Höhen (2012: über 190 % des BIP !),
    die Lohnstückkosten liegen weit weg von der Wirtschaftlichkeit aller anderen Staaten,
    die Verwaltungseffizienz ist die zweischlechteste und die Korruption die höchste in der EU,
    wie auch die Unattraktivität Griechenlands für Unternehmen.

    Es gibt also objektiv ausreichend sehr, sehr gute Gründe dafür, das 13. und 14. Monatsgehalt im privaten Sektor abzuschaffen.
    Die Zeitung behauptet jedoch, die Troika würde dies nur fordern, um Griechenland „exemplarisch abzustrafen“ und triebe Griechen „aus Erziehungsgründen in die Verelendung“.

    Offensichtlich ist Griechenland unverändert Lichtjahre von der Erkenntnis und Umsetzung entfernt, was alles – und zudem schnellstens – geändert werden muß.
    Dieses Griechenland hat mangels Veränderungsbereitschaft keinen weiteren Euro Kredit verdient, denn jeder weitere Euro wäre Verschwendung.
    Für dieses Griechenland sehe ich als einzig sinnvolles Konzept eine Insolvenz, den anders ist dieses System 11 Millionen Besitzstandswahrer nicht grundlegend veränderbar.

  3. Zorn
    7. Januar 2012, 13:20 | #3

    Vermutlich ist Griechenland, weil es klein ist, das Versuchslabor der Elite um auszutesten wie weit man in der NWO gehen, kann bis der Siedepunkt erreicht ist und die Revolution ausbricht. Dieser Punkt kann dann als Maßstab für die restlichen dann Mitglieder der EUdssr genutzt werden.

  4. Gerhard Körmer
    7. Januar 2012, 15:00 | #4

    Die weinerlichen Schuldzuweisungen gehen von der unverschämten und verlogenen Politklasse weiter. Es geht nicht um Gelüste der Troika, sondern um einfache Rückzahlungen der Schulden. Die angebotene Schuldenreduzierung um 50 Prozent oder 100 Milliarden ist den Reichen noch zu wenig. Mit erpresserischen Argumenten verlangen sie noch mehr. Auch in Griechenland soll der sogenannte kleine Mann alle Schulden bezahlen. Zur einsichtigen Ablenkung wird die selbstzuverantwortende Verschuldung auch noch Europa zugeschoben. Der europäische Steuerzahler hat doch schon die Renovierung der gesamten heruntergekommenen Infrastruktur, sehr ähnlich die der DDR 1989, die vergangenen 20 Jahre bezahlt. Die ehemals Westdeutschen zahlen immer noch ab.
    Warum werden die Preise in GR nicht analog zur Senkung der Renten und Einkommen der unfähigen Beamten (OECD) gesenkt? Ein Orangenplantagenbesitzer in Arta erhielt 12 Cent für 1 Kilo im Dezember 2011. Ohne zu erröten wird eine unberechtigte und zudem falsche Schuldzuweisung vorgenommen, ähnlich der Lügen eines Herrn Pangalos zum angeblich geraubten Gold. Dass sich dieser Herr bei der dt Regierung entschuldigen mußte, berichtete dieses feine Blatt nicht.
    Das Danaergeschenk der nur durch Lug und Betrug auch des honorigen Papademos erreichten Mitgliedschaft in Europa setzt sich fort seit Troja. Wer rettet am Ende die Retter?

    Verläßt Griechenland den Euro, wird ihnen nichts mehr aufgezwungen.

  5. NoName
    8. Januar 2012, 02:27 | #5

    @Ottfried Storz
    Sry, wenn ich mir das sGR Durchschnittseinkommen ansehe und dieses gegenrechne mit Mieten/Lebensmittelpreisen/Benzin/… DANN denke ich nicht, dass das 13/14 Gehalt im privaten Sektor abgeschafft werden sollte.

  6. Gerhard Körmer
    8. Januar 2012, 12:22 | #6

    Manos Matsaganis, Wirtschaftsprofessor an der Athener Universität: „Viele Griechen begrüßen es, dass EU und Internationaler Währungsfonds den Spielraum der Regierung einschränken, aber andere hätten es wohl immer noch lieber, wir würden Geld ohne Auflagen kriegen, das wir dann wie üblich verschwenden dürften.“ Matsaganis ist bitter geworden, weil er viele Jahre ohnmächtig ansehen musste, wie eine korrupte Elite das Land in den Untergang führte. „Mir tun Leute wie Reichenbach leid, die den Schlamassel aufräumen sollen, den wir angerichtet haben.“ Sich an die eigene Nase fassen ist eben schwierig für den Menschen.
    Griechenland fehlt ein Geschäftsmodell. Wie sehr, belegt der Vergleich mit einer starken Volkswirtschaft wie der deutschen. Griechenland exportiert Waren im Wert von rund sieben Prozent seiner Wirtschaftsleistung, in Deutschland sind es knapp 40 Prozent.

    Das liegt daran, dass das Land kaum etwas zu verkaufen hat, was im Ausland gefragt ist. Die Hauptexportgüter nach Deutschland sind Lebensmittel, Kleidung und – immerhin – Medikamente. Wer soll auf den 246 kleinen Inseln was investieren und warum?
    „Der Beitritt zur EU war ein großer Schub für die griechische Wirtschaft“, sagt Ökonomieprofessor Nikolaos Vettas, wenigstens 1,5 Billionen Euros an Strukturhilfe aus Europa, die zum Teil in der Schweiz rumliegen. „Aber da die Regierung keinerlei Industriepolitik betrieb, führte das dazu, dass wir alles importierten, statt es selbst herzustellen.“ Griechische Weisheit dazu: Was ein anderer arbeiten kann, arbeite nicht selbst.
    Eine Zimmervermieterin mit ihren 3 Töchtern auf Serifos läßt die Zimmer von einer Albanerin reinigen; nur ein Beispiel von vielen. Nahe dran hat ein Pfiffiger und Fleißiger ein kleines Imperium errichtet. Eine Mehrheit der jungen Griechen strebt in den Staatsdienst mit optionaler Leistungsbereitschaft, die leistungsbereiten verlassen die Heimat.
    Die logische Folge: Steigende Leistungsbilanzdefizite. Allein von 2001 bis 2008 verdoppelte sich das Minus auf fast 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während Deutschland in der gleichen Zeit Überschüsse von bis zu acht Prozent aufbaute. Die unausgeglichene Handelsbilanz finanzierten die Gaunerelite mit Kapitalimporten – und trieben damit die Staatsschuld in die Höhe.

  7. Murksel
    9. Januar 2012, 00:46 | #7

    Ich bin mir sicher, dass die Troika weiss, dass ihre Forderungen den Staaten nichts bringen.
    Es geht m. E. auch nur darum, die Banken und Investoren aus den Rettungspaketen zu bedienen.
    Der kleinste Teil dieser Gelder kommt den Staaten selbst zu Gute.
    Jeder, auch die Troika, konnte und kann feststellen, dass die Sparmaßnahmen immer tiefer in die Rezession geführt haben und führen und die Mißstände verschlimmert haben.
    Was ich nicht glaube, ist, dass Griechenland abgestraft werden soll.
    Denn die Forderungen des IWF, der EU und der EZB sind überall die gleichen (in Irland, Portugal, Spanien und Italien), nämlich der soziale Kahlschlag. Die Nutznießer der Krise werden nicht angetastet.
    Und auch in Portugal und Spanien hat sich das Defizit (erwartungsgemäß) vergrössert, in Irland wird – wie bei uns – die Mittelschicht platt gemacht.
    Da fragt man sich wer, steckt hinter dieser konzertierten Aktion. Wirklich nur die Banken und speziell Goldmann-Sachs?

  8. Ottfried Storz
    9. Januar 2012, 12:19 | #8

    @Murksel:
    Hinter der Troika stecken EZB, EU-Kommission und das IWF. Letztlich geben denen USA ca. 10 Prozent und die EU-Länder Deutschland (ca. 22 %) und zu je ca. 12-14 % Frankreich, England und Italien das Geld. Der Rest kommt von xx-anderen Ländern (China, Russland etc). All dies ist einfachst recherchierbar. Also bitte, bitte, bitte: Keine erneute Verschwörungstheorie.

    Wirklich ALLE relevanten Geldgeber sind sich einig, das ganz vorrangiges Ziel Griechenlands die
    deutliche Verringerung der Schulden ist, durch Kürzung von Staatsausgaben und
    Erhöhung der Staatseinnahmen.
    Leider will es Griechenland nicht schaffen, die Ausgaben schneller zu senken. Sie schafft es auch nicht, hunderter Milliarden illegal erworbener und unversteuerter Auslandsmilliarden einzukassieren. So erhöht die Regierung lieber zum x-ten Mal die Verbrauchssteuern oder senkt zum x-ten Mal das Mindestbesteuerungsniveau.
    Wohlgemerkt: Schuld hieran hat die Regierung und das total ineffiziente Verwaltungssystem in Griechenland, nícht die Troika oder einzelne Troika-Mitglieder !

    IWF-Kredite sind an bestimmte Bedingungen gekoppelt, die das jeweilige Land zu erfüllen hat. Diese werden als Strukturanpassungsprogramme (SAP) bezeichnet. Neben Reduzierung der Staatsausgaben und Erhöhung der Einnahmen sind die weiteren Ziele der SAP:
    – Steigerung des Exports
    – Verringerung der Konsumausgaben durch Verbrauchssteuererhöhungen (insb. Tabak, Alkohol, Luxusgüter)
    – Inflationssenkung durch Markliberalisierung
    – Privatisierung von Staatsbeteiligungen und öffentlichen Einrichtungen.

    Vor Griechenland haben diese SAP mehrere Dutzend Länder durchgemacht.
    Aber nur in Griechenland schreibt man von „Bestrafung“, „Exemplestatuierung, „Kolonialismus“ und „europäischen Totalitarismus“.
    Eine scheinbar kilometerhohe Denkbarriere verschließt vielen Griechen den Blick auf die Wahrheit.

  9. Hoyerswege
    9. Januar 2012, 17:08 | #9

    Den vorgenannten Kommentaren kann ich (seit 95 dauerhaft auf Kreta – nicht weil die Griechen so toll Sirtaki tanzen oder Raki trinken können, sondern wegen des Klimas, auch wenn ich oft schon nicht mit meinem Namen, sondern mit Frau Merkel begrüßt werde) inhaltlich nur voll zustimmen, mit Ausnahme der immer noch Mitleid empfindenden, die Zeit für Mitleid ist schon lange abgelaufen !! Wer sich mit betrügerischen Zahlen Zutritt zur EU verschafft, hat den Anspruch auf Mitleid verwirkt.
    Die Regierung, natürlich hat sie die Zahlen vorgelegt, nur soweit ich mich erinnere, wurde die Regierung vom Volk gewählt. Auch wenn die früheren EU-Zuständigen die Zahlen nicht kontrolliert haben, gibt es ja noch ein wenig Hoffnung, dass die Troika den Fehler nicht wiederholt und sich nicht noch „weichkochen“ lässt.
    Ich würde mich freuen, wenn Griechenland aus dem Euro (Währung) austreten würde, aber sie werden es nicht machen (das gibt dann jahrelang richtig Aua), (auch) die Griechen riechen in Sekundenschnelle, wo + wie Geld abzustauben ist. Beispiele für Fehler und Geldverschwendung von EU-Geldern wurden ja schon hinreichend dargestellt !

  10. Ichkotze
    23. Februar 2012, 14:20 | #10

    @Ottfried Storz :

    Die kilometerhohe Denkbarriere sehe ich an anderer Stelle – mit Verlaub.

    Selbst der amerikanische Globalstratege Zbigniew Brzeziński gibt in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ ganz offen und unverhohlen zu, dass der IWF – angeblich eine multilaterale Organisation – in Wirklichkeit ein von den USA gesteuertes Werkzeug zur globalen Machtausübung und Einflussnahme ist.

    Auch das Buch „Global brutal“ von Michel Chossudovsky würde Ihnen die von Mainstreammedien verblendeten Augen öffnen.

    Bei den von Ihnen erwähnten Strukturanpassungsprogrammen geht es um Macht, Einflussnahme und Profiterhöhung für westliche Konzerne und Banken – um nichts anderes.

    Und genau das passiert auch in Griechenland gerade. Man drängt den Griechen Kredite auf (Goldman Sachs), lässt sie unnötige Rüstungsimporte tätigen und dann sorgen Ratigagenturen für eine Abstufung und somit Zinserhöhung. Angeblich seien Staatsanleihen der Griechen unsicher. Dabei ist doch vollkommen klar, dass mögliche Verluste sozialisiert werden. Aber so lassen sich natürlich sehr hohe Renditen realisieren.

    Man darf auch nicht vergessen, dass private Banken aus Schulden Geld kreieren. Und zwar eine vielfache Menge. Jeder Euro an Schulden lässt damit Geld für weitere Spekulationen entstehen.

    Wer die Zusammenhänge unseres Geldsystems nicht versteht, der kann auch aktuelle Politik kaum verstehen.

  11. Jürgen
    23. Februar 2012, 19:01 | #11

    Die „Rettungspakete“ sind nichts anderes als eine verschleierte Rückzahlung von (Zins-)Schulden an die Banken aus Steuergeldern. Jeder Politiker und jeder BWLer weiß, dass GR die Schulden niemals aus eigener Kraft zurückzahlen wird, daher hat man das Modell der Rettungspakete erfunden. Geholfen ist Griechenland damit keineswegs, es wird nur immer etwas Zeit gewonnen, in der man noch nicht offiziell die Pleite verkünden muss. Nächste Woche wird es eine Pseudo-Einigung mit den Banken geben wo es dann heißt, die würden auf einen Teil „verzichten“, dann ist auch der gemeine europäische Steuerzahler halbwegs besänftigt wenn er zur Kasse gebeten wird. Guter Plan. Die Griechen kommen jedoch nur aus eigener Kraft aus dem Schlamassel raus. Da der weltweite Kapitalismus ziemlich am Ende scheint wäre ein post-kapitalistischer Modellstaat Griechenland nicht nur zeitgemäß sondern auch das erstrebenswerte Optimum.

  12. Ottfried Storz
    24. Februar 2012, 09:54 | #12

    @Ichkotze:
    Ihr Erklärung ist linke 70/80er Ideologie, deren Wahrheitsgehalt gemessen an der Realität extrem gering ist:
    Der Anteil, von wo alte und neue Kredite für Griechenland herkommen, ist bekannt. Es ist in Kürze ganz überwiegend Europa. Die USA (über den IWF) und US-Banken sind mit weniger als 10 Prozent involviert.
    Ihre Aussage, „dass private Banken aus Schulden Geld kreieren“, ist im Fall GRiechenland definitiv unzutreffend: Private Banken haben hier dreistellige Milliardenwerte verloren. Schauen sie sich mal die Bewertungen z.B. von der Commerzbank an, die nur einen Bruchteil der früheren Bewertungen beträgt.
    Ihre Behauptungen, „man drängt den Griechen Kredite auf“, ist die letzten Jahre unzutreffend. Und jede Bank, die Griechenland Kredite gab, hat dies mittlerweile finanziell extrem stark bereut …

    Der Erklärungsansatz, das angeblich „unnötige Rüstungsimporte“ überwiegend für die katastrophale Lage Griechenland Schuld ist, ist monokausal und extrem vereinfachend. Wieder platte linke Erklärungsansätze der 70/80er. Die Zahlen zeigen, das Griechenland vielmehr zu stark konsumiert und kaum in sinnvolle Infrastruktur investiert hat.
    Zudem sind ganz erhebliche Teil der rund 500 Milliarden (350 Millarden Schulden, 150 Millarden EU-Mittel) auch ins Ausland geflossen. Kennzeichnend für Griechenlands „Elite“ ist, das diese kaum grössere Geldmengen in Griechenland anlegt oder investiert, sondern diese schnellstmöglich ausser Land schafft.
    Davon jedoch profitierten nicht „die Banken“ oder die so böse „USA“, sondern fast nur Banken aus der Schweiz und Zypern.

  13. Christina
    24. Februar 2012, 17:42 | #13

    @ ottfried storz

    Moment mal: Ihre vorschnellen Behauptungen gehen mir echt auf den Keks. Das „ist“ keine 70/80er Ideologie, das scheint Ihnen nur eine zu sein, um bei der Wahrheit zu bleiben. So wie mir Ihre Ideologie eine des Nullerjahre-Neokonservativismus zu sein scheint.
    Zu welchem Unsinn Ihr scheinbarer Objektivismus führt, sieht man weiter unten. Wie kommen Sie zu der hanebüchenen Behauptung, dass die privaten Banken Milliarden verloren hätten? Schon mal was von Zinsen gehört?
    Aber statt zu argumentieren, verbreiten sie ja lieber Halbwissen, dessen Interpretation eine ernsthafte Auseinandersetzung nicht lohnt.

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