Internationale Arbeitsorganisation warnt vor Armut in Griechenland

8. Dezember 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 690

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation droht in Griechenland wenigstens 20 Prozent der Bevölkerung die Gefahr, unter die Grenzen der Armut zu fallen.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) richtet in ihrem einschlägigen aktuellen Report strenge Vorwürfe an die griechische Regierung und die Troika rund merkt in den Folgerungen des Berichts an, dass in Griechenland „der heutige Mindestlohn in Kombination mit den Steuerabzügen viele Arbeitnehmer nahe an die Grenze der Armut führt„.

Konkret wird in dem zahlreiche Seiten umfassenden Bericht der ILO betont, dass die gesetzgeberischen Interventionen als Ergebnis der Moratorien fundamentale und von internationalen Abkommen geschützte Rechte untergraben, wie diese unter anderem die kollektiven Arbeitsverträge, die gerechten Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen, die kollektiven Verhandlungen sowie auch der gesellschaftliche Dialog über die Ausübung von Beschäftigungs- und Versicherungspolitiken sind.

ILO bezweifelt Effektivität der Maßnahmen der Troika und der Regierung

Die Internationale Arbeitsorganisation bringt sogar ihre starke Besorgnis über die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen zum Ausdruck und betont wörtlich, dass „solange es ein Fehlen sozialer Gerechtigkeit gibt, die den Arbeitnehmern abverlangten Opfer ungerecht und ungleich sein und nicht zu einem Ausweg aus der Krise, sondern zu deren Recycling und einer noch tieferen Rezession führen werden„.

Das Schreiben der ILO dokumentiert deren Schlussfolgerungen mit Daten, die unter anderem den Einkommensverlust, die Arbeitslosigkeit, die Ungleichheit und die Armut in Griechenland aufzeigen. Laut den in dem Bericht enthaltenen Angaben droht 20% der Bevölkerung in Griechenland die Gefahr, unter die Grenzen der Armut zu fallen.

Die Internationale Arbeitsorganisation erinnert die griechische Regierung an ihre Verpflichtung, die verabschiedeten internationalen Arbeitsabkommen umzusetzen, und richtet sich auch mit dem Hinweis an die Troika, dass die internationalen Abkommen ihren Interventionen wirtschaftlichen Charakters klare Grenzen setzen. Parallel betont die ILO gegenüber der Regierung die Notwendigkeit, mit Taten zu der Gewährleistungen der kollektiven Autonomie, aber auch der Autonomie der kollektiven Verhandlung zu schreiten.

Die Folgerungen des Berichts der ILO werden direkt an die zuständigen Kontrollgremien der ILO übermittelt werden, um Beschlüsse über die Beschwerden der GSEE zu erlassen.

(Quelle: Vradyni)

  1. Roman
    8. Dezember 2011, 21:40 | #1

    Interessant

    Ich lese das Blog nun eine kleine Weile.
    Jedes Mal, wenn sich die Leserschaft oder ein Teil davon irgendwie pikiert fühlt, wird auf „den Griechen“ drauf gehauen.
    Liest man aber, dass es an Medikamenten fehlt oder dass die Arbeitslosigkeit rapide ansteigt, oder die Ungerechtigkeiten, was griechische Milliardäre und Millionäre angeht, dann, ja dann wird nicht kommentiert.

    Das finde ich beschämend!

    Als ob man sich im stillen Kämmerchen über die teils üble Situation der Griechen freuen würde. Schadenfreude wäre das richtige Wort.

    Mir jedenfalls fällt das Lesen so mancher Informationen hier teilweise sehr schwer, weil ich in der Lage bin zu verstehen, was es für den kleinen griechischen Bürger bedeutet, wenn alles wegbricht, wenn sich Trauer, Frust und Wut aufbauen, die nicht abreagiert werden können.

    Und daher mein Appell an die Brüder und Schwestern in Griechenland, Portugal, Spanien und wo auch immer Menschen Unrecht geschieht; Ich stehe auf eurer Seite und werde immer auf eurer Seite stehen.

  2. Artemis
    9. Dezember 2011, 00:11 | #2

    Mir jedenfalls fällt das Lesen so mancher Informationen hier teilweise sehr schwer, weil ich in der Lage bin zu verstehen, was es für den kleinen griechischen Bürger bedeutet, wenn alles wegbricht, wenn sich Trauer, Frust und Wut aufbauen, die nicht abreagiert werden können.

    Ich habe letztens einen Bericht über die rasant steigenden Obdachlosenzahlen gelesen, da war ein Bild von einem jungen griechischen Paar, das eng umschlungen und in Decken gehüllt auf dem Bordstein lag und sich gegenseitig gewärmt hat. Beide hatten kurz nacheinander ihre Arbeit verloren! Mir standen die Tränen in den Augen…

  3. Apateonas
    9. Dezember 2011, 01:19 | #3

    @ Roman
    Wenn sie diesen Blog erst „eine kleine Weile“ lesen, sollten sie erst mal etwas ausführlicher Lesen (am besten auch den obigen Artikel), bevor sie solche Unterstellungen und Vorverurteilungen von sich geben!

    Ich will damit nicht alle abgegebenen Kommentare in Schutz nehmen oder gar diesen zustimmen. Ihr Kommentar kommentiert den obigen Artikel leider auch nicht…

    Fragen sie sich doch mal, warum es an Medikamenten fehlt? Warum die Arbeitslosigkeit rapide ansteigt? …weil der Rest der Welt immer auf „den Griechen draufhaut???
    Was tun sie dagegen, ausser zu sagen „Ich stehe auf eurer Seite und werde immer auf eurer Seite stehen.“??? Toll!

  4. elgreco
    9. Dezember 2011, 10:41 | #4

    @ Apateonas
    „Fragen sie sich doch mal, warum es an Medikamenten fehlt? Warum die Arbeitslosigkeit rapide ansteigt? …weil der Rest der Welt immer auf “den Griechen draufhaut???“

    Ich bin mal so frech, und antworte : JA , an der rapiden Verschlechterungen und leider noch langen Fortbestand der Krise in Griechenland / EU tragen auch andere bei, nicht nur Griechenland. Das betrifft vieles vor und während der Krise, in vielen Bereichen (EU/NATO/Politik/Medien/Finanzwelt/Korruption).

    JEDOCH

    Die Vorlage, Einladung zu allen Schlamassel kam aus Griechenland. Unfähig angemessen zu reagieren.
    Weil gehemmt durch einen maroden, uneffektiven, korrupten, veralteten, von Selbsterhaltung getriebenen Staatsapparat/Politiker/Parteien.

  5. Veronika Wiedemann
    9. Dezember 2011, 12:36 | #5

    @Roman
    Ja ich bin Ihrer Meinung, leider verurteilen Menschen immer sehr schnell wenn es sie nicht selbst betrifft und wenn es sie betrifft, – erst dann können (oder wollen…) sie ihre Meinung sehr schnell ändern.
    Wie viele arme Menschen gibt es, die nicht schuld an der Misere sind und die Suppe von anderen auslöffeln müssen. Die Ursache muß gefunden und diejenige die es verursacht haben, andernfalls wird es nie die wirkliche „Gerechtigkeit“ geben.
    So gut ich kann werde ich immer hinter den wirklich armen Menschen stehen und sie nicht vorschnell als „Versager“ verurteilen….. –
    ganz im Gegensatz zu denen, die all diese Misere (und nicht nur in GR) verursacht haben.

    @Admin
    DANKE – ich bin froh, daß es solch eine Plattform gibt!

  6. Theodora
    9. Dezember 2011, 15:12 | #6

    Ja es ist wohl wahr das es sehr viele Menschen in GR gibt, die kein Dach über dem Kopf haben, oder am Rande des Existenzminimums leben.
    Wer aber hat diese Menschen in diese aussichtslose Lage gebracht?
    Das marode politische System und die Raubrittermentalität der wenigen denen es gut geht.

    Mag sein das Europa GR dazu gezwungen hat endlich zu versuchen den richtigen Weg einzuschlagen.
    Trifft die Helfer in der Not aber wirklich hier die Schuld?

    Seit über 20 Jahren wird bereits mit dem Finger auf GR gezeigt und auf die Korruption und den riesigen Verwaltungsapparat hingewiesen.

    Was wurde unternommen? Nichts!

    Im Gegenteil, es wurden immer mehr Staatsbedienstete eingestellt, damit auch die kommenden Wahlen abgesichert sind.

    Ich kann mich sogar noch erinnern das die Parteien zu den Wahlen ganze Flugzeuge charterten,damit die Wähler kostenlos an den Wahlen teilnehmen konnten.

    Dann wurde schnell noch das Justitzsystem „modernisiert, damit ein Verfahren möglichst 10 Jahre oder mehr dauert.

    Die ganzen Abzocker in GR haben sich den Staat so zurecht geschnitten,
    dass abgezockt werden kann ohne Ende, und falls sie doch erwischt werden,
    die Verfahren mit Anawoli auf Anawoli (Aufschub) nach zehn Jahren noch nicht beendet sind.

    Wo noch gibt es so ein System?

    Vielleicht wird in jedem Staat ein wenig geklaut und bestochen aber wenigstens wird etwas an das Volk zurück gegeben.

    In GR wird alles geklaut und nichts landet beim Volk.

Kommentare sind geschlossen