Führerschein-Fälscherring in Thessaloniki in Griechenland ausgehoben

4. Dezember 2011 / Aktualisiert: 24. Januar 2014 / Aufrufe: 1.838

In Griechenland hat die Polizei in der Stadt Thessaloniki einen Ring für gefälschte Führerscheine ausgehoben, an dem auch öffentliche Bedienstete beteiligt waren.

Mehr als einhundert Personen sollen in einen Fall der Ausstellung gefälschter Führerscheine verwickelt sein, der in Thessaloniki von dem Department für interne Angelegenheiten – Nordgriechenland der griechischen Polizei (ELAS) aufgedeckt wurde. Von der Polizei wurden Strafverfahren gegen Fahrschulbesitzer, Ärzte, Bedienstete des Verkehrsamts und andere Personen eingeleitet. Laut der einschlägigen Bekanntmachung der Polizei zahlten die interessierten Führerscheinanwärter analog zu nach jeweiligen Umständen ab 200 bis zu 3.300 Euro pro Führerschein.

Wie seitens des Ministeriums für Zivilschutz bekannt gegeben wurde, war bei dem Straßenverkehrsamt Thessaloniki Ost anlässlich der Überprüfung der Akte eines Führerscheinanwärters festgestellt worden, dass in der Akte „Bestanden“ vermerkt war, obwohl er an der Führerscheinprüfung überhaupt nicht teilgenommen hatte.

Verschwundene Führerschein-Akten im Straßenverkehrsamt Thessaloniki

Nach den daraufhin in den Archiven der in Rede stehenden Behörde erfolgten umfangreichen Nachforschungen wurde aufgedeckt, dass insgesamt 102 Akten völlig verschwunden waren, während sich weitere 86 Personen illegaler Führerscheine versichert hatten, ohne Prüfungen abgelegt zu haben oder – wie in einigen Fällen – zwar an Prüfungen teilgenommen, diese jedoch nicht bestanden hatten.

In die Sache sollen nach dem derzeitigen Stand der Dinge 7 Fahrschulbesitzer und 2 Fahrschulangestellte, 2 Ärzte, 3 Bedienstete des Straßenverkehrsamts Ost-Thessaloniki (von denen einer inzwischen pensioniert worden ist) sowie auch ein … Restaurantinhaber verwickelt sein, der beschuldigt wird, als Vermittler tätig gewesen zu sein.

Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort, um möglicherweise weitere in den Fall verwickelt Personen ausfindig zu machen, während die bisher insgesamt 101 ausgemachten Beteiligten einer Reihe einschlägiger  Straftaten wieErschleichung unwahrer Bescheinigungen, Betrug, Erteilung unwahrer ärztlicher Bescheinigungen usw. beschuldigt werden.

(Quelle: Kathimerini)

  1. Andreas
    5. Dezember 2011, 11:00 | #1

    Na nur zu hoffen, das die auch bald in Athen fuendig werden. So wie hier gefahren wird, ist mit Sicherheit die Mehrzahl der Lizenzen eher auf dem Flohmarkt gewonne.
    Lustig, vor ein paar Wochen hat eine Fernsehsendung in Deutschland aufgedeckt, das man dort gegen Einsendung der vollstaendig ausgefuellten Antragsunterlagen per Internet, ganz ohne Stress einen Lockfuehrerschein ausgestellt bekam. Ganz legal, keine Faelschung, die einen zum Fuehren einer ganzen Eisenbahn berechtigte. Ich sag es doch immer, Deutschland ist einfach effizienter.
    PS. Wer noch nicht wusste, das man sich Fuehrerscheine in Griechenland ‚auch‘ kaufen konnte, brauchte entweder keinen, ist naiv oder selber schuld.

  2. Monalisa
    5. Dezember 2011, 11:31 | #2

    Das erklärt auch, warum Griechenland in der europäischen Unfallstatistik ganz vorn rangiert. Hier gewinnt man den Führerscheine nicht im Lotto, oder bestellt ihn bei Neckermann, sondern bekommt ihn, gegen Aufpreis und ohne Schulung/Prüfung versteht sich, direkt beim Verkehrsamt.

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