Hat Griechenland Partner oder Luden?

16. November 2011 / Aktualisiert: 02. September 2015 / Aufrufe: 730

Die aktuellen Entwicklungen bestätigen auch in Griechenland jene Stimmen, die Europa von Banken und Vertretern wirtschaftlicher Interessen regiert sehen.

Die in allen gesellschaftlichen Schichten anwachsende Wut über die Unfähigkeit der eigenen Politiker, aber auch die auf breiter Basis empfundene Ohnmacht gegenüber den „Partnern“ und der Troika reflektiert ein Beitrag, der am 16. November 2011 in der griechischen Zeitung „Eleftherorypia“ unter dem Titel „Εταίροι ή νταβατζήδες;“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Partner oder Luden?

Als die Europäer Griechenland abstrafend mit dem Moratorium in die Ecke trieben, hatten sie die Tiefe und die Dynamik der Wirtschaftskrise noch nicht bemerkt. Sie redeten Blödsinn, den Herr Giorgos Papandreou verleumderisch nachplapperte. Dass die Griechen Faulpelze, Schmarotzer und korrupt sind. Ohne auf Widerstand zu stoßen bürdeten sie Griechenland Wucherzinsen und harte Maßnahmen auf und unterschätzten dabei die ungeheure Rezession, in die sie das Land führten.

Ahnungslos oder kriminell? Beides. Für diese kriminelle Politik, die sie dem Griechenland des nachgiebigen Giorgos Papandreou aufzwangen, ernteten sie harte Kritik. Von überall. Von Wirtschaftswissenschaftlern und Politikern, die den Abgrund sahen … . Aber auch selbige Architekten des Chaos wurden einzugestehen gezwungen, dass der mit dem Moratorium vorgezeichnete Weg problematisch ist. Und beschämt begannen sie von einer partiellen Revision zu sprechen. Zusammen mit ihnen auch der IWF in diesem himmelschreienden Geständnis des Misserfolgs … .

Was soll man nun diesem lächerlichen und gefährlichen Haufen sagen, der in Europa herrscht? Fragen, wie es passieren konnte, dass Italien versinkt, Spanien erschüttert wird und Frankreich gefährdet ist, die keine Faulpelze, Schmarotzer und Korrupten haben wie Griechenland?

Es hat keinen Sinn. Die Hitlerchen des Profits halten es für unter ihrer Würde, eine Antwort zu geben. Stattdessen fahren sie fort zu provozieren, indem sie die – trotz ihres festgestellten Misserfolgs – selbe Politik umsetzen, und Volk und Führung auf unverhohlene und schamlose Weise zu erpressen … . Die Elendigen treiben ihr Spiel aus dem Sicheren. Einerseits bringen sie – „loyale“ und unterwürfige – Führer ihres Gefallens an den Mann und zwingen sie auf, und andererseits üben sie vernichtenden Druck auf jene aus, die sich nicht absolut ihren Hinweisen fügen … . Das sind keine Partner. Es sind Luden der übelsten Art.

Europäische Regierung Goldman Sachs

„Was haben Mario Dragi, Mario Monti und Lukas Papadimos gemeinsam? Die Frage stellte die französische „Le Monde“ und gab auch gleich die Antwort: Der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, der kommissarische Ministerpräsident Italiens und der neue Premierminister Griechenlands gehören der sogenannten europäischen „Regierung Sachs“ an …“

Aus der Eleftherotypia: „Die amerikanische Bank“ (Anmerkung: gemeint ist Goldman Sachs), schreibt die Zeitung, „hat in Europa ein einzigartiges Einflussnetz ausgeheckt. Dragi war zwischen 2002 und 2005 Vizepräsident der Goldman Sachs Europe. Eine seiner Missionen war, die Swaps zu finanzieren, was ihm gestattet, einen Teil der Staatsverschuldungen zu verstecken und die griechischen Zahlen zu „schminken“. Mario Monti, internationaler Berater seit 2005. Als dritter kommt Lukas Papadimos, Leiter der Griechischen Bank ab 1994 bis 2002 und an den „Aufbereitungen“ der Berechnungen beteiligt, welche die Goldman Sachs anstellte.“

(Quelle: Eleftherotypia, Giannis Triandis)

  1. Ausgenz
    16. November 2011, 19:43 | #1

    Ich wundere mich immer wieder über die Auswahl der
    Zeitungen, die hier zitiert werden.
    Ich meinerseits verweise mal auf Wikipedia, wo man
    folgendes Lesen kann:
    „Da Redakteure der Eleftherotypia sich auch durch Kritik an Anti-Terrorismus-Gesetzen weltweit hervorgetan haben, wird die Zeitung vielfach der Unterstützung für den Terrorismus beschuldigt“
    Link:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Eleftherotypia

  2. KClemens
    16. November 2011, 22:34 | #2

    Ausgenz :Ich wundere mich immer wieder über die Auswahl der Zeitungen, die hier zitiert werden. Ich meinerseits verweise mal auf Wikipedia, wo man folgendes Lesen kann: “Da Redakteure der Eleftherotypia sich auch durch Kritik an Anti-Terrorismus-Gesetzen weltweit hervorgetan haben, wird die Zeitung vielfach der Unterstützung für den Terrorismus beschuldigt” Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Eleftherotypia

    wie praktisch. wenn die fakten nicht gefallen, ist es terrorismus.

  3. Apateonas
    16. November 2011, 23:00 | #3

    Danke für die Übersetzung dieses „Revolver(blatt)artikels!“
    Ich bevorzuge die „Ekathimerini“, schon alleine wegen der vorzüglichen englischen Übersetzungen.
    Also, wenn ich nicht wüsste, daß dieser Artrikel. NICHT aus der Feder des uns allen bekannten Hr. Kolokotronis, stammt, würde ich ihn fast dafür halten… es fehlen halt noch die Selbstbemitleidungen…
    Ich würde dem Herrn Giannis Triandis dringend empfehlen, sich für das Amt des Premierministers zu bewerben, da sein Artikel ja von fachlicher Kompetenz nur so überströmt!
    Dann ein gepflegtes „Heil Hitlerchen!“ oder vielleicht doch besser „Heilt Giannis Triandis!?!“

  4. Tommy0815
    16. November 2011, 23:18 | #4

    Also, meiner Meinung nach hat Griechenland Partner und keine Luden.
    Denn ein echter Lude hätte die „Nutte“ Griechenland, die statt Kohle zu verdienen lieber des Luden Geld verprasst, sicher schon an einen Albaner verhökert.

  5. Schoenen Tagdannoch
    17. November 2011, 03:38 | #5

    Ich weiss gar nicht, was sich manche aufregen. Dass es ein Unternehmen wie GS ueberhaupt noch gibt, und Fuehrungskraefte eine Taetigkeit dort nicht zu unwaehlbaren Kandidaten disqualifiziert, das ist doch viel eher der eigentliche Skandal. Vor allem die Leser des NWO-Applausblattes Kathimerini sollten sich mal fragen, wer weshalb die „vorzueglichen englischen Uebersetzungen“ finanziert.

    Wird hier zur Abwechslung mal ein unspektakulaer Le Monde zitierender Eleftherotypia-Artikel statt des etwas uebertrieben pathetisch wirkenden Vradyni-Chefkochs gebracht, passt es wieder nicht, und irgendein belangloses Wikipedia-Geschreibsel soll als Argument herhalten. Das ist nun wirklich noch toerichter als gedankenlose Hitler-Vergleiche in aller Welt, die den Deutschen nicht gefallen, was dem Rest der Welt nur noch mehr Freude bereitet, sie anzustellen.

  6. moppel
    17. November 2011, 04:05 | #6

    Danke für die Übersetzung speziell auch solcher Artikel, die nicht mit dem populistisch orientierten „Mainstream“ der (ausländischen) Medien harmonisieren!

  7. furby
    17. November 2011, 08:42 | #7

    Man sollte auch Meinungen akzeptieren, die nicht der Eigenen entsprechen und nicht gleich in die Ecke des Terrorismus schieben. Das ist zu einfach und unglaubwürdig.

  8. Ottfried Storz
    17. November 2011, 09:28 | #8

    Zitat: „Ahnungslos oder kriminell? Beides.“
    Das gilt wohl eher für den Artikelschreiber.

    Die „bösen“ Europäier, „bürdeten Griechenland Wucherzinsen“ auf ?!?
    Was für ein substanzloser Quatsch, diese Behauptung. Der EZB -Zinssatz für Griechenland liegt meines Wissens bei 4,5 Prozent, am freien Markt betrügen die Zinsen über 25 Prozent.

    Ohne die Einsparmaßnahmen betrug das Haushaltsdefizit 2009 den Rekordwert von fast 16 Prozent BIP (zulässig sind maximal 3 Prozent).
    Wie ohne massivste Maßnahmen hätte das weitergehen sollen ?
    Ohne Troika wäre Griechenland im Frühjahr/Sommer 2010 pleite gewesen -und damit hätten alle Griechen u.a. ca. 3/4 bis 9/10 ihrer Bankeinlagen verloren.
    Es ist immer wieder erstaunlich, in welcher Paralellwelt viele Griechen und griechische Journalisten leben.

  9. Monalisa
    17. November 2011, 10:00 | #9

    Solche Artikel sind genau so „hilfreich“ wie der schwachsinnige Focus Artikel im Februar 2010 mit der Stinkefinger Aphrodite. Unsere, ich sage ausdrücklich unsere, Misere hat viele Ursachen. Verantwortungslose Schuldenpolitik, selbstmörderisches Finanzsystem, soziale, wirtschaftliche Ungleichheit und die rücksichtslose Ausbeutung der Erde ergeben ein Gebräu, dass nicht nur für einzelne Staaten, oder Europa, sondern für die ganze Welt brandgefährlich ist. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen und dem obengenannten entgegenwirken. Schuldzuweisungen bringen überhaupt nichts. Deshalb die Frage an die Blog-Verantwortlichen: „Was wollen sie mit der Verbreitung eines solchen Artikels verbessern?“

  10. Andreas
    17. November 2011, 10:41 | #10

    Ich glaube das der Hauptunterschied zwischen all diesen Blaettern der ist, das sich z.B. die Ekathemerini versucht konstruktiv mit einer Situation auseinander zu setzen, waerend solche wie die Vradiny in der Regel einfach nur polemisch meckern.

    Diese arrogante Haltung gegenueber den „Anderen“ die sowiso immer nur alles falsch machen laesst sich halt so unkompliziert auf den notwendigen Masstab uebertragen. – Die Nachbarn im Wohngebiet, die Autofahrer, Fussgaenger, Buerokraten, Politiker oder sonst noch wen im eigenen Land, oder die Auslaender, Bankinstitute etc. in anderen Laendern.

    Da wuenscht einem so ein schlauer „Schoenen Tagdannoch“ Gott auch schon mal herablassend einen Selben, und distanziert sich mit dem Gleichen „Ich bin dann mal weg“ Spruch ganz einfach von diesem dummen unnuetzen „Rest der Welt“.

    Ich fuer meinen Teil wuerde mir gerne noch mit diesem Rest der Welt eine Weile friedlich diesen Einen! Planeten teilen.

  11. filotriandis
    17. November 2011, 12:24 | #11

    Herr Triandis bestätigt wieder einmal prima, daß auch er- wie viele Griechen – die Schuld zuerst einmal bei den anderen, sprich EU, sucht. Dabei strotzen gerade Eure Beiträge von Autoren, die das Gegenteil feststellen.

  12. Roman
    17. November 2011, 12:57 | #12

    Hall an die Redaktion,

    ich habe diesen Artikel hier gefunden und will mal anfragen, ob das der Realität entspricht. Gerade der Bombenanschlag müsste doch in den griechischen Medien auf „TOP“ stehen oder?

  13. Schoenen Tagdannoch
    18. November 2011, 19:44 | #13

    Wusste nicht, warum man keinen schoenen 17. November wuenschen darf. Bei manchen hat vielleicht schon morgens der Muelleimer unterm Schlafzimmerbalkon gebrannt, jedenfalls weiss ich nicht, was die inhaliert haben. Den konstruktiven Beitrag zum „Frieden“ auf diesem Planeten, den NWO-Glamourmedien wie die K leisten, den werden die Europaeer noch genauer kennenlernen.

  14. Andreas
    20. November 2011, 23:16 | #14

    Ja, nicht nur immer hinter nem Pseudonym, sondern auch dummen Spruechen verstecken.
    @Schoenen Tagdannoch

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