Dramatischer Rückgang der Bankeinlagen in Griechenland

10. November 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 849

Der rapide Rückgang der Kundenguthaben und die eingeschränkte Finanzierung durch die EZB mindern zunehmend die Liquidität der Banken in Griechenland.

Die Guthaben der privaten Haushalte und Unternehmen bei den Banken in Griechenland verzeichneten im September 2011 den in absoluten Zahlen größten jemals dagewesenen Rückgang, der zur Gewährleistung der Liquidität der Finanzinstitute über die „Notkreditlinie“ der Griechischen Bank (Emergency Liquidity Assistance / ELA) ausgeglichen wurde.

Gemäß den Daten, welche die nationale Währungsbehörde publizierte, gestaltete sich zum Ende des dritten Quartals 2011 die Höhe der Bankeinlagen auf 183,21 Mrd. Euro, was im Vergleich zum August 2011 einem Rückgang von 5,46 Mrd. Euro und auf den Jahresanfang 2011 bezogen einem Rückgang von insgesamt 26,4 Mrd. Euro entspricht.

Die Abflüsse der Bankeinlagen im September 2011 werden sowohl auf die Unsicherheit, welche die Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone verursachte, als auch den Umstand zurückgeführt, dass viele Steuerzahler ihre Sparguthaben für die Begleichung von Verbindlichkeiten an den Fiskus angreifen mussten.

Refinanzierung der Banken im September 2011 mit 20 Mrd. Euro über ELA

Laut Informationen waren die Guthabenabflüsse im Oktober 2011 noch höher als im Vormonat, da sich in Erwartung der Gipfelkonferenz des 26. Oktober 2011, aber auch nach der seitens des griechischen Premierminister Giorgos Papandreou erfolgten Ankündigung der beabsichtigten Volksabstimmung, die auf den internationalen Märkten Kettenreaktionen hervorrief. die Besorgnis der Anleger verstärkte.

Infolge der sinkenden Einlagen, aber auch der Einschränkungen bei der Refinanzierung der griechischen Banken durch die Europäische Zentralbank (EZ) wendeten sich die Banken an den Hilfsmechanismus der nationalen Währungsbehörde. Allein im September 20,14 Mrd. zogen sie 20,14 Mrd. Euro Euro aus ELA-Krediten, womit das „Finanzierungsloch“ seit der Aktivierung des Mechanismus durch die Griechische Bank im August 2011 auf 26,6 Mrd. Euro anschwoll.

Auf diese Weise erfolgte die volle Ergänzung der Liquidität, die infolge der Reduzierung der Finanzierung durch die EZ um 15,33 Mrd. Euro und den Rückgang der Einlagen um 5,5 Mrd. Euro verloren gegangen war. Konkret gestaltete sich die Finanzierung über das Eurosystem Ende September 2011 auf 77,76 Mrd. Euro gegenüber 93 Mrd. Euro im Vormonat, während der Wert der hinterlegten Sicherheiten im selben Zeitraum um 3 Mrd. Euro auf 148,9 Mrd. Euro zurückging.

(Quelle: To Vima)

  1. Jean Banchron
    10. November 2011, 11:06 | #1

    Panische und abwimmelnde Reaktionen der Bankangestellten bei Zugriffswünschen auf Einlagen haben sich eben seit Frühjahr auch bei den naivsten Menschen herumgesprochen, die bislang glaubten, ihre Bankeinlagen lagerten in großen Stapeln sicher in Geldspeichern. Und es ist auch schon länger her, dass irgendein leitender Politiker den Sparern und Anlegern eine realistische Höhe, geschweige denn die Kaufkraft und direkte Verfügbarkeit der Bankeneinlagen glaubhaft „garantiert“ hätte – sie trauen es sich nicht mehr.

  2. Monalisa
    10. November 2011, 14:04 | #2

    Ganz einfach gesagt: „Griechenland druckt Euros an der EZB vorbei, um die eigenen Banken flüssig zu halten.“ Die Inflation klopft immer lauter an die Tür.

Kommentare sind geschlossen