Legalisierung von Schwarzbauten in Griechenland

26. September 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.628

In Griechenland beginnen ab Oktober 2011 die Fristen für die Beantragung der nachträglichen befristeten Legalisierung von Schwarzbauten und ungenehmigten Nutzungen zu laufen.

Die Regelung bezüglich der Regulierung bzw. nachträglichen – auf 30 Jahre befristeten – Legalisierung ungenehmigter Bauten in Griechenland stellt fortan gültiges Gesetz des Staates dar. Der Startschuss für den Beginn der Einreichung der entsprechenden Anträge wird am Montag, dem 03. Oktober 2011 fallen, und alle Interessanten, welche die Regelung in Anspruch nehmen möchten, sind zu einem Wettlauf gegen die Zeit aufgerufen, da die gesetzlich vorgesehene Frist äußerst knapp bemessen ist und die entsprechenden Akten bis zum 30. November 2011 einzureichen sind.

Zusammen mit dem jeweiligen Antrag ist ein Gebührenbeleg, ein Formular zur Berechnung des Strafgeldes und eine rechtsverbindliche Erklärung mit den Daten der ungenehmigten Konstruktion oder Nutzung einzureichen, und um Schlangen bei den Bauämtern zu vermeiden, können die Unterlagen ausschließlich in elektronischer Form eingereicht werden. Die weiter unten aufgelisteten Gebühren sind folglich vor Einreichung des Antrags zu entrichten, und im weiteren Verlauf ist dann bis Ende des Jahres 2011 auch die erste Rate des festgestellten Strafgeldes zu bezahlen. Da außerdem auch noch das bei 500 – 1.500 liegende Honorar des beauftragten Ingenieurs zu begleichen ist, wird verständlich, dass auf Eigentümer von Schwarzbauten eine erhebliche finanzielle Belastung zukommt.

Beantragung der Legalisierung von Schwarzbauten in Griechenland

Um die gesetzliche Regelung bezüglich der nachträglichen Legalisierung von Schwarzbauten und ungenehmigten Nutzungen in Anspruch nehmen zu können, sind in dem Zeitraum 03. Oktober – 30. November 2011 folgende Unterlagen elektronisch einzureichen:

a) Der eigentliche Antrag.

b) Ein Formular zur Berechnung des speziellen Strafgeldes für die deklarierte Immobilie. Die Berechnung des spezifischen Strafgeldes erfolgt nach einem konkreten Schlüssel und unter anderem auf Basis folgender Faktoren:

  • Fläche der Immobilie
  • Zonenpreis, der gemäß dem System der objektorientierten Wertfeststellung des Finanzministeriums zu dem Zeitpunkt der Antragstellung in dem Gebiet der Immobilie gilt
  • Kategorie der Immobilie / Nutzung
  • Art der Immobilie / Nutzung
  • Art und Ausmaß des Bauverstoßes
  • Alter der Immobilie
  • Soziale Kriterien

c) Der Nachweis über zugunsten des griechischen Fiskus abgeführte Gebühren in Höhe von:

  • 500 Euro für eine Konstruktion / Nutzung bis zu 50 qm oder für ein Gebäude von bis zu 100 qm, das als einzige und Hauptwohnung dient,
  • 1.000 Euro für eine Konstruktion / Nutzung von 51 – 100 qm oder eine Hauptwohnung von 101 – 200 qm,
  • 2.000 Euro für eine Konstruktion / Nutzung ab 201 – 1.000 qm,
  • 4.000 Euro für eine Konstruktion / Nutzung ab 1.001 – 2.000 qm und
  • 6.000 Euro für eine Konstruktion / Nutzung mit mehr als 2.000 qm.

In diesem Zusammenhang ist ausdrücklich zu betonen, dass die Verantwortung für die Einreichung der Unterlagen in vollem Umfang der Eigentümer der Immobilie und der von ihm beauftragte Ingenieur tragen.

Zweite Phase des Legalisierungsverfahrens für Schwarzbauten

Nach der ordnungsgemäßen Beantragung der nachträglichen Legalisierung tritt das Verfahren in seine zweite Phase. Konkret hat der Antragsteller innerhalb von vier Monaten eine neue Akte einzureichen, in der enthalten sind:

a) Eine Rechtsverbindliche Erklärung nach Gesetz N.1599/86 (in doppelter Ausfertigung), welche die persönlichen Daten, die Steuernummer und das zuständige Finanzamt (DOY) des Eigentümers, die Nummer und das Jahr der – sofern vorhandenen – Baugenehmigung, die Fläche und die Nutzung der Konstruktion, das Datum der Vollendung der Konstruktion oder der Einrichtung der Nutzung darin enthält, sowie auch die Angabe, ab es sich bei der Immobilie um eine Haupt- und einzige Wohnung, eine Hauptwohnung, eine andere Wohnung oder um eine anderweitig genutzte Immobilie handelt.

b) Der technischer Bericht, der von dem zuständigen Ingenieur ausgefüllt wird und die Konstruktion oder die ungenehmigte Nutzung beschreibt.

c) Topographische Zeichnung der – sofern vorhandenen – Baugenehmigung und des (Etagen-) Grundrisses, worauf die ungenehmigte Konstruktion / Nutzung erscheint, für welche die Inanspruchnahme der Regelung zur nachträglichen Legalisierung beantragt wird.

(Quelle: Vradyni)

Beispiele der Kosten einer nachträglichen Schwarzbau-Legalisierung

Nachstehend werden – ohne jegliche Gewähr! – einige typische Beispiele für Bauverstöße / Schwarzbauten und die Höhe der Geldstrafe für die nachträgliche Legalisierung aufgeführt.

Art der Immobilie Zonenpreis (€) Ungenehmigte Fläche (qm) Strafgeld (€)
Hauptwohnung, mit Baugenehmigung, innerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung < 50% 1.000 100 6.000
Hauptwohnung, mit Baugenehmigung, innerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung < 50% 1.500 100 9.000
Hauptwohnung, mit Baugenehmigung, innerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung > 50% und Höhenüberschreitung < 20% 1.500 100 16.380
Hauptwohnung, ohne Baugenehmigung, innerhalb des Bebauungsplans 1.500 100 18.000
Hauptwohnung, ohne Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans 700 100 18.000
Hauptwohnung, ohne Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans 1.000 100 20.400
Hauptwohnung, mit Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung > 100% 700 200 22.848
Zweitwohnung, mit Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung < 50% 700 100 8.925
Zweitwohnung, mit Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans, Überschreitung der Bebauung > 100% 700 200 18.560
Zweitwohnung, ohne Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans 700 100 17.850
Zweitwohnung, ohne Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans 1.000 100 25.500
Zweitwohnung, ohne Baugenehmigung, außerhalb des Bebauungsplans 1.200 100 36.720

(Quelle der Angaben: To Vima)

Kommentare sind geschlossen