Griechenland führt Meldepflicht für Auslandsüberweisungen ein

21. September 2011 / Aktualisiert: 25. August 2015 / Aufrufe: 1.617

Griechenland schreitet zur rückwirkenden Kontrolle von Auslandsguthaben und verpflichtet die Banken zur Meldung aller Auslandsüberweisungen an das Finanzministerium.

Das Finanzministerium in Griechenland schreitet zu Überprüfungen der Einlagen bei Auslandsbanken, die ab 2009 erfolgten und mehr als 100.000 Euro pro Jahr betragen. Laut dem einschlägigen Runderlass müssen die griechischen Banken die relevanten Angaben über Kapitaltransfers ins Ausland an die Zentralstelle des Finanzministeriums melden. Parallel haben die Banken fortan die entsprechenden Daten jeden Monat zu übermitteln.

In Zusammenhang mit der Bewertung dieser Informationen wird es eine Art von Besteuerung geben, obwohl das Ministerium betont, dass der genaue Modus bisher noch nicht geklärt worden ist. Jedenfalls wird in dem Beschluss des stellvertretenden Finanzministers Pantelis Ikonomou klargestellt, dass unabhängig von der Anzahl der Institute, über welche die Überweisungen getätigt wurden, die Auslandsanweisungen natürlicher und juristischer Personen überprüft werden, die mehr als 100.000 Euro pro Jahr betragen.

Seitens des Finanzministeriums wird angeführt, dass bei der Handhabung der „Informationen“ die Gepflogenheiten anderer Länder befolgt werden. Falls festgestellt wird, dass die Steuerpflichtigen die Guthaben nicht rechtfertigen, sprich keinen Nachweis über die (legale) Herkunft des Vermögens erbringen können, bestände eine Möglichkeit darin, zusammen mit der Steuer, die sie auf die ungemeldeten Einkommen zu entrichten haben, Geldstrafen und Strafsteuern gegen sie zu verhängen.

Griechenland verpflichtet Banken zur Meldung von Auslandsüberweisungen

Die griechischen Banken haben der Zentrale für Datenverarbeitungssysteme einen Katalog mit den Daten (Vor- und Nachname, Steuernummer usw.) der Steuerpflichtigen, die Guthaben auf Konten bei Banken im Ausland gebracht haben, sowie auch den konkreten Beträgen und Bestimmungsländern zu übermitteln. Die erste Übermittlung der Listen durch die Banken wird sich auf den Zeitraum bis zum 31. Juli 2011 beziehen und muss bis zum 31. Oktober 2011 abgeschlossen werden.

Kredit- und Finanzierungsinstitute, Zahlungsinstitute und die griechische Post sind demnach verpflichtet, Angaben zu folgenden Vorgängen an die Zentrale für Datenverarbeitungssysteme zu übermitteln:

  • Guthabentransfers, Überweisungen, Direktabbuchungen und Bankschecks ihrer Kunden (natürlicher und juristischer Personen) zum Transfer von Kapital ins Ausland,
  • Einnahmen mit diesen verbundener Unternehmen mittels Kreditkarten.

In Bezug auf Guthabentransfers, die von einem Zahlkonto initiiert werden, welches der Einzahler / Auftraggeber bei dem Kreditinstitut oder einem anderen Anbieter von Zahldiensten unterhält, und Überweisungen, die ohne die Führung eines Zahlkontos mit Bargeld initiiert werden, sind folgende Angaben zu übermitteln:

  • dreistelliger Bank-Code, so wie von der Griechischen Bank bestimmt,
  • Vor- und Nachname des Einzahlers oder des ersten Berechtigten des Kontos, das belastet wird,
  • Gesamtzahl der Berechtigten des belasteten Kontos,
  • Steuernummer des Einzahlers oder des ersten Berechtigten des belasteten Kontos,
  • Personalausweis – oder Passnummer, Geburtsdatum, Geburtsort und Wohnort des Einzahlers oder des ersten Berechtigten des belasteten Kontos, sofern keine Steuernummer vorliegt,
  • Einzel-Referenznummer der Überweisung,
  • Kürzel (Code) der Devise der Transaktion,
  • Betrag der Transaktion,
  • Datum der Transaktion,
  • Zielland des Guthabentransfers oder der Überweisung,
  • Vor- und Nachname des Empfängers bzw. Berechtigten,
  • Bank des Empfängers bzw. Berechtigten.

(Quelle: Eleftherotypia)

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