Rapider Anstieg der Kriminalität in Griechenland

24. August 2011 / Aktualisiert: 24. August 2011 / Aufrufe: 1.565

In Griechenland nahm während der vergangenen 5 Jahre die Kriminalität um 100 Prozent zu und verlagerte sich zunehmend auch in provinzielle Regionen.

Innerhalb von gerade einmal fünf Jahren verdoppelte sich in Griechenland die Kriminalität und breitete sich über das gesamte Land aus. In der Provinz werden inzwischen doppelt so viele Banküberfälle wie in Athen ausgeübt, während im vergangenen Jahr noch das Gegenteil galt.

Sowohl die Offiziere der griechischen Polizei (ELAS bzw. EL.AS.) als auch die Verantwortlichen der Banken befürchten, dass sich die Stunde nähert, wo die Gangster den nächsten Schritt tun, und erachten es als eine Frage der Zeit, dass auch in Griechenland die kurzfristigen Entführungen leitender Bankangestellter beginnen werden, mit denen die Bankräuber die Überwindung der Sicherheitsmaßnahmen der in ihr Ziel genommenen Bankfilialen zu gewährleisten beabsichtigen.

Lastwagendiebstähle, Viehdiebstähle, Betrugsdelikte und Falschgeld

Die Ganovenkreise haben sich auch den Diebstählen großvolumiger Lastwagen zugewendet, auf welchem Segment eine Zunahme um etwa 38% verzeichnet wurde. Einer der Kriminalitäts-Indizes, die in Athen eine steigende Tendenz aufweisen, sind die … Viehdiebstähle. Trotz der wenigen verbliebenen Herden werden im weitläufigeren Bereich der Hauptstadt 10% der im gesamten Staatsgebiet entsprechenden Fälle verzeichnet. Die wirtschaftliche Krise zeichnet sich laut der Polizei auch bei dem imposanten Anstieg der Betrugsdelikte um 28% und der Falschgeldfälle um 60% innerhalb eines Jahres ab. „Bei den Geschäften ist nichts wo wie es scheint„, wird angemerkt.

In Epirus wird nicht gestohlen

Dies sind einige der stellvertretenden, eigenartigen oder sonderbaren Daten, welche die Kriminalitätsstatistiken der Führung der EL.AS. ausweisen. Laut diesen Daten gibt es in Griechenland auch eine Region, die von der Invasion der Ganoven fast verschont geblieben ist, und zwar handelt es sich um den Verwaltungsbezirk von Epirus, in dem innerhalb eines halben Jahres kein einziger Handtaschendiebstahl, kein einziger Ladendiebstahl und auch kein einziger Diebstahl in der Öffentlichkeit stattfand.

Der Vergleich der Daten des ersten Halbjahrs 2011 mit denen des gesamten Jahres 2006 ist apokalyptisch. Während des Jahres 2006 wurden im gesamten Land 49.403 Diebstähle und Einbrüche und 2.463 Raubüberfälle verzeichnet, und im Jahr 2011 sind 48.262 Diebstähle und Einbrüche gemeldet worden – allerdings mit dem Unterschied, dass sie innerhalb von nur einem halben Jahr verzeichnet worden sind!

Wenn sich der Anstieg der Kriminalität bis zum Ende des Jahres mit dem selben Rhythmus fortsetzt, wird laut den Einschätzungen der Polizei die Marke von 100.000 Diebstählen und Einbrüchen „geschafft“ werden. Was den starken Anstieg der Raubüberfälle betrifft, sind die Daten sehr viel beunruhigender, da im Jahr 2006 insgesamt 2.463 derartige kriminelle Handlungen verzeichnet worden waren, während es im ersten Halbjahr 2011 bereits 3.363 waren. Die Führung der EL.AS. führt jedenfalls einen Teil dieser Änderung auf die Modifizierung der Art der Aufzeichnung der Anzahl der kriminellen Handlungen durch die Polizeidienststellen zurück, jedoch ist laut den Offizieren unabhängig von der Art der Bewertung der Indizes der Anstieg unbestreitbar.

Dezentralisierung bei Überfällen

2006 wurden in Attika 68% der Diebstähle und Raubüberfälle des gesamten Landes verzeichnet. Im ersten Halbjahr 2011 sank der Anteil der Hauptstadt an der Kriminalität dieser Art auf 58%. Die Abwanderung eines großen Teils der Kriminellen in die peripheren Bezirke erklärt sich durch die anfälligeren Zielobjekte und die geringere polizeiliche Überwachung.

Charakteristisch sind die Daten über die Banküberfälle, da sich 50% der Bankfilialen des gesamten Landes in Attika befinden. Im ersten Halbjahr 2010 wurden 124 Raubüberfälle auf Banken in Athen und 68 auf Banken der Provinz verzeichnet. Diese während der Vorjahre beständige Balance hat sich nun umgekehrt. Im ersten Halbjahr wurden 22 Banküberfälle in Athen und 46 in der Provinz verzeichnet.

In Zentralgriechenland wurden acht, auf der Peloponnes sieben, in Westgriechenland zehn und in Thessalien vier Banküberfälle verübt. Ein Merkmal der Dezentralisierung der Kriminalität ist auch, dass in dem entsprechenden Zeitraum in der Stadt Thessaloniki nur ein Banküberfall stattfand.

Komplexe Angriffe auf Bankfilialen

Die EL.AS. bereitet sich jedenfalls bereits auf den nächsten Tag vor. Es ist vorgesehen, dass bis Ende März 2012 alle Banken in der Provinz gemäß den Normen der Banken in Athen mit Sicherheitstüren und speziellen Systemen zur Abwehr von Angriffen wie jenen geschützt sein, zu denen die Gruppe der „Räuber mit den Vorschlaghämmern“ schreitet.

Der Polizei, aber auch den Verantwortlichen der Banken ist bewusst, dass die Verbrecher zur Überwindung der neuen Hindernisse fortan auch in der Provinz komplexere Angriffe betreiben und sogar auch zu Entführungen von Angestellten schreiten werden, um unter der Bedrohung mit Waffen die Sicherheitscodes zu entlocken oder Magnetkarten an sich zu bringen. Es ist auch nicht das Auftreten des Phänomens der Geiselnahme auszuschließen, wenn die Räuber innerhalb einer Bank eingeschlossen werden, wie es in der Vergangenheit in Bankfilialen in Athen geschehen war.

Wie die Polizei erachtet, wird die „Aufrüstung“ der Bankfilialen der Peripheriebezirke einen Teil der Kriminalität zu Angriffen gegen Häuser und kleine Geschäfte lenken, da die Gangster mittels Dutzender – gleichermaßen gefährlicher – kleiner Raubüberfälle ihrer … „Gewinne“ zu ergänzen versuchen werden, durch ihnen durch die Abschottung der Banken entgehen.

Lastwagen … mit Flügeln

In den Listen mit den kriminalitätsrelevanten Daten gibt es ein weiteres beeindruckendes Element. Im ersten Halbjahr 2011 wird in ganz Griechenland ein Anstieg der Diebstähle von Lastwagen um 38% verzeichnet. Insgesamt sind während der letzten Monate ungefähr 1.600 Lastwagen und Busse auf … magische Weise von den Straßen verschwunden.

Allein in Zentralgriechenland erreicht die Zunahme der Lastwagendiebstähle sogar 148%. Laut Offizieren der EL.AS. „stehlen die Ganoven hauptsächlich auf den zentralen Verkehrsachsen des Landes oft genug komplette beladene Lastwagen, auf deren Ladung sie es abgesehen haben„.

Weiter hat es Angriffe auf Transportunternehmen gegeben, wo große Lastwagen verschwanden als ob es Motorräder seien. Wie festgestellt wurde, handelt es sich hauptsächlich um Banden bulgarischer und albanischer Gangster, welche die Lastwagen nach Rumänien und in andere Balkanstaaten verbringen und dort verkaufen.

Zusätzlich werden viele kleinere Lastwagen und Transporter hauptsächlich in Zentralgriechenland von Zigeunern gestohlen und für den Transport gestohlener Kupfermengen, aber auch zur Beschaffung von Ersatzteilen verwendet. Wie die Offiziere mitteilen, hat es während der letzten Zeit auch Fälle des Verschwindens kompletter Bagger von Baustellen gegeben.

Die Delikte der Wirtschaftskrise

Im ersten Halbjahr 2011 wurden von der EL.AS. im ganzen Land 1.155 Betrugsdelikte und 2.493 Fälle der Verbreitung gefälschter Banknoten aufgespürt, welche Anzahl im Verhältnis zu den Vorjahren ebenfalls erhöht ist.

Ungefähr 702 dieser Betrugsdelikte wurden in Attika und 145 in Thessaloniki aufgedeckt. Die meisten beziehen sich auf ungedeckte Schecks, Scheingeschäfte, Investorenbetrug usw. Es gibt sogar Gegenden des Landes, in denen der Anstieg der einschlägigen Fälle explosiv ist. Auf der Peloponnes wurde eine Zunahme um 227% und in Westgriechenland um 214% verzeichnet.

Abgesehen von dem Gebiet von Attika, das traditionell das Zepter hält, sind Thessalien und Westgriechenland die Regionen, in den die meisten gefälschten Banknoten in Umlauf sind. Die Bediensteten der Verfolgungsbehörden erachten sogar, dass solange die wirtschaftliche Krise nicht abklingt, die konkreten Delikte während der nächsten Monate weiter zunehmen werden.

Anstieg der Viehdiebstähle in Attika um 48%!

Die Daten sind eindeutig: Im ganzen Land wurden im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 573 Viehdiebstähle verzeichnet, davon 58 in Attika! In der Hauptstadt präsentiert sich zu Zunahme der Viehdiebstähle im Jahr 2011 sogar mit 48%!

Woher die Herden – und folglich die Viehdiebe – in Athen kamen? Und trotzdem, gemäß den Daten der Veterinäre gibt es im ganzen Land 13.000.000 Schafe und Ziegen, von denen schätzungsweise 200.000 bis 300.000 bzw. ein Anteil von 2% im Umfeld der griechischen Hauptstadt weiden.

Auf diese Weise ergibt sich auf Basis der Daten der EL.AS., dass Athen mit einem größeren Viehdiebstahlproblem konfrontiert ist als gesamt Epirus oder Thessalien! Die Viehdiebstähle werden einerseits auf Interessen konkurrierender Viehzüchter zurückgeführt, hauptsächlich jedoch auf Kreise von Viehdieben, welche die Tiere direkt auf dem griechischen Fleischmarkt absetzen.

(Quelle: To Vima)

Kommentare sind geschlossen