Griechenland will 250 Finanzämter schließen

7. August 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 601

Das Finanzministerium in Griechenland will im Rahmen der Reorganisation seiner Dienststellen die Anzahl der Finanzämter von derzeit landesweit 288 auf 30 reduzieren.

In der kommenden Woche wird die Bekanntgabe der Zusammenlegung 20 lokaler Finanzämter zu 10 Ämtern erwartet, während die grundlegende Umstrukturierung der Dienststellen des Finanzministeriums ein separates Kapitel des für Oktober 2011 angekündigten Steuergesetzentwurfs darstellen wird und unter anderem auch Versetzungen der Finanzbeamten vorsieht, deren Stellen im Rahmen der neuen Organisationsform der Finanzämter wegfallen werden.

Die verbleibenden Finanzämter werden fast kaum noch direkten Kontakt mit den Steuerpflichtigen haben, die ihre Angelegenheiten entweder mittels der elektronischen Anwendungen der Zentrale für Datenverarbeitungssysteme oder über die Zentren für Bürgerservice (KEP) abwickeln werden. Die verbleibenden Finanzämter werden sich somit ausschließlich mit Kontrollen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung beschäftigen.

Der erste Schritt zur Schließung von Finanzämtern erfolgte in der vergangenen Woche mit dem Amendement des Finanzministers Evangelos Venizelou, womit die Abschaffung diverser Abteilungen bei Finanzämtern vorgesehen wird.

Der nächste Schritt wird die Zusammenlegung kleinerer Finanzämter sein. Dem Finanzministerium vorliegenden Daten zufolge wurden von den insgesamt 36 Milliarden Euro, die im Jahr 2010 eingenommen wurden, fast 23 Milliarden Euro von 20 Finanzämtern eingetrieben, während die 78 Finanzämter auf den letzten Plätzen der Einnahmestatistik insgesamt gerade einmal 464 Millionen Euro eingetrieben hatten.

Mehr Kontrollen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung

Durch das Freiwerden von Beamten der Finanzämter, deren Schließung vorgesehen ist, wird das Finanzministerium leichter Sondereinheiten zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung zusammensetzen können, so wie vor einigen Tagen auch im Fall der speziellen Einsatzgruppe, die sich einzig und allein mit der Eintreibung festgestellter Geldstrafen beschäftigen wird.

Parallel zu der Umstrukturierung der Finanzämter zu substanziellen Kontrollwerkzeugen forcieren die gemeinsam zuständigen Ministerien elektronische Dienste, welche das Finanzamt auf den PC-Monitor der Steuerpflichtigen bringen.

(Quelle: Vradyni, Ta Nea)

  1. White Tower
    9. August 2011, 19:29 | #1

    Aus Erfahrung aus anderen Ländern , behaupte ich , dass dies der falsche Weg ist.
    Ich habe keine genauen Zahlen , jedoch weiss ich , dass Griechenland in der Nutzung von E-Goverment im hinteren Drittel Europas steht , und es iat nicht zumutbar die Bürger zu E-Nutzung zu zwingen , und ohne deren , ist der Bürger nach Schliessung diverser Amter hilflos sich selbst überlassen , oder er nimmt für jeden FA-Weg einen Urlaubstag . . .

  2. Theo d’Or
    10. August 2011, 13:38 | #2

    Für den hilflosen Bürger gibt es statt FAs noch die ach-so-hilfreichen Steuerberater, die können anders als ein FA „Eintritt“ kassieren und müssen doch auch im worst-case (Gesetzes- und Steuervereinfachung) noch was zu tun haben. Wäre auch ein Modell für DE, wo die Warteschlangen in den FÄ’n auch nicht kleiner werden.

  3. Xristos
    11. August 2011, 22:19 | #3
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