Gesundheitliche Zeitbombe im Zentrum von Athen in Griechenland

14. Juli 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 821

Im Zentrum von Athen zeichnet sich ein dramatischer Anstieg der Prostitution und parallel der Infektionen mit Tuberkulose, sexuell übertragenen Krankheiten, AIDS und Hepatitis ab.

Das Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen hat sich zu einer – und zwar nicht nur – gesundheitlichen Bombe entwickelt, da ein dramatischer Anstieg der Prostitution (speziell auch jugendlicher Prostituierter) und parallel der Ausbreitung einer aggressiven Variante der Tuberkulose, der durch sexuelle Kontakte übertragenen Krankheiten, der Fälle der Übertragung des HIV-Virus und der Hepatitis B und C festgestellt wird. Diese beunruhigenden Erkenntnisse wurden in dem parteiübergreifenden Ausschuss für das Immigrationsthema diskutiert, der auch die politische Führung des Gesundheitsministeriums informierte.

Ein wichtiges Werkzeug in Zusammenhang mit dem Immigrationsproblem stellen offensichtlich die Programme der „Straßenarbeit“ (Streetwork) des Personals des Zentrum für Krankheiten-Kontrolle und Vorbeugung (KEELPNO / ΚΕΕΛΠΝΟ) dar, das mit qualifizierten wissenschaftlichen Mitarbeiten zentrale Punkte der Stadt besucht, an denen viele Immigranten verkehren.

Streetwork des KEELPNO in Athen – Griechenland

Die von den Mitarbeitern des KEELPNO geleistete Arbeit scheint das Vertrauen der (illegalen) Immigranten zu gewinnen begonnen zu haben, da immer mehr von ihnen die „Straßenprogramme“ besuchen, um sich über die Gesundheitsprobleme zu informieren, mit denen sie konfrontiert werden – ohne befürchten zu müssen, dass ihr Kontakt zu dem Zentrum sie in die Abschiebung führen wird.

Somit zeichnet das – im übrigen auch mit nichtstaatlichen Organisationen kooperierende – KEELPNO fortan einerseits die geläufigsten Erkrankungen auf und gewährt andererseits den Immigranten die ersten notwendigen Gesundheitsleistungen.

Drogensüchtige und Prostituierte strömen allabendlich zur Omonia

Charakteristisch ist die Beschreibung des Staatssekretärs für Gesundheit Michalis Timosidis vor dem parteiübergreifenden Ausschuss des Parlaments über das Studium und die Bekämpfung des Immigrationsproblems. „Drogensüchtige, aber hauptsächlich jugendliche Prostituierte strömen mit Einbruch der Dämmerung zu Hunderten in den Bezirk der Omonia-Straße, und dieses Problem stellt für uns ein zentrales Thema dar„, meinte der Staatsekretär und merkte an, dass das Gesundheitsministerium die Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Stadt Athen und der Bezirksverwaltung von Attika mit dem Ziel der Findung einer Lösung intensiviert und auch mit den gemeinsam zuständigen Ministerien kooperiert. Wie der Staatssekretär ausführte, „besteht das Thema nicht darin, die Immigranten von dort (der Omonia) in die nächste Nachbarschaft zu vertreiben, sondern Lösungen zu finden, die sichallerdings nicht von dem einen auf den anderen Tag ergeben„.

Abgeordnete fordern Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung Athens

Die unmittelbare Ergreifung von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung der Hauptstadt vor ansteckenden Krankheiten speziell in den sogenannten „abgewerteten“ Bezirken wie in dem Stadtbezirk Agios Panteleimonas und im Umfeld des Attika-Platzes forderte der Abgeordnete der LAOS-Partei Adonis Georgiadis und berief sich dabei auch auf die Hinweise des Bezirkspräsidenten Attikas Giannis Sgourou.

Auch der Abgeordnete der PASOK-Partei Christos Magkoufis forderte ein spezielles Programm bezüglich der Krankheiten, welche von Prostituierten übertragen werden, die wie von ihm beklagt das Zentrum von Athen geradezu überschwemmt haben. Er merkte sogar an, dass „viele dieser Prostituierten sogar auch aggressiv gegenüber all den Bürgern auftreten, die ihren Aufforderungen nicht Folge leisten„.

Selbst Manolis Stratakis, Vorsitzender des parteiübergreifenden Ausschusses für das Immigrationsthema, verlangte die Intensivierung der Kooperation der gemeinsam zuständigen Ministerien, da „in dem Gebiet von der Omonia-Straße bis zum Vathi-Platz die Phänomene des Drogenkonsums und Traffickings allgegenwärtig und die Gefahren speziell für aus der umliegenden Gegend kommende Jugendliche, die diese Bezirke besuchen, ungeheuer sind„.

(Quelle: Vradyni)

Kommentare sind geschlossen