Sicherheitsträger in Griechenland signalisieren SOS

11. Juni 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 785

Das Ministerium für Zivilschutz in Griechenland schlägt in einem internen Schreiben bezüglich der operativen Situation und Bereitschaft der staatlichen Sicherheitsträger Alarm.

Ein internes Brandschreiben des Ministeriums für Bürgerschutz (vormals Ministerium für öffentliche Ordnung) sendet einen dramatischen Hilferuf wegen der „Grenzsituation“ bei der Funktion der staatlichen Sicherheitsträger aus. In dem Schreiben wird der Mangel an Personal und Ausrüstung bei Polizei, Feuerwehr und Hafenpolizei wiedergegeben sowie der Anstieg der Kriminalität festgestellt und betont, dass die Schrumpfung der operativen Bereitschaft zu einem Sicherheitsvakuum führt, dessen Handhabung unmöglich sein wird.

Wie in dem nach Aufnahme der verzeichneten Probleme von Stabskräften der drei Sicherheitsträger verfassten Schreiben unterstrichen wird, droht das Moratorium Griechenland ohne Polizisten, Feuerwehrleute und Hafenpolizisten zu lassen. „Dies bedeutet in der Praxis, dass Polizei, Hafenpolizei und Feuerwehr – sowie vielleicht auch … Kriminelle, Küstenschifffahrt und Brände – von montags bis freitags Dienst und über das Wochenende frei haben werden„, wird charakteristisch betont.

Die Verfasser des Schreibens weisen auf die extrem kritische Situation bei den Dienststellen der drei staatlichen Sicherheitsträger hin und führen eine Reihe von Argumenten an um zu zeigen, dass Griechenland in Gefahr läuft zu einem neuen Argentinien zu werden, falls weitere Maßnahmen zur Einschränkung ihrer betrieblichen Kosten umgesetzt werden sollten.

Kommission und IWF treiben Griechenland wissentlich in Destabilisierung

Die Vertreter der EU-Kommission und des IWF wissen auf Basis ihrer Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen harte volkswirtschaftliche Programme umgesetzt wurden, dass diese heftige soziale Konflikte, den Anstieg der Kriminalität und allgemeine Unruhen zur Folge haben.

In der Argumentation der Stabskräfte herrschen die erhöhten Bedürfnisse wegen der europaweiten Schengen-Krise und und die relativ strengen Bewertungen für Griechenland, aber auch die Notwendigkeiten zur Minderung der illegalen Migration vor. Parallel wird darauf hingewiesen, dass „sich das organisierte Verbrechen jeder Natur und Couleur kontinuierlich weiterentwickelt, die Kleinkriminalität über das gesamte Land ausbreitet und die derzeitige politische Spannung zuspitzt„.

Aus diesen Gründen führt die Umsetzung der Regelung, die eine Neueinstellung auf fünf oder – noch schlimmer – auf zehn Ausscheidungen vorsieht, selbst dann, wenn sie auf die Gesamtheit des öffentlichen Sektors angerechnet werden, zu „unüberwindlichen Hindernissen und einer nicht mehr handhabbaren Situation„, wird weiter angeführt.

In Bezug auf die Polizei wird unterstrichen, dass absolut kein Spielraum zur Umsetzung der vorgeschlagenen Quote von Einstellungen zu Pensionierungen im Verhältnis von 1:10 für das Jahr 2011 und 1:5 für die Jahre 2012 – 2015 besteht, da diese Regelung zu insgesamt 16.637 unbesetzten Stellen im Jahr 2015 führt!

Griechenland über Wochenenden ohne Polizei und Feuerwehr

Die Führungskräfte der griechischen Polizei (ELAS) bezeichnen die Argumentation bezüglich der hohen Anzahl der Polizeibeamten im Verhältnis zur Bevölkerung des Landes als irreführend und betonen charakteristisch: „Bei den Zuständigkeiten und Skalierungen der Verantwortung sind die Unterschiede zu den anderen Polizeibehörden der Mitgliedstaaten groß und katalytisch.

Bei der Hafenpolizei wird es bei Anwendung der Maßnahme 4.000 unbesetzte Stellen und Positionen geben, auf denen niemand mehr den Dienst versieht. Die selbe Lage wird sich auch bei der Feuerwehr einstellen, wo für die Besetzung der organischen Stellen mehr als 5.000 Personen fehlen werden.

Da bei den einschlägigen Kosten Einsparungen von 68,04 % einkalkuliert wurden, müssen Polizisten, Feuerwehrleute und Hafenpolizisten ihre Besoldung über eine 5-Tage-Woche hinaus, aber auch Wegegelder vergessen, bei denen eine Kürzung der Mittel um 23,3 % eingeplant ist.

(Quelle: Ta Nea / 10.06.2011)

  1. Rotocobra
    11. Juni 2011, 12:21 | #1

    „Wer sonst meist pennt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht.“ Wie wäre es, die Sparmassnahmen durch kollektive Gehalts-Abzüge pro geworfenem Molotov-Brandsatz, pro angezündeter Mülltonne, pro Raubüberfall, pro Hektar verbrannten Waldes zu realisieren? Bisherige Komboloi-Spieler und Mopedhelmkontrolleure würden ungeahnten Fleiss entfalten, sich entweder effektiver zu betätigen oder den Dienst zu quittieren.

  2. 11. Juni 2011, 14:40 | #2

    Mein Gott, was ist das denn für ein Behördendeutsch. Den Artikel musste ich 3 mal lesen und kann nicht sicher sein, ihn wirklich verstanden zu haben. In kurzen Sätzen: Polizei, Hafenpolizei und Feuerwehr sollen sparen, sagt die Troika. Dadurch wird Griechenland im Chaos versinken, weil jetzt schon viel zu wenig Personal da ist und dieses wohl auch noch unterbezahlt, sagt Ta Nea.

    Ich kann nur über die Situation auf Samothraki meinen Eindruck schildern.
    Wenn die Polizei nur konsequent die Falschparker, die nicht angegurteten Autoinsassen, die handysüchtigen und die betrunkenen Fahrer zur Kasse bitten würde, dann käme sicher Etliches zusammen. Stattdessen wird seit Jahren weggesehen, wenn Autos im Halteverbot parken, wenn Moped- und Motorradfahrer ohne Helm unterwegs sind, wenn Wildcamper in den Wäldern zu Hunderten zelten und die Landschaft zerstören. Um diese Fälle zu ahnden, sind sich anscheinend die Polizisten zu schade. Erst wenn, wie so oft, wieder einmal ein Betrunkener seinen Wagen in den Gegenverkehr oder in den Graben gelenkt hat, ja dann muss man wohl oder übel mal was tun. Hach ist das alles anstrengend.
    Was macht die Hafenpolizei von Samothraki? Hier wird scherzhaft gesagt: Wellen zählen! Nun, die Fähre kommt 1 – 2 mal am Tag, so um die zehn Segelboote in der Saison pro Tag abzufertigen sollte für ca. 12 Frauen und Männer auch kein wirkliches Problem sein, trotzdem bleibt z.B. unmöglich die Zeit, die Lokale auf Einhaltung des Rauchverbotes zu kontrollieren. Ergo: Es gibt auf Samothraki kein Rauchverbot.
    Und wenn ich gesehen habe, wie im letzten Jahr in der Tourismussaison mindestens 50 Wildcamper in den Wäldern gut sichtbar nachts ihr Lagerfeuer anhaben, und die Feuerwehr fährt in 20 Meter Entfernung daran vorbei, dann fällt das sicher unter Stressvermeidung bei der Feuerwehr, aber nicht bei mir. Ich habe schon die Eindrücke eines Großbrandes, der nur 10 Meter vor meinem Haus zum Stillstand kam, hinter mir, und finde das in Griechenland übliche Ti na kanoume – tipota (was soll man machen – nichts) spätestens dann entsetzlich, wenn die Feuerwehr genau diesen Spruch befolgt und für ihr Gehalt möglich nichts macht.
    Auf Samothraki bräuchte es Personal, welches einfach mal den Job macht für den es vorgesehen ist und bezahlt wird, denn so entsteht nicht nur bei mir der Eindruck, es wäre viel zu viel Personal da und Alle tun möglichst nichts, was sich dann tatsächlich mit dem Gehalt nicht vereinbaren lässt.
    Seit Jahrzehnten ist auf Samothraki in Teilbereichen Anarchie angesagt, da gab es die Bedeutung der Troika für Griechenland noch gar nicht.

  3. admin
    11. Juni 2011, 20:56 | #3

    Jermanos :

    Mein Gott, was ist das denn für ein Behördendeutsch …

    Ist eben das ewige Dilemma: Die Quelle möglichst wortwörtlich wiedergeben und „Holperigkeiten“ ignorieren oder den Text „glätten“ und inhaltliche Verfälschungen in Kauf nehmen?

  4. Pater Prost
    13. Juni 2011, 14:12 | #4

    Solange der gesamte Mittelmeerraum mit seinen Rohstoffvorkommen nicht komplett in zionistischer Hand ist, wird keiner mehr sicher sein vor Übergriffen und Fremdherrschaft!
    Danach sind die Staaten nur noch Zone wie der BRD, die man auspresst, wie man es braucht!

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