Immobilienpreise in populären Urlaubsgebieten in Griechenland

5. Juni 2011 / Aktualisiert: 05. Juni 2014 / Aufrufe: 5.136

Die wirtschaftliche Krise hat in Griechenland den Immobilienmarkt erheblich beeinflusst und in manchen populären Regionen zu erheblichen Preisnachlässen geführt.

Die wirtschaftliche Krise hat den Markt für Ferienwohnungen in Griechenland hart getroffen, die aktuellen Preise gestalten sich im Durchschnitt um 15 – 25 Prozent niedriger als im Jahr 2010. Insider des Immobilienmarkts sind sich einig, dass die explosive Mischung aus einerseits dem rapiden Rückgang der Nachfrage infolge der Wirtschaftskrise und andererseits des großen Angebots im Nachhall der hohen Bebauungsraten der letzten Jahre zu erheblichen Problemen auf den Immobilienmärkten etlicher Inseln und anderer populärer Regionen geführt haben.

Das im Ausland herrschende negative Bild der griechischen Wirtschaft hat ebenfalls etliche ausländische Kaufinteressenten entmutigt und dazu veranlasst, vor jedem weiteren Zug erst einmal die Klärung der Lage abzuwarten. Marktkenner sind jedoch zuversichtlich, dass sich das Interesse an dem Erwerb hauptsächlich von Ferienwohnungen in den Einzugsgebieten von Athen und Thessaloniki, aber auch auf den ionischen Inseln und den Inseln der Ägäis wieder beleben wird.

Regionale Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt in Griechenland

Die Landschaft des Immobilienmarkts mit den Gelegenheiten und den teuren Häusern hat sich in diesem Jahr (2011) wegen der anhaltenden Krise deutlich verändert. Der Immobilienmarkt ist auf analoge Niveaus zu Athen und Thessaloniki eingebrochen. Hauptmerkmal ist der hohe Rückgang der Kaufvereinbarungen in Bezug auf Neubauwohnungen, obwohl das Interesse am Erwerb eines Eigenheims nicht nachgelassen hat.

Alexandroupoli
Alle hoffen auf die großen Bauprojekte (Straßen, Pipeline, Handelszentrum) und die Nachfrage ist allgemein zufriedenstellend. Wer diese Stadt in Grenzregion bevorzugt, findet gute Gelegenheiten und oftmals Preisnachlässe.

Chalkida
Die Sättigung ist offensichtlich, die Bauaktivität hoch … und die Preise erinnern an den exklusiven Athener Vorstadtbezirk Kolonaki. Die teuersten Wohnungen werden zu Preisen von über 4.000 €/qm verkauft, im untersten Preissegment liegen sie bei 800 – 1.200 €/qm.

Kalamata
In der Stadt kosten die Neubauwohnungen ab 1.300 bis 2.200 €/qm, während die Preise der neuen Ferienwohnungen über 2.600 €/qm liegen können. In den Bergen der nördlichen Mani (messianischen Mani) bezahlen die Ausländer jeden Preis für alte Häuser und renovieren sie.

Kavala
Die Preise sind abrupt gestiegen und stagnieren nunmehr. Die Wohnungen kosten ab 1.000 bis 2.500 €/qm, während sie in Meeresnähe um bis zu 20 % teurer sind.

Korfu
Die Preise zeigen während der letzten Zeit eine Stagnation und es gibt auch Nachlässe. Die Preise neuer Wohnungen liegen bei 2.500 bis 3.500 €/qm, während die billigeren Wohnungen bei 1.300 bis 2.000 €/qm liegen.

Korinth
Korinth ist wie auch die umliegenden Gebiete wegen der Vorstadtbahn sehr gefragt geworden. In der Stadt werden die neuen Wohnungen von 1.600 – 3.000 €/qm verkauft, während sich auch Gelegenheiten bei Altbauten bieten. Die Strandgebiete (z. B. Loutraki) sind mit Preisen von über 4.000 €/qm inzwischen unerschwinglich.

Kozani
Eine Stadt, die von der Egnatia-Straße begünstigt worden ist. Obwohl ein großer Anstieg der Bauaktivität zu verzeichnen ist, sind die Wohnungen – an Athener Verhältnissen gemessen! – noch preiswert.

Kreta
In Heraklion werden Wohnungen zu 1.600 – 2.000 €/qm und in Hania ab 1.700 bis zu 2.500 €/qm verkauft. Ferienwohnungen kann man im Süden zu Preisen bei 1.500 €/qm, in den touristischen Regionen Kretas aber auch zu 5.000 €/qm finden.

Larisa
Den Markt bestimmt hauptsächlich die lokale Nachfrage. Es gibt sehr viele Neubauten und die Stadt breitet sich kontinuierlich aus. Es werden Einkaufszentren gebaut und die Leute sind relativ wohlhabend. Vereinbarungen über den Kauf von Immobilien erfolgen mit Nachlässen bei 5 – 10 Prozent.

Mykonos – Santorin
Es bedarf großen Glücks, Wohnungen unter 3.000 €/qm zu finden, während einzelne Immobilien auch schon zu Preisen von bis zu 8.000 €/qm verkauft worden sind. In den Lagen Kaldera und Matogiannia finden inzwischen keine Transaktionen mehr statt, oder es werden Vereinbarungen zu absurden Preisen getroffen.

Mytilini
Neubauten werden zu Preisen ab 2.000 bis 3.000 €/qm verkauft, Altbauten ab 1.000 bis 1.600 €/qm.

Nafpaktos
Die Region wurde wegen der Brücke bei Rio sehr begehrt. Die Immobilien zwischen Antirrio und Nafpaktos mit Blick auf das Meer sind teurer.

Paros
„Mykonos der letzten Jahre“. Das Preisniveau ist inzwischen enorm und die teureren Häuser werden zu Preisen ab 3.000 bis 5.000 €/qm verkauft. Es gibt allerdings auch viele Neubauten zu 1.800 – 2.500 €/qm.

Patras
Eigentumswohnungen kosten bis zu 2.300 €/qm, es gibt allerdings auch billigere Wohnungen mit Preisen bei 1.000 €/qm. Die Ferienwohnungen am Meer kosten bis zu 3.000 €/qm.

Rhodos
Speziell in der Stadt von Rhodos bewegen sich die Preise für Neubauten ab 2.000 bis 4.000 €/qm und für Altbauten ab 1.300 bis 1.800 €/qm.

Sparta
Die Preise bewegen sich ab 1.000 bis 2.000 €/qm. Die zerstörerischen Brände des Sommers haben allerdings einen hohen Rückgang der Bauaktivität bewirkt, der sich vermutlich über die nächsten Jahre fortsetzen wird.

Spetses
Stellt zusammen mit den übrigen Inseln des Saronischen Golfs (Hydra, Ägina) eine idealen Ort für den Wohnungskauf dar. Auf Spetses werden Neubauten allerdings inzwischen zu Preisen von 4.000 €/qm und auf den anderen Inseln zu 2.000 – 3.200 €/qm verkauft.

Syros
In Ermoupoli beginnen die Preise ab 3.000 €/qm. In anderen Gebieten (Posidonia, Galissas usw.) werden Ferienhaus-Komplexe mit Wohnungen von 50 – 80 qm gebaut, deren Preise ab 1.900 €/qm beginnen.

Tinos
Steht für den religiösen Tourismus, jedoch kaufen auf der Insel jedes Jahr hunderte griechische und ausländische Touristen Ferienwohnungen. Die Preise beginnen ab 2.000 €/qm und erreichen bei den besseren Wohnungen mit Meeresblick 4.000 €/qm.

Tzia – Andros
Luxuriöse Komplexe werden auf Tzia zu Preisen bei 4.000 €/qm gebaut. Es gibt aber auch Wohnungen im Landesinneren, die 1.300 bis 1.800 €/qm kosten. Auf Andros werden die Neubauten ab 2.000 bis 2.700 €/qm verkauft.

(Quelle: Vradyni / 05.06.2011, S. 24)

Relevante Beiträge und Quellen:

  1. Christian
    10. Juni 2011, 19:51 | #1

    Irgendwie verstehe ich nicht, warum die Lage in Griechenland die Leute davon abhält, dort zu kaufen. Gerade, wenn es sich um ein Haus in der Urlaubsregion handelt, dann möchte ich dieses doch vermutlich selbst als Urlaubshaus nutzen und/oder vermieten, wobei die wirtschaftlich schlechtere Lage ja nicht wirklich Einfluss nimmt. Im Gegenteil, wenn alles billiger wird, dann sollten doch mehr Touristen kommen – gefährlich ist es ja in Griechenland nicht so wie in Ägypten oder Libyen.
    Ich fliege schon seit einigen Jahren nach Volos und hätte ich das Geld, dann würde ich mir dort sofort ein Haus kaufen, vor allem gibt’s dort seit heuer sogar einen Direktflug von Lauda Air hin, die Gegend wird also als TOURISMUSort noch attraktiver. Das ist doch für ausländische Käufer das wichtigste.

  2. admin
    10. Juni 2011, 23:01 | #2

    Die Zurückhaltung ist definitiv begründet, wenn man sich vor Augen hält, dass speziell im Rahmen der wiederholt korrigierten „Sanierungsprogramme“ der Staat inzwischen unverhohlen auch auf privates Immobilienvermögen zugreift. Der Katalog der unmittelbar bevorstehenden neuen Maßnahmen sieht unter anderem erneut drastische Senkungen der einschlägigen Steuerfreibeträge vor, was in der Praxis einer weiteren Beschleunigung der „schleichenden“ Enteignung gleich kommt. Schon jetzt können Besitzer von Immobilien, die (wie beispielsweise im Fall der Selbstnutzung oder bei unbewirtschafteten Immobilien) keine realen oder nur unzureichende Einkünfte abwerfen, zunehmend die immer weiter nach oben geschraubten Belastungen nicht mehr aufbringen. Sofern nicht auf andere Einkommensquellen zurückgegriffen werden kann bleibt also nichts anderes übrig, als den Besitz – sofern überhaupt noch möglich – zu beleihen oder notgedrungen zu veräußern, anderenfalls wird eben einfach vollstreckt und zwangsversteigert.

  3. Christian
    17. Juni 2011, 23:27 | #3

    Hm, ok, unter diesen Gesichtspunkten macht das alles natürlich Sinn…
    Sehr schade – und eigentlich schlimm.
    Vorerst wird es dann wohl beim jährlichen Urlaub bleiben.
    Danke für die Aufklärung.

  4. Andreas
    1. Juli 2011, 11:11 | #4

    Ich lache mich weg, wenn ich lese, dass es beispielsweise in Alexandroupolis „gute Gelegenheiten und oftmals Preisnachlässe“ gibt. Die Immobilienpreise hier im letzten Winkel Europas übertreffen teilweise die Preise in den Metropolen Europas. Preisbeispiel: Grundstück 400 m2 in der momentan „bevorzugten“ Wohngegend (warum auch immer) schlappe 500.000€ – noch Fragen? Wenn man etwas außerhalb der Stadt haben möchte – wo man nach momentaner Gesetzteslage zw. 4000 – 6000 m2 benötigt um zu bauen, liegen die Preise so zw. 30.000 – 70.000 € / 1000m2, je nachdem, wie weit man vom Meer entfernt ist. ..und wir reden hier von Ackerland – nicht erschlossen. Häuser am Hang mit Blick zum Meer, die i.d.R. aufgrund der Baubestimmungen ca. 120 – 150 m2 haben (oftmals nicht unterkellert) liegen so zw. 400.000 – 1 Mill. € – echte Schäppchen. Man sollte allerdings dann noch mal eine ordentliche Summe einrechnen, um den Bau bewohnbar zu machen. Preisnachlässe gibt es nur von denen, die verkaufen müssen – das trifft leider bislang nur auf die allerwenigsten zu.
    Besonders der Immobilienmarkt wird für Griechenland eine Zerreißprobe – Immobilienbesitzer wollen von den hohen Preisen / Mieten nicht runter – die nichts besitzen, wollen aber auch nicht unter der Brücke schlafen. Bei gewerblichen Immobilien (Geschäftsräume in der Innenstadt) sieht es genau so aus (hier ist das Preis-Niveau unschlagbar hoch) – die Pächter können oftmals die Miete nicht mehr zahlen, da es nun plötzlich nicht mehr so leicht ist Umsätze zu verheimlichen und somit Steuerzahlungen anfallen. Die Mehrheit der Vermieter sieht das sehr gelassen – sie bevorzugen die Immobilie leerstehen zu lassen, anstatt die Miete dem Marktwert anzupassen – wenn nötig über Jahre hinaus. Was ich hier beschreibe sind keine „Stammtisch-Parolen“, sondern von mir persönlich erlebt.

  5. Xristos
    19. Juli 2011, 03:21 | #5

    Ach, seht das doch alles nicht so eng, bitte. In den deutschen Fussgängerzonen gibt es auch den Schweine-Zyklus: Mal gibt es Bäcker, und wenn es dann zu viel werden, Schuhgeschäfte, dann Billigklamotten, dann … Bäcker. Dass die (kleinen) Griechen jetzt Kasse machen wollen, ist doch klar. Wer von uns würde es nicht tun? Na? Wer denn? Würde man aber die Rating-Agenturen zur Kasse bitte, sähe diese kleine Finanzwelt schon ganz anders aus.Klar, ich würde mir jetzt gerade auch gern (weil ich schon seit 1973 in GR Urlaub mache), eine Wohnung/Haus oder so in GR kaufen. Aber ich habe das Geld nicht mal in Deutschland zusammengebracht. Warum nicht? Weil ich in MUC 15-20 EUR/qm Miete bezahle. Da lache ich doch über die Preise in GR, aber herzlich.

  6. Theo di Tsetong
    19. Juli 2011, 13:42 | #6

    Wer zuletzt lacht, Xristos, wird sich noch rausstellen. Viele werden es nicht sein, darunter eher wenige von denen, die meinen, die Rating-Agenturen haetten nennenswert an der Situation des griechischen Staates Schuld.

  7. mazu
    27. Januar 2012, 12:43 | #7

    @Xristos
    Wie man nur ein halbes Jahr später sieht, ist das kein Zyklus, sondern eine schon lange anstehende Marktbereinigung. Und selbst jetzt sind die Preise ausserordentlich hoch. Dort ist noch viel Luft nach unten. In D kauft man ein bewohnbares Haus etwas ausserhalb der Ballungszentren für z.T. für 500-800 Euro/qm. Davon sind die Preise in GR noch weit, weit entfernt. Da werden vielen noch die Tränen in den Augen stehen, wenn sich überhaupt ein Interssent findet . Warum sollte ich in GR ein Haus kaufen, selbst für einen angeblichen Super-Super-Schnäpchenpreis? Weiter unsichere Rechtslage, weiter anstehende Steuererhöhungen, evtl. Bausüden, ungenehmigte Bauteile, etc. pp. ? In Marokko ausser Marrakesh oder Ägypten finde ich ähnliche Objekte für ein Zehntel oder weniger. Und selbst wenn da Revolution ausbricht, Enteignung: dann war es so günstig, das man den Verlust überleben kann.

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