30000 Haushalte in Griechenland ohne elektrischen Strom

3. Juni 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 785

Ungefähr 97.000 Haushalte und Kleinunternehmen in Griechenland, davon etwa 30.000 ärmere Haushalte, sind aufgrund ihrer ausweglosen wirtschaftlichen Situation ohne Strom.

Diese Daten gab gestern (02. Juni 2011) Nikos Fotopoulos, Vorsitzender der gewerkschaftlichen Organisation GENOP DEI, im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der für die nächste Zeit geplanten Arbeitskampf-Aktionen bekannt. Die hohe Anzahl der Haushalte ohne elektrischen Strom belege ohne Zweifel, dass die Betroffenen inzwischen mit dem Problem des reinen Überlebens konfrontiert sind.

Laut N. Fotopoulos war in letzter Zeit wegen unbezahlter Rechnungen sogar insgesamt rund 250.000 Unternehmen und Haushalten der elektrische Strom abgeschaltet worden, von denen 153.000 es schließlich schafften, ihre Verbindlichkeiten doch noch zu begleichen und wieder an die Stromversorgung angeschlossen wurden.

(Quelle: Vradyni / 03.06.2011 / S. 3)

  1. Maria
    4. Juni 2011, 20:42 | #1

    Dass der Strom in GR sehr teuer ist steht außer Zweifel, vielleicht können deswegen viele Leute die Rechnungen nicht bezahlen, aber es wäre vielleicht etwas billiger wenn die Städte = der Staat etwas sparsamer mit der Beleuchtung auf den Autobahnen verfahren würde.
    Hunderte von Autobahnkilometern werden, sobald es dunkel ist, beleuchtet – und das täglich (nächtlich). Ich frage mich oft: warum diese Verschwendung? Haben die Städte mittlerweile Überfluss an Geld? Wenn ja, sollten sie lieber den armen Leute helfen, die sich den Strom nicht leisten können!

  2. gabi
    5. Juni 2011, 01:10 | #2

    Ja, ja, die Stromkosten in Griechenland. Hat schon mal jemand daran gedacht, dass sich der Stromverbrauch eines vierköpfigen Haushalts eigentlich auf 3000-5000 KW/h im Jahr und nicht in vier Monaten beliefe? Das heißt, dass wir keinen Durchschnittsverbrauch von 8 kW/h, sondern von 25 kW/h am Tag haben.
    Ich habe meinen Verbrauch 4 Monate lang Tag für Tag kontroliert und stellte fest, dass mir irgendwo zwischen dem Sicherungskasten und dem Stromzähler etwas an Strom abhanden kommt und sich der Zähler auch nach dem Abschalten mehrerer angeschlosser Elektrogeräte noch einige Zeit mit der selben Geschwindigkeit weiterdreht und nicht sofort verlangsamt.
    Klartext: der Strom ist teuer, weil die Griechen sich veräppeln lassen und keine Gedanken daran verschwenden, wieso sie hier im Jahr über 1500,– Euro und in anderen Ländern sehr viel weniger zahlen.

  3. petraki
    5. Juni 2011, 15:05 | #3

    Wie kann man so einen Unsinn schreiben? Hier auf Paros habe ich für die Kilowattstunde 11,17 Cent bezahlt (Nachtstrom 5,28). In Bochum, wo ich zuletzt gewohnt habe, kostet die Kilowattstunde 21,23 Cent (Nachtstrom 17,05). Einfach gesagt: Elektrischer Strom ist in Griechenland sehr billig.

  4. admin
    5. Juni 2011, 18:18 | #4

    Ein ausführliches Berechnungsbeispiel (leider nur auf Griechisch) wird hier präsentiert: http://www.dei.gr/Default.aspx?id=31157&nt=18&lang=1

    Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass zusammen mit der Stromrechnung eine Reihe weiterer Abgaben und Gebühren zugunsten Dritter eingezogen werden und schließlich natürlich auch noch 23 % Mehrwertsteuer (!!) hinzukommen, womit der reale Gesamtbetrag sehr viel höher ausfällt (siehe auch http://www.partnerbiz.net/griechenland-stromrechnung-dei.html).

  5. PortoHeli
    8. Juni 2011, 12:37 | #5

    Ich kann dem user petraki nur beipflichten. Da ich seit 2004 in GR wohne und mich beruflich auch mit Immobilien und Photovoltaik Anlagen und DEI beschäftige, weiss ich, dass GR die günstigsten Strompreise innerhalb der EU hat, kein Vergleich zu Deutschland oder Österreich!

    Ja, es geht vielen Haushalten nicht so gut. Dass sie die Stromrechnung nicht bezahlen können hat aber nichts mit dem Strompreis zu tun. Vielmehr mit fehlenden byw. geringeren Einnahmen und der schon in andeen Beiträgen erwähnten Tatsache, dass in GR auch wenig auf Stromverbrauch geachtet wird, es noch immer als schick gilt, wenn ein Haus Festbeleuchtung hat und am Eingang eine 200 W Birne die ganze Nacht brennt. Mit einfachen Mitteln wie Geräte ausschalten statt stand-by zu haben, LED Birnen statt Stromfresser kann man schon viel erreichen.

    GR hat zudem zur Zeit das beste „Erneuerbare Energien“ Angebot aller EU-Staaten, DEI zahlt 55 cent pro KW Stunde an Sie, und das garantiert 25 Jahre lang, wenn Sie eine Photovoltaik Anlage auf Ihr Hausdach installieren (die noch dazu 100% vorfinanziert wird, kann also jeder machen, der eine geeignete Hausdachfläche mit Südausrichtung hat).

    Das Programm kam unter dem Druck der EU zustande und gibt es bereits seit 2009. Nun frage ich Sie, wieviele Hausbesitzer in GR wissen von diesem Angebot???

    Ich gebe Ihnen die Antwort. Nicht viele….
    Nur die gewieften Investoren rund um Athen und an einigen anderen Orten profitieren davon. Die Masse aber weiss nichts von dieser umweltfreundlichen Einkommensquelle.
    Die örtliche Eurobank (die die Photovoltaikanlagen auf Wunsch ohne Bonitätsprüfung vorfinanziert und dann das Geld direkt von DEI bekommt, also kein Risiko eingehen muss) hatte noch nicht einmal ein Prospekt aufliegen und musste erst eines von Athen aus besorgen. Wir haben Sie erst über Ihr eigenes Angebot informieren müssen. Seitdem läuft die Sache zumindest in unserer Gegend um Porto Heli – Kranidi sehr gut.

    Also zusammengefasst kann man sagen, dass die Strompreise in GR nicht hoch sind. Griechenland sogar das beste Investmentprogramm für Solarstrom in der EU hat, die Mehrheit der Bevölkerung es aber nicht weiss und der Meinung ist, in GR ist alles teuer….

  6. Gratia Dei
    10. Juni 2011, 19:06 | #6

    PortoHeli hat recht. Wenn man die Versorgungsqualität (Spannungsvariationen und Stromausfälle) betrachtet, erscheint jedoch ein deutlicher Preisabschlag auf mitteleuropäische Tarife nur angemessen. Allerdings, auch wenn die Amortisationsdauer einer PV-installation unter heutigen Bedingungen deutlich unter 10 Jahren liegt, ist mittlerweile leider die Frage, was die 55ct/kWh in vier Jahren oder gar einem Vierteljahrhundert noch an Kaufkraft haben werden, und wie lange die volle Summe für PV-Strom tatsächlich noch gezahlt wird, erst recht im Falle eines DEI-Verkaufs an internationale Energiemafiosi und zu erwartenden Tricks wie Abspaltung einer DEI-Solargesellschaft und deren bedauerliche Insolvenz (GoldfrauSucks wird schon was einfallen…)

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