Rapider Anstieg der unbezahlten Telefonrechnungen in Griechenland

13. April 2011 / Aktualisiert: 26. August 2012 / Aufrufe: 477

Infolge der nachhaltigen Wirtschaftskrise in Griechenland können immer mehr Kunden der Telefongesellschaften ihre Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen.

Die griechischen Telekommunikationsunternehmen verzeichnen auf den Sektoren sowohl der Festnetztelefonie als auch mobilen Telefonie eine ständig zunehmende Anzahl von Kunden, die aufgrund finanzieller Probleme ihre Telefonrechnungen nicht mehr zu bezahlen vermögen.

Laut einem Bericht der Zeitung Ta Nea summierten sich im vergangenen Jahr (2010) allein auf dem Sektor der mobilen Telefonie die Beträge der unbezahlten Rechnungen auf über 100 Millionen Euro, und die Unternehmen sollen inzwischen sogar auch die Schaffung einer branchenspezifischen Datenbank à la TIRESIAS (= griechisches Pendant der SCHUFA) in Erwägung ziehen, um sich vor „faulen“ Kunden zu schützen.

Aufgrund des bisherigen Fehlens eines solchen Mechanismus sehen sich die Unternehmen der Branche derzeit mit dem Phänomen konfrontiert, dass Kunden, die ihre Mobiltelefonie-Rechnung nicht mehr bezahlen können (oder möglicherweise auch nicht wollen), von einem Anbieter zum anderen wandern und jedes Mal unbezahlte Rechnungen hinterlassen.

Allein im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Kunden, die sich außer Stande erklärten, ihre Mobiltelefonie-Rechnungen zu begleichen, um 25% an. Der Schaden für die Unternehmen ist enorm, da sie nicht zuletzt die Mehrwertsteuer und die spezielle Mobiltelefonie-Abgabe auch für alle unbezahlten Rechnungen abführen und somit nicht nur die unternehmerischen Verluste verkraften, sondern obendrein auch noch bares Geld zulegen müssen.

Festnetzteilnehmer in Griechenland kehren OTE den Rücken zu

Die Situation auf dem Sektor der Festnetztelefonie stellt sich ähnlich dar, da allein die Telefongesellschaft OTE auf über 30 Millionen Euro „sitzen“ geblieben ist. Bezeichnenderweise melden etliche Teilnehmer, die ihre Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen können, ihre Festnetzanschlüsse notgedrungen ab und steigen auf Mobiltelefone mit Prepaid-Karten um.

Laut Schätzungen der Unternehmensführung der OTE werden bis Ende 2011 mehr als 120.000 Teilnehmer ihre Festnetzanschlüsse abmelden. Das vormalige Monopolunternehmen verliert derzeit jeden Monat rund 35.000 Kunden, von denen vermutlich 2/3 zu alternativen Telekommunikationsanbietern abwandern. Insgesamt gesehen geben rund 1/3 bzw. jeden Monat 10.000 – 20.000 der Teilnehmer die Festnetztelefonie schrittweise völlig auf.

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