Inflation in Griechenland auf neuem Höchststand

7. August 2010 / Aufrufe: 836

Die Inflationsrate in Griechenland stieg im Juli 2010 auf fünfeinhalb Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand.

Infolge der ersten Welle der Steuererhöhungen kletterte in Griechenland die Inflationsrate bereits im April 2010 auf knapp 5 Prozent und steigt seitdem unaufhaltsam weiter in die Höhe. Zwar wurde im Juni 2010 im Vergleich zum Vormonat eine minimal rückläufige Entwicklung der Teuerungsrate auf 5,2 Prozent verzeichnet, im Juli 2010 erreichte dann jedoch die Preissteigerungsrate mit 5,5 Prozent wieder einen neuen Höchststand. Als primärer Grund für die enorme Teuerung gelten die erneuten Steuererhöhungen, gefolgt von den strukturellen Schwächen des inländischen Markts und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit.

Im Vergleich zu Juni 2010 wirkte sich im Juli zwar der begonnene Sommerschlussverkauf günstig auf die Inflationsrate aus, andererseits wurde jedoch die Preissteigerung durch die Anfang Juli in Kraft getretenen erneut erhöhten Mehrwertsteuersätze, steigende Benzinpreise, die Erhebung der Mehrwertsteuer auf die Beförderungstarife der Taxi und Preiserhöhungen bei Fleisch, Molkereiprodukten, Medikamenten, Autos und Haushaltswaren weiter angeheizt.

Für den Zeitraum Juli 2009 – Juli 2010 weisen die Daten des staatlichen Statistikamts zum Teil enorme Preissteigerungen aus, die zu erheblichen Belastung der privaten Haushalte führten:

  • 39,6% bei Heizöl
  • 39,2% bei Benzin
  • 28,7% bei Kraftfahrzeugsteuern und Mautgebühren
  • 12,2% bei Schmuck und Uhren
  • 11,3% bei Transportversicherungen
  • 10,9% bei Leistungen im Bereich der Mobiltelefonie
  • 10,3% bei Autos
  • 8,1% bei Dienstleistungen im Transportwesen
  • 7,2% bei elektrischer Energie
  • 6,8% bei der stationären Behandlung in Krankenhäusern

Auf der Gegenseite wurden zwar auch Preissenkungen verzeichnet, die jedoch mit Ausnahme der Medikamente unwesentlich und in der Mehrzahl temporär oder saisonbedingt sind:

  • 12,4% bei frischem Obst
  • 1,9% bei frischem Gemüse
  • 1,4% bei audiovisuellen Geräten und Computern
  • 1,2% bei Speiseöl

Auf den Zeitraum Januar – Juli 2010 bezogen stieg im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres die Inflationsrate von 2,1% auf 3,1%. Die Troika (IWF / EU / EZ) hat ihre Schätzungen angesichts der aktuellen Entwicklungen erst neulich nach oben korrigieren müssen und geht nun für das Jahr 2010 in Griechenland von einer gemittelten Teuerungsrate in Höhe von 4,75% aus.

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