Versorgungsprobleme in Griechenland wegen Streik der Lastwagenbesitzer

26. Juli 2010 / Aktualisiert: 30. Juli 2010 / Aufrufe: 733

In Griechenland sind ernsthafte Versorgungsengpässe infolge des unbefristeten Streiks der Besitzer von Lastwagen und Tankwagen zu erwarten, die gegen die Liberalisierung der Branche protestieren.

Die Besitzer für den inländischen Nah- und Fernverkehr bzw. Speditionsverkehr lizenzierter Lastwagen und Tankwagen treten ab Montag, dem 26. Juli 2010 in einen unbefristeten Streik aus Protest gegen den – nicht zuletzt auch von der EU aufgezwungenen – Beschluss der griechischen Regierung, zur Liberalisierung des bisher „geschlossenen“ (sprich staatlich regulierten) Sektors der Straßentransporte in Griechenland zu schreiten und parallel die betroffenen Lizenzinhaber / Spediteure zur Gründung entsprechender Unternehmen (Gesellschaften für Straßentransport) in Form von Aktiengesellschaften (AG) oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) zu verpflichten.

Obwohl der unbefristete Streik ursprünglich ab dem 27. August 2010 geplant war, beschlossen die Besitzer der Lastwagen und Tankwagen, ab sofort inmitten der laufenden touristischen Hochsaison in den Ausstand zu treten, um somit bewusst und vorsätzlich die allgemeine Versorgung des inländischen Marktes nachhaltig zum Zusammenbruch zu bringen.

Die unmittelbar ersten Versorgungsprobleme sind auf dem Sektor der Treibstoffversorgung zu erwarten, da schon seit Sonntag (25. Juli 2010) in ganz Griechenland die Tankstellen nicht mehr beliefert werden und bereits am Sonntagnachmittag vielerorts Autofahrer vor Tankstellen in Schlangen anstanden, um sich für die geplante Urlaubsfahrt oder auch einfach nur für die alltäglichen und beruflichen Bedürfnisse mit Treibstoff einzudecken. Infolge dieses „Runs“ sind inzwischen die Vorräte vieler am Sonntag geöffneter Tankstellen bereits ausverkauft, und wie üblich wurden natürlich auch wieder willkürliche Preiserhöhungen gemeldet.

Marktkreisen zufolge ist in ganz Griechenland bei der Treibstoffversorgung noch vor Mitte der Woche mit einem allgemeinen „Blackout“ zu rechnen, wenn nicht schließlich doch noch die – sei es auch bedingte – Versorgung der Tankstellen durch für den Fernverkehr lizenzierte oder von den Raffinerien und Treibstoffunternehmen selbst betriebenen Tankwagen ermöglicht wird. Derzeit blockieren jedenfalls die streikenden Lastwagenfahrer die Befüllungsanlagen der Raffinerien und verhindern somit jede Auslieferung von Treibstoffen.

In diesem Zusammenhang ist anzuführen, dass sogar auch die reguläre Bedienung der Routen der nationalen Fähr- und Küstenschifffahrt in Frage gestellt ist, da die Lastwagenbesitzer erklärten, auch nicht die Schiffe mit Treibstoff beliefern zu wollen.

Zur Erklärung sein angemerkt. dass in Griechenland der Transportsektor der staatlichen Kontrolle unterliegt (= geschlossener Sektor bzw. Beruf) und seit rund 40 Jahren praktisch keine neuen Lizenzen mehr erteilt wurden. Im Rahmen des damit initiierten und auch ausdrücklich geduldeten (Schwarz-) Handels mit den vorhandenen Lizenzen ist eine Lizenz für einen Tankwagen theoretisch bis zu 300.000 Euro bzw. im Rahmen der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen auf jeden Fall immer noch bis zu 200.000 Euro wert, und selbst Lizenzen für einen Lastwagen (> überregionale Speditionslizenz) werden von anfänglich bis weit über 100.000 Euro nach wie vor kaum unter 50.000 Euro gehandelt.

Obwohl die griechische Regierung in den Verhandlungen mit der EU trotz der grundsätzlichen Forderung einer uneingeschränkten Freigabe des Transportwesens eine Übergangsregelung aushandelte, wonach bis zum Jahr 2013 die bisher erteilten Lizenzen als Sachleistung in das Kapital der zu gründenden Transportunternehmen eingebracht werden können, sehen sich die Inhaber der bestehenden Lizenzen um ihren Einstand gebracht und fordern unverblümt die vollumfängliche finanzielle Entschädigung ihrer „Investitionen“ – sprich der Beträge, die sie für den Erwerb der jeweiligen Lizenzen auf dem Schwarzmarkt gezahlt haben.

  1. Mark
    29. Juli 2010, 00:01 | #1

    Wie wird denn der Zusammenhalt der Lastwagenbesitzer und der restlichen Bevölkerung eingeschätzt? Wenn letztere nicht dahinter stehen, dann wirds wohl nicht viel nützen.

  2. Steiner
    20. April 2011, 15:37 | #2

    Die Griechichen Probleme werden nach und nach alle Euroländer haben, „Überalterung“ Überregulierung, Überschuldung… und nach und nach Enteignung des kleinen Mannes, der zahlt immer die Zeche.

    Aber was kann der „kleine Mann“ dafür?

    Was sind die Ursachen? Also Überalterung ist eigendlich Quark, den die Alten von jetzt haben zumeist 40Jahre Steuern bezahlt und in die Rentenkassen einbezahlt, da aber die Politiker das Geld immer mit vollen Händen ausgeben … dafür kann der „kleine Mann“ nichts.
    Im Vorfeld der Griechenlandkriese las ich , die Steuerfahndung in Griechenland ist quasi abgeschaft, Steuern und Abgaben zahlen nur die kleinen Leute… Ist ähnlich wie hier, in Deutschland, hier verabschieden sich auch die meisten wohlhabenden, Fabrikbesitzer, Besitzer von Handelshäusern… aus dem Zahlen. Die Kosten bleiben an immer weniger tatsächlich Arbeitenden hängen, diesen wird immer mehr aufgebürdet, ja wacht den mal einer auf?
    Migranten saugen den Rest des verfügbaren Staatsgeldes auf, nicht die „Menge der Sozialhilfeempfänger“ oder die Überalterung (da sind wohl die Rentner gemeint) sind das Problem, sondern die Reichen mit Ihren Schmiergeldzahlungen und ihrer Lobby , die keine Steuern mehr zahlen, die Jobs wegrationalieren oder ins Ausland verlegen um noch mehr Gewinn zu machen… die sind das Problem.

    Meine Thesen: 1. Das Geld aus den Händen der Politker nehmen, die können eh nicht damit umgehen und es einer unnabhängigen, von Beamten geleiteten Staatsbank geben, Politker dürften dann nur noch um die prozentuale Verteilung des Geldes feilschen, aber da gibt es nicht mehr als 100% (nach Abzug der Schuldzinsen und einer geringen Tilgung)

    2. Betriebsprüfungen und Steuerfahndungen ausbauen. Siehe auch Aufkauf von Schwarzgeld CD´s
    3. Alle Einkommen also auch Mieteinnahmen, Aktieneinnahmen, Pacht ectera zum begleichen der Gesamten Kosten heranziehen.
    4. Große Unternehmen auch zur Not pleite gehen lassen, wozu Bankenrettung?
    Im Endefekt ist s wie bei den Atommeilern, die ziehen das ganze Land in Mitleidenschaft.
    -auch hier würde eine Staatliche Bank helfen, die kann dann auch kostenlose Konten für Normalverdiener bieten und moderate Zinsen um den nicht funktionierenden Bankensektor in den Griff zu bekommen. Trennung wie einst in den USA von Anlage und Kleinspaarer Banken. Erhöhung des Eigenkapitalanteils bei Banken und keine Leerverkäufe mehr, Prämien und Bonis begrenzen und maximal besteuern.
    5. Zerschlagung von Großunternehmen, Kartellen und anderen Kriminellen Strukturen.
    Die Energieriesen, die durch die Gesetzgebung vom letzen „Führer“ entstanden sind, bereichern sich massiv seit Herr Schröder die von der Leine gelassen hat. Und was in den USA geholfen hat, die Zerschlagung von Standart Oil , Bsp. Weise würde auch hier helfen,
    den fast alle Bereiche des Handels und der Industrie sind verfilzt und machen preisabsprachen. Gelingt es nicht zum Wohle des Staates und Verbrauches diese zu entflechten und die Preisabsprachen zu unterbinden, sollte die maximale Strafe die Enteignung der Betriebe und produzierten Waren sein, wobei diese dann wiederum zum Erlös und für den Staat als Einkommen (Steuern) versteigert würden, bzw die Betriebsanteile erneut in der Börse gehandelt würden. die Betriebsleitung könnten vorübergehend Insolvenzverwalter übernehmen, dies würde ggf. nicht einmal Arbeitsplätze kosten.
    6. Eine wirklich freie Presse, wenn ich dieses herumgenörgel und dauernde herunter- gebete falscher Thesen höre, wird mir schlecht, „Sozial ist was Arbeit schaft“ z.B. danach währen die ganzen Ein Eurojobber und Harz4 Aufstocker die Arbeit haben, ja gerade zu von Glück gebeutelt.
    7. Die Presse gehört knapp 100 wohlhabenden Verlegern die alles andere möchten als das hier wirklich jemand umfassend und war informiert wird.
    Ein Beispiel: als ein sog. Fürst des Terrors, ein palestinensicher Scheich, geziehlt von einer Israelischen Rakete „ausgeschaltet“ wurde, orginal Zitat ZDF, habe ich im Internett recherchiert, das dieser Mensch der ermordet wurde , ROLLSTUHLFAHRER war, ja warum erfährt man das wohl nicht 😉 ?

Kommentare sind geschlossen