Bummelstreik der Fluglotsen in Griechenland behindert Flugverkehr

25. Juli 2010 / Aufrufe: 504

Der am 25. Juni 2010 begonnene Bummelstreik der Fluglotsen in Griechenland führt zu erheblichen Behinderungen im Flugverkehr und auch zur Streichung von Flügen.

Nachdem die ursprünglich ab Sonntag, dem 25. Juni 2010 geplanten fortlaufenden 24-stündigen Streiks der Fluglotsen in Griechenland auf Beschluss des Landgerichts Athen als rechtswidrig und missbräuchlich erklärt wurden, üben die Fluglotsen nun strikten „Dienst nach Vorschrift“ aus. Aufgrund des Bummelstreiks kam es allein auf dem internationalen Flughafen „Eleftherios Venizelos“ bei Athen bis zum fSonntagnachmittag bei über 120 Flügen zu Verspätungen von bis zu vier Stunden oder mehr, wenigstens drei Flüge wurden gestrichen. Ähnlich ist die Lage auf dem Flughafen „Makedonia“ bei Thessaloniki, wo sowohl bei Inlands- als auch Auslandsflügen bis zum frühen Nachmittag anfänglich Verspätungen von 40 – 90 Minuten und später auch erheblich mehr zu verzeichnen waren.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verzögerungen und Streichungen nationaler und internationaler Flüge kumulativ zunehmen. Am frühen Abend des Sonntags (25.07.2010) waren fallweise bereits Verzögerungen von etlichen Stunden zu verzeichnen. Angesichts der unnachgiebigen Haltung der Fluglotsen ist davon auszugehen, dass sich während der nächsten Tage die Lage im Flugverkehr in Griechenland dramatisch zuspitzen wird.

In einer außerordentlichen Sitzung am Samstagnachmittag (14.07.3010) beschloss der Vorstand des Berufsverbandes der Fluglotsen die penible Einhaltung der internationalen Regelungen bezüglich der Luftraumkapazität und nur eine konkrete Anzahl von Flügen pro Stunde zu erlauben. Dieser Beschluss führt zu teilweise erheblichen Verzögerungen und auch Streichungen von Flügen, da angesichts des starken touristischen Verkehrs im Sommer die Anzahl der von den Fluglotsen bedienten Flügen in der Praxis erheblich höher liegt als in strenger Auslegung der Vorschriften gestattet wäre.

In einer einschlägigen Bekanntmachung des Berufsverbandes der Fluglotsen wird angeführt, dass er den von dem Ministerium für Infrastruktur, Verkehrswesen und Netze bzw. Minister Dimitris Reppas forcierten Gesetzentwurf in seiner Gesamtheit ablehnt. Weiter wird betont, dass die Fluglotsen ihren Arbeitskampf auf eine Weise fortsetzen werden, die in den nächsten Tagen bestimmt werden wird.

In der Bekanntmachung wird unterstrichen, dass der Verband in Respektierung der Fluggemeinschaft und der Passagiere seine Kooperationsbereitschaft und Verantwortung gezeigt und mit allen Kräften zur Bedienung des erhöhten Verkehrs beigetragen habe  und dies auch weiterhin versuchen werde. Gleichzeitig werde er jedoch auch die Zukunft des Luftverkehrs und die Sicherheit der Flüge verteidigen und dazu alle angezeigten Maßnahmen ergreifen.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass in Griechenland wohl kaum eine touristische Saison ohne sogenannte „Arbeitskämpfe“ der Fluglotsen verstrichen ist. Abgesehen von keinesfalls unbedingt global verwerflichen institutionellen Forderungen geht es jedoch wie immer auch diesmal wieder primär um finanzielle Privilegien einer beruflichen „Oberkaste“, die in der Vergangenheit nachhaltig bewiesen hat, den Staat ohne Rücksicht auf Verluste bzw. ohne jeden gesellschaftlichen Skrupel nachhaltig zu erpressen in der Lage ist.

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