Verbleib von Giftmüll in Griechenland ungeklärt

3. Juni 2010 / Aufrufe: 156

Laut dem Oberinspektor des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimawandel liegen ernsthafte Hinweise vor, dass in Griechenland Giftmüll „gewaschen“ und illegal entsorgt wird.

Laut einem Bericht der griechischen Tageszeitung To Vima enthüllte in seinem Vortrag bei einer Tagung der Technischen Kammer Griechenlands (TEE) der Oberinspektor für Umwelt Panagiotis Merkos ernste Indizien, wonach in Griechenland Gift- und Sondermüll in Industriebrennstoff „umgetauft“ wird. Um zu abgestimmten Ergebnissen insbesondere bezüglich der Verbringung gefährlicher Abfälle aus benachbarten Ländern nach Griechenland zu gelangen, werden die Umweltinspektoren die Zusammenarbeit mit dem Amt für Sonderkontrollen (vormals SDOE = Einheit für die Verfolgung von Wirtschaftsverbrechen) und dem Ministerium für Bürgerschutz bzw. ehemaligen Innenministerium aufnehmen.

Niemand weiß, wohin rund 600.000 Tonnen „verwaister“ Abfälle entsorgt worden sind, und höchstwahrscheinlich werden wir sie in unserem Glas, auf unserem Teller, in der Nahrungskette, in der Luft wiederfinden„, betonte Christina Theochari seitens des ständigen Ausschusses für Umwelt und nachhaltige Entwicklung der TEE und unterstrich, dass mit Ausnahme von 0,7% – 0,8%, die zur Aufbereitung nach Deutschland, Belgien, Frankreich und England verbracht werden, die Handhabung der Mehrheit des Sondermülls weiterhin unkontrolliert bleibt.

Nach Schätzungen beläuft sich das jährliche Aufkommen gefährlicher Abfälle auf 350.000 bis 650.000 Tonnen. Die kürzlich erfolgte Verurteilung Griechenlands (September 2009) durch die EU wegen der Verwaltung dieser Abfälle zeigt das Ausmaß des Problems auf. „Alltäglich werden auf den unkontrollierten Mülldeponien rund um Attika gefährliche Abfälle gefunden, die dort häufig in Kenntnis der Kommunen deponiert werden, aber auch in Gräben, auf Hängen und sogar auch in biologischen Kulturen„, führte Panajiotis Merkos an.

Gemäß älteren unvollständigen Daten des damaligen Ministeriums für Umwelt, Flächennutzung und öffentliche Projekte (YPECHODE) aus dem Jahr 2004 sind 85% bis 90% des jährlichen Aufkommens an Sonder- und Giftmüll auf etwa 20 Einheiten der primären Metallindustrie, der Raffination von Rohöl, zur Produktion von Mineralölrückständen, Dünger, Pflanzenschutzmitteln und anderen chemischen Produkte zurückzuführen.

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