Nach Sparmaßnahmen Bummelstreik in Ministerien in Griechenland

18. Mai 2010 / Aufrufe: 303

Wegen der verhängten Sparmaßnahmen zu Lasten der staatlichen Beamten in Griechenland sind in etlichen Ministerien die Beamten in einen permanenten Bummelstreik getreten.

Mehrere Minister der griechischen Regierung bestätigten inzwischen, dass in verschiedenen Ministerien Dutzende von Beamten in Reaktion auf die im Rahmen der allgemeinen Sparmaßnahmen durchgesetzten Kürzungen ihrer Gehälter und Bezüge in den Bummelstreik  getreten sind bzw. „Dienst nach Vorschrift“ machen. Der zuständige Minister Jannis Ragkousis hat in einer diesbezüglichen Erklärung auf die allgemeine Dienstordnung für den öffentlichen Dienst verwiesen und droht mit Disziplinarverfahren.

Der für das Ministerium für innere Angelegenheiten, Dezentralisierung und elektronische Administration zuständige Minister Jannis Ragkousis erkennt an, dass es Vorfälle von „Dienst nach Vorschrift“ gebe, ruft jedoch gleichzeitig in Erinnerung, dass gemäß der allgemeinen Dienstordnung jeder Beamte im Fall der Feststellung der ungerechtfertigten Nichtausübung seiner Aufgaben vor den Disziplinarauschuss gebracht werden wird.

Wir bemühen uns, das Phänomen mit Gelassenheit anzugehen und tun alles was in unseren Kräften steht, damit die öffentliche Verwaltung funktioniert„, erklärte gegenüber der Tageszeitung To Vima der Minister für Infrastrukturen Dimitris Reppas und gesteht ein, dass gewisse Beamten ein sehr niedriges Tempo in der Ausübung ihrer Aufgaben adoptiert haben.

Einige Beamten kommen um 10:00 Uhr und gehen um 15:00 Uhr, während sie sich regulär ab 7:00 Uhr morgens an ihrem Arbeitsplatz befinden müssten, und niemand ist zu Überstundenarbeit bereit„, erklärte von ihrer Seite Landwirtschaftsministerin Katerina Mpatzeli.

Noch größer ist das Problem im Gesundheitsministerium, da hier laut der zuständigen Ministerin Mariliza Xenogiannakopoulou die Beamten zwar nicht „bummeln“, jedoch zu Dutzenden ihre Pensionierung beantragen. Wie die Ministerin darlegte, „ist das Problem, dass sich unter jenen, die ihre Pensionierung beantragt haben, auch Direktoren befinden, die über Erfahrung und Wissen auf ihren Gebieten verfügen, und wenn sie ausscheiden, ist die Lücke schwer zu füllen„.

Arbeitsminister Andreas Loverdos bestätigt, dass sich parallel im Arbeitsministerium „die Beamten auf den Barrikaden befinden, weil ihnen nicht die Reduzierung ihrer Teilnahme an Ausschüssen genehmigt wird„. Bezeichnenderweise beteiligten sich zum ersten Mal seit vielen Jahren alle Beamten des Arbeitsministeriums an dem Streik der ADEDY.

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