Griechenland unter den fünf größten Waffenimporteuren weltweit

15. März 2010 / Aktualisiert: 02. Mai 2010 / Aufrufe: 904

Laut dem internationalen Friedensforschungsinstitut SIPRI zählt Griechenland weltweit zu den fünf größten Importeuren konventioneller Waffen – zusammen mit China, Indien, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Umfang der Waffenverkäufe in der gesamten Welt erhöhte sich im Vergleich zu der vorherigen Periode 2000 – 2004 um 22%. Mehr als die Hälfte aller während der Periode Anfang 2005 bis Ende 2009 weltweit getätigten Waffenverkäufe entfallen auf die USA und Russland, gefolgt von Deutschland und Frankreich.

Ein Viertel des Umfangs der internationalen Waffenverkäufe bezieht sich auf Kampfflugzeuge, wozu das SIPRI anmerkt, dass „die Bestellungen und Auslieferungen dieser möglicherweise destabilisierenden Waffensysteme Beunruhigung über ein Wettrüsten im mittleren Osten, Nordafrika und Lateinamerika auslöse„.

Konkret entfallen auf die USA 30% der weltweiten Waffenexporte während der letzten fünf Jahre in ungefähr 100 Länder, einschließlich der 28 Mitglieder der NATO (ungefähr die Hälfte der Verkäufe bezog sich auf Flugzeuge). Russland hält dagegen ein Viertel des weltweiten Rüstungsgeschäfts und ist Hauptlieferant der Staaten China, Indien, Algerien und Malaysia.

Weltweit drittgrößter Waffenexporteur mit einem Anteil von 11% an den Verkäufen in der ganzen Welt ist Deutschland, gefolgt von Frankreich mit einem Anteil von 8%. Deutschland hat während der vergangenen fünf Jahre vor allem mit Verkäufen von U-Booten und Panzern seine Rüstungsexporte verdoppelt.

Rüstungsetat verschlingt 4% des Bruttoinlandsprodukts in Griechenland

Auf der anderen Seite ist Griechenland der EU-Staat mit den – auf das Bruttoinlandsprodukt bezogen – höchsten Rüstungsausgaben überhaupt: etwa 4% des griechischen BiP werden für Waffenkäufe verwendet, von denen wiederum gut 30% auf Deutschland entfallen. Paradoxerweise wurde Griechenland jedoch trotz seiner prekären Finanzlage nicht etwa zu einer rigorosen Minderung des nationalen Rüstungsetats, sondern vielmehr direkt oder indirekt zu immer weiteren Waffeneinkäufen gedrängt.

Eine Minderung des griechischen Rüstungsetats sei es auch nur um die Hälfte (womit der Anteil auf das BiP bezogen im EU-Vergleich immer noch der höchste wäre) würde das staatswirtschaftliche Problem Griechenlands mit sofortiger Wirkung nachhaltig lindern. Offensichtlich liegt eine derartige Lösung jedoch nicht im Interesse jener „Partner“, deren eigene (Volks-) Wirtschaft zu einem erheblichen Anteil am Tropf gerade dieser Rüstungsexporte hängt.

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