Festnahmen wegen Filesharing in Griechenland

10. März 2010 / Aktualisiert: 14. März 2010 / Aufrufe: 417

Das Dezernat für elektronisches Verbrechen in Griechenland schritt am 10. März 2010 zur Festnahme der Administratoren einer bekannten Website, mittels derer die User raubkopierte Dateien downloaden konnten.

Die Festnahmen und die endgültige Schließung des Dienstes („Tracker“) gamato.info erfolgten am Mittwoch (10.03.2010) im Rahmen einer konzertierten Aktion mit Razzien in Athen, Larissa, Pellas und Thessaloniki. Wie die Polizei bekannt gab, wurden Strafverfahren wegen Urheberrechtsverletzung gegen elf Griechen eingeleitet, von denen nach Hausdurchsuchungen sechs festgenommen wurden. Über die Sache wurde auch die Interpol informiert, da zwei der Beschuldigten im Ausland leben.

Die Ermittlungen wurden nach einer Strafanzeige aufgenommen, welche bei dem Dezernat für elektronisches Verbrechen in Athen die Gesellschaft zum Schutz audiovisueller Werke (EPOE) wegen der Verbreitung raubkopierter Filme, Lieder und Videospiele erstattet hatte. Anderen Quellen zufolge sollen wenigstens zehn Unternehmen der Film- und Musikbranche ebenfalls Anzeigen erstatte haben.

Die Site (sprich der Tracker) speicherte nicht die raubkopierten Dateien selbst, sondern die Torrent-Links, welche den Usern den Austausch von Dateien untereinander ermöglichen. Die nach Hausdurchsuchungen verhafteten sechs Personen waren entweder Administratoren (moderators) oder offizielle Mitglieder (VIP members) mit speziellen Systemrechten.

Die in Rede stehende Website hatte 850.000 Mitglieder und erhielt täglich 16.000.000 Besuche, womit sie die beliebteste griechische Site für die illegale Verteilung von Kinofilmen, Musikstücken, Software, Spielen usw. war, was parallel zu der Steuerhinterziehung einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die mit diesen (Produkten) handelnden Unternehmen zur Folge hatte,“ lautet es in der Bekanntmachung der Polizei.

Es sei angemerkt, dass die EPOE in Griechenland nicht zum ersten Mal mit allen verfügbaren Rechtsmitteln gegen Betreiber diverser Internetseiten und Portale vorgeht, die auch nur verdachtsweise an der Verletzung von in den Zuständigkeitsbereich der Gesellschaft fallenden Urheberrechten beteiligt sein könnten. Das nicht selten völlig überzogene und auch rechtlich bedenkliche Vorgehen insbesondere der EPOE, aber auch anderer griechischer Urheberschutzgesellschaften stöß teilweise auf harte Kritik.

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