Bürger befürchten gesellschaftliche Explosion in Griechenland

7. März 2010 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 365

Eine gesellschaftliche Explosion infolge der beschlossenen Sparmaßnahmen in Griechenland befürchtet die Mehrzahl der Bürger laut einer Erhebung der Kapa Research vom 04. März 2010.

86,9% der befragten Bürger sehen eskalierende Proteste und gesellschaftliche Unruhen voraus (sehr wahrscheinlich 48,7%, recht wahrscheinlich 38,2%), während 85,2% erwarten, dass sich die Schere zwischen den Reicheren und Ärmeren weiter öffnen wird.

69,1% der Befragten vertreten den Standpunkt, dass die Sparmaßnahmen vorläufiger Natur, sprich zeitlich begrenzt sein müssen. Bezeichnenderweise antworteten 26,8% der Befragten, dass sich die Sparmaßnahmen niemals auszahlen werden. 26% glauben dagegen, dass die Maßnahmen in ein bis zwei Jahren Ergebnisse bringen werden, und 20% setzen diesen Zeitraum auf drei bis fünf Jahre an.

51,9% der befragten Bürger sprechen Premierminister Jorgos Papandreou in seiner Bemühung, Griechenland aus der Krise zu bringen, großes oder ausreichendes Vertrauen aus, wobei 38,5% der Befragten die Verantwortung für die derzeitige Lage der vorherigen Regierung unter Konstantinos Karamanlis zuweisen.

Nur 45,6% der Bürger stehen den Mobilisierungen der Gewerkschaften GSEE (Allgemeiner Dachverband griechischer Arbeitnehmerorganisationen) und ADEDY (Dachorganisation der Angestellten und Beamten des Öffentlichen Dienstes) positiv gegenüber, während 54,8% der Befragten antworteten, an den Demonstrationen nicht teilnehmen zu wollen.

Außerordentlich negativ ist das Bild von den Parteien der Opposition: 67,1 beurteilen die Haltung der SYRIZA-Partei negativ, 63,2% jene der Partei KKE und 62,2% die Haltung der ND-Partei. Nur die Partei LAOS erhielt etwas bessere Noten: 48% der Befragten beurteilen die Haltung der Partei negativ, immerhin 44% dagegen positiv.

Sehr interessant zeigt sich auch ein weiteres Ergebnis: 63,1% der befragten Bürger erklärten, dass sie im Fall einer Volksabstimmung gegen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone stimmen würden, gegenüber nur 23,9%, die für einen Austritt stimmen würden.

Die landesweite Erhebung wurde am 04. März 2010 (also einen Tag nach Bekanntgabe der beschlossenen Sparmaßnahmen) von der Kapa Research SA im Auftrag der Tageszeitung To Vima nach dem System der telefonischen Befragung durchgeführt. Insgesamt wurden 1.044 Frauen und Männer im Alter von über 18 Jahren befragt.

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