Hoteliers erstatten Anzeige wegen Straßenblockaden der Bauern in Griechenland

27. Januar 2010 / Aktualisiert: 26. Juni 2010 / Aufrufe: 236

Der Verband der Hoteliers in Magnisia hat die erste Anzeige wegen der Blockaden der Bauern auf dem nationalen Straßennetz in Griechenland erstattet. Mit Sammelklagen drohen auch Kammern und Exporteure.

Am Dienstag, dem 26. Januar 2010, wurde von Kostas Leventis, dem Vorsitzenden des Verbandes der Hoteliers in Magnisia,  „gegen jeden für die Straßensperren Verantwortlichen“ Anzeige wegen entgangener Gewinne erstattet, weil – wie er begründet – aufgrund der Blockaden auf den Straßen den Kunden der Zugang zu den Beherbergungsbetrieben der Präfektur Magnisia unmöglich gemacht wird. Wie er gegenüber dem griechischen Fernsehsender MEGA äußerte, wird der Schaden des vergangenen Wochenendes, der allein 65 der insgesamt 165 in der Präfektur betriebenen Hotelbetriebe entstanden ist, auf 500.000 Euro beziffert.

Mit Sammelklagen wegen der ihnen zugefügten wirtschaftlichen Schäden drohen den Bauern auch die Industrie- und Handelskammern des Landes. Der Präsident des Zentralverbandes der Kammern Jorgos Kassimatis stellte sogar ein zeitliches Ultimatum: falls die Straßen nicht bis Ende der Woche freigegeben sind, wird die Anrufung der Justiz erfolgen.

Der panhellenische Verband der Exporteure behauptet, dass sich der Schaden auf dem Sektor der Exporte auf bisher 200 Millionen Euro beläuft, während die Händler befürchten, dass es in den nächsten Tagen Versorgungsengpässe bei Produkten des Grundkonsums geben und die Umstände die Spekulanten begünstigen werde.

Ausschreitungen und Faustrecht im Hafen von Igumenitsa und am griechisch – bulgarischen Grenzübergang Promachonas

In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es vor dem Hafen Igumenitso zu hitzigen Konfrontationen zwischen Lastwagenfahrern und Bauern, die den Lastwagen den Zugang zum Hafen versperren.  Ein türkischer Fahrer versuchte mit seinem Lastwagen die Blockade zu durchbrechen und wäre von randalierenden Bauern gelyncht worden, wenn nicht in letzter Minute einige Besonnenere den wütenden Mob zurückgehalten hätten.

Am griechisch-bulgarischen Grenzübergang Promachonas lassen die Bauern derzeit Personenwagen und Busse passieren, jedoch nicht den Güterverkehr. Von den Bauern wurde angekündigt, angesichts der extrem widrigen Witterung und niedrigen Temperaturen eventuell auch Lastwagen die Durchfahrt zu erlauben, deren Ladungen jedoch strengen „Kontrollen“ unterziehen zu wollen. Im Klartext bedeutet diese Ankündigung, dass die Bauern sich wie bereits in der Vergangenheit geschehen als Ordnungs- und Zollkräfte aufspielen und insbesondere die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte nach Gutdünken „unterbinden“ werden.

Es sei angemerkt, dass die bulgarische Regierung Ende der vergangenen Woche vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Griechenland eine Klage auf Schadenersatz eingereicht hat. Aus den Reihen der griechischen Bauern verlauteten dagegen wiederholt Parolen wie „Bulgarien solle sich angesichts der zahlreichen bulgarischen Arbeiter in Griechenland in Acht nehmen“  oder auch „erst einmal die Reparationsleistungen für die Griechenland zugefügten Schäden des Zweiten Weltkrieges leisten„.

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