Sondergaben auf Immobilien und Unternehmensgewinne in Griechenland

4. November 2009 / Aktualisiert: 23. Februar 2010 / Aufrufe: 393
Premiermionister Jorgos Papandreou
Premierminister
Jorgos Papandreou

Entgegen aller vertretenen Positionen und Versprechungen der PASOK-Partei vor den Parlamentswahlen im Oktober 2009 hat die neue griechische Regierung unter Jorgos Papandreou knapp einen Monat nach Amtsantritt bereits definitiv erste außerordentliche Sondersteuern und Abgaben beschlossen, die dem Fiskus kurzfristig zusätzliche Einnahmen in Höhe von über 1 Milliarde Euro einbringen sollen.

Das „dicke Ende“ steht allerdings noch aus, da derzeit fieberhaft an einem Steuerpaket gearbeitet wird, um zusätzlich zu dem regulären Steueraufkommen möglichst zügig insgesamt wenigstens weitere 4,5 Milliarden Euro einzutreiben.

Die rigorose Erhöhung diverser Verbrauchssteuern gilt inzwischen ebenso als beschlossene Sache wie auch die praktisch auf breiter Basis in einer globalen „Kopfsteuer“ resultierende Ausweitung der fiktiven steuerlichen Veranlagung. Parallel werden zwar einmalige finanzielle Leistungen an bedürftige Schichten in Aussicht gestellt, die jedoch schon allein angesichts der selektiven Kriterien auf harte Kritik stoßen und letztendlich in keiner Weise zu einer nachhaltigen Verbesserung der äußerst prekären Lage breiter Schichten der Bevölkerung beitragen. Es sei angemerkt, dass laut offiziellen Angaben weit über 20% der Bevölkerung Griechenlands ihr Dasein unter der offiziellen Armutsgrenze fristet.

Etwa 180 Millionen Euro verspricht sich die Regierung von der Sonderbesteuerung aller Personen, deren Immobilienvermögen in Griechenland einen jeweiligen Gesamtwert ab 600.000 Euro erreicht. Diese Sonderabgabe bezieht sich rückwirkend auf das gesamte Jahr  2009 und wird über eine gestaffelte Erhöhung der einheitlichen Immobilienabgabe ETAK bzw. Grundsteuer erhoben werden. Die daraus resultierenden Steuersätze der ETAK belaufen sich auf 0,2% – 0,6% des sachwertorientiert (sprich fiktiv) ermittelten Gesamtwertes des Immobilienvermögens der insgesamt rund 61.000 betroffenen Immobilienbesitzer.

Weitere Einnahmen in Höhe von rund 850 Millionen Euro hofft das Finanzministerium im Rahmen der rückwirkenden Sonderbesteuerung größerer Unternehmen eintreiben zu können. Von dieser Maßnahme sind mehr als 300 in Griechenland ansässige Unternehmen betroffen, die im Jahr 2008 einen Brutto-Jahresgewinn (also vor Steuer) von 5 Millionen Euro oder mehr erzielten. Der Satz der Sonderabgabe beläuft sich je nach Höhe der deklarierten Gewinne auf 5% – 10%.

Konkrete Angaben zu Bemessung und Höhe der beschlossenen Sonderabgaben bietet der Beitrag Erhöhung der ETAK + Sonderabgabe auf Unternehmensgewinne.

  1. hiwi
    4. November 2009, 05:30 | #1

    Immer wieder die selbe Masche: kaum hat man notgedrungen ein Gewerbe sei es auch nur als fliegender Radiergummi-Händler angemeldet, flattern einem auch schon die Bescheide ins Haus. Kein Wunder, dass sich inzwischen sogar die Schildkröten nach Bulgarien & Co abgesetzt haben!

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