Griechische Kirche wehrt sich gegen ungerechte Besteuerung

17. November 2009 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 414
Erzbischof TheoklitosErzbischof Theoklitos
Metropolit von Ioannina

Die beabsichtigte Haltung der griechisch orthodoxen Kirche in Bezug auf das Thema der Besteuerung umriss der Erzbischof Theoklitos, Metropolit von Ioannina, in seiner Eigenschaft als Leiter der zentralen kirchlichen Finanzverwaltung: „Es gibt weder Krieg noch eine  Katastrophe um einzuspringen. Wir werden nicht bezahlen, was andere verbockt haben„.

Der Bischof bezog sich auf die Leistungen der Kirche an den Staat und betonte, dass sich der Wert des heutigen Immobilienvermögens der Kirche laut kürzlich erfolgten Schätzungen von Banken auf 702.160.000 Euro beläuft und der Kirche damit letztendlich nur 4% ihres ursprünglichen Vermögens verblieben ist.

Was wiederum die im Besitz der Kirche befindlichen Aktien betreffe, belaufe sich deren Wert auf nicht über 9 Millionen Euro. Der Erzbischof betonte, dass „der Staat viele Male das Vermögen der Kirche zur Ader ließ“ und letztmalig 1952, als auch das neue Abkommen unterzeichnet wurde, welches bis heute in Kraft steht und die Verpflichtungen beider Seiten bestimmte.

Heute erfolgt wieder ein Versuch, und wir werden unerfreuliche Ergebnisse haben. Die Auferlegung neuer Steuern wird die Körperschaften der Kirch in den Bankrott führen. Die Kirche will nicht ihren Beitrag zum Steueraufkommen verweigern, jedoch müssen diese Steuern auf das Vermögen erhoben werden, welches die Kirche nutzen kann, und so wie es für alle juristischen Personen des öffentlichen Rechtes gilt. Das Gesetz stellt uns in die Eigenschaft der Wohltätigkeitsorganisationen. Wir sind keine Organisation.

Erzbischof Theoklitos äußerte die Ansicht, dass das Wirtschaftsministerium der Kirche Unrecht zufüge, weil es völlig ignoriert, dass die Kirche mehr als 800 Einrichtungen unterhält, welche Leistungen für die Bedürftigen der Gesellschaft erbringen. „Und es ist irreführend, dass sie behaupten, es der Kirche zugunsten der Bedürftigen wegzunehmen. Sie nehmen es von den Bedürftigen für die Bedürftigen„, betonte er. Die Kirche sei nicht dagegen, als juristische Person des öffentlichen Rechts besteuert zu werden, jedoch nicht als Wohltätigkeitsorganisation, weil sie keine ist und dies auch nicht ihre Rolle sei.

Auch wiederholte der Bischof, dass eine Trennung zwischen Staat und Kirche vorzuziehen gewesen wäre. „Ich wünsche, es wäre geschehen. Damit hätte auch ich keine Pastoren, die mir bescheiden würden, sie seien öffentliche Angestellte. Möglicherweise hätte ich weniger, aber es wären Pastoren. Jedoch sind auch wir Schuld, weil wir viele Male von der Kanzel aus Politik gemacht haben„, schloss Erzbischof Theoklitos

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